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Sprache

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6.417 Sprachen...
zählt der Sprachforscher Harald Haarmann auf der Welt, doch deren Verteilung über die Kontinente ist höchst ungleich. Europa ist die "ärmste" Region, lediglich 143 Sprachen sind hier heimisch - in Asien hingegen sind es 1.906.

Ein besonders sprachenreiches Land ist das Inselreich Papua-Neuguinea: Dessen etwa 5,3 Millionen Bewohner sprechen achthundert verschiedene Sprachen! Die am häufigsten gesprochene Muttersprache der Welt ist Chinesisch, das von etwa einem Fünftel der Weltbevölkerung gesprochen wird.

Wer die zwanzig häufigsten Sprachen der Welt beherrscht, kann sich bereits mit der Hälfte der Menschheit verständigen. Die knapp zweitausend Zwergsprachen (mit Sprecherzahlen zwischen eins und tausend) hingegen kommen auf insgesamt nur etwa eine halbe Million Sprecher. Viele dieser Sprachen werden in den nächsten Jahrzehnten aussterben. Dass die Welt irgendwann einsprachig sein wird, ist allerdings unwahrscheinlich.

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Europäischer Tag der Sprachen
"Die Achtung anderer Sprachen, Kulturen und Identitäten ist die Voraussetzung, um einen Raum des gegenseitigen Respekts und der Zusammenarbeit in Europa zu schaffen", sagte Antonio Milošoski, Außenminister Mazedoniens, anlässlich des Europäischen Tages der Sprachen 2010. Etwa 140 Sprachen werden in Europa gesprochen, darunter Weltsprachen wie Englisch und Französisch sowie Kleinstsprachen wie Saterfriesisch und Zimbrisch.

Diese Sprachvielfalt zu würdigen und zu erhalten sowie die Menschen zum lebenslangen Sprachenlernen zu animieren, ist Ziel des Europäischen Tages der Sprachen. Entstanden ist der Tag auf Initiative des Europarats, seit 2001 wird er alljährlich am 26. September begangen.

Allerdings ist es nicht der Europarat, der Veranstaltungen zum Tag der Sprachen organisiert: Kommunen, Kulturinstitutionen, Vereine und Privatpersonen sind aufgerufen, Programme zu entwerfen. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt: Filmvorführungen, Ausstellungen, Expertengespräche sind ebenso denkbar wie Aufrufe zum gemeinsamen Singen fremdsprachiger Lieder, Schnupperstunden an Sprachschulen und das Näherbringen von Bräuchen aus anderen Ländern.

Ziel der Sprachpolitik des Europarats ist unter anderem, dass jeder Europäer neben seiner Muttersprache zwei weitere Sprachen beherrscht. "Die beste Art, sprachlicher Intoleranz und Unsicherheit entgegenzuwirken", sagte Milošoski 2010, "sind das Erlernen von Sprachen und interkulturelles Verständnis, understanding auf Englisch, compréhension auf Französisch, skilningur auf Isländisch, mõistmine auf Estisch, tuiscint auf Irisch, zrozumienie auf Polnisch oder razbiranje auf Mazedonisch."

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Wann ist eine Sprache bedroht?
So einfach diese Frage auch zu beantworten scheint: Die Faktoren, die zum Sterben einer Sprache führen, sind komplex, und der Gefährdungsgrad einer Sprache lässt sich nicht allein anhand der Sprecherzahl bestimmen. Die UNESCO setzte 2002 ein Expertengremium ein, das neun Kriterien für die Dynamik und Überlebensfähigkeit von Sprachen identifizierte:

- Weitergabe der Sprache unter den Generationen: Geben Eltern und Großeltern die Sprache an die jüngste Generation weiter?
- absolute Sprecherzahl
- Anteil der Sprecher in der Gesamtbevölkerung

- Lebensbereiche, in denen die Sprache gebraucht wird: Wird die Sprache nur in der Familie gesprochen oder ist sie auch für Arbeit, Ausbildung, Medien, öffentliche Angelegenheiten relevant?
- Reaktion auf neue Domänen und Medien: Dringt die Sprache in neue Medien wie Internet und Social Media vor?
- Verfügbarkeit von Materialien zum Erlernen der Sprache: Wird die Sprache an der Schule gelehrt, gibt es Grammatik- und Wörterbücher, Literatur und Alltagsmedien?

- Einstellung von Regierungen und Institutionen zur Sprache: Ist die Sprache gesetzlich geschützt? Hat sie offiziellen Status, wird sie für Amtsgeschäfte verwendet?
- Einstellung der Gemeinschaft zu ihrer Sprache: Setzt sich die Gemeinschaft für den Erhalt ihrer Sprache ein?
- Art und Qualität der Dokumentation: Wie umfassend sind Grammatik- und Wörterbücher sowie Audio- und Videoaufnahmen der Sprache?

Die Kriterien der UNESCO-Expertengruppe sind nicht nur nützlich im Bestimmen der Gefährdung einer Sprache, sie geben auch Anregungen, wie eine Sprache geschützt und wieder belebt werden kann: etwa durch das Erstellen von Lehrmaterial, das Gründen von Zeitungen und Fernsehsendern, das Aufwerten zur Unterrichtssprache. Viele Gemeinschaften gehen inzwischen diese Wege, um ihre Sprache am Leben zu erhalten.