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Tanzen

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Finnischer Tango
Ein ganzes Land im Tango-Fieber: Seit 1985 treffen sich in der finnischen Stadt Seinäjoki jährlich mehr als hunderttausend Tanzfans zum Tangomarkt. Das Festival ist das größte seiner Art in Europa. Die ganze Stadt wird dabei zur Tanzfläche; das staatliche Fernsehen überträgt die Veranstaltung und zweieinhalb Millionen Finnen schauen zu.

Tango und Finnland - der sinnliche Tanz und die eher zurückhaltenden Nordeuropäer, es scheint nicht wirklich zusammenzupassen. Tatsache ist aber: Finnland ist die europäische Tangonation. Die Finnen lieben eben sentimentale, melancholische Musik. Der Tango trifft da genau den Nerv.

Ihre Art, Tango zu tanzen, unterscheidet sich jedoch deutlich von jener der Argentinier: Die Skandinavier verlangsamten den Tanz, was es den finnischen Männern erlaubt, auf elegante Posen zu verzichten und stattdessen mit der Partnerin eher gemächlich über die Tanzfläche zu schreiten.

Dafür sind die Texte der Lieder umso pathetischer: Sie handeln meist von Trennungsschmerz, von persönlichen Schicksalen oder vom Tod.

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Virtuose am Bandoneon
Dein Klang ist wie die Liebe, die nicht kam / wie der Himmel, den wir uns einst erträumt / und wie er unterging, der gute Freund / ächzend im Schiffbruch der Leidenschaft, heißt es in einem Lied über die Seele des argentinischen Tango: das Bandoneon. Benannt ist das Instrument nach dem Musiklehrer Heinrich Band, der es 1840 aus der Konzertina entwickelte.

72 Tasten erzeugen 144 Töne - Töne, die sich zu einer melancholischen Klangfarbe verbinden und im argentinischen Tango ihren tiefsten Ausdruck finden. Hier gehört das Bandoneon zum Grundinstrument der Tanzkapellen.

Ein Virtuose des Bandoneon-Spiels war Astor Piazzolla (1921 bis 1992). Der Argentinier verband seine Liebe zum Jazz mit dem Tango. So entwickelte Piazzolla den traditionellen Tango weiter, was ihm in seiner Heimat anfangs noch verübelt wurde; Anklang fand der Tango nuevo zunächst nur in Europa.

Doch gegen Ende seines Lebens galt Piazzolla in Argentinien als Nationalheld. Sein Aufgreifen und Kombinieren diverser Musikrichtungen machte den Komponisten zur musikalischen Persönlichkeit, ebenso sein unverkennbarer Stil: schwermütige Musik, die gleichwohl voller Energie, Sinnlichkeit und Lebenslust steckt.