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Aberglaube

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Berühmt und berüchtigt
Energisch, listenreich, grausam - so stellen wir uns den typischen Inquisitor vor. Nicht immer traf das zu. Doch oft handelte es sich tatsächlich um Prachtexemplare brutaler Verschlagenheit. Hier eine Auswahl:

Robert le Bourge, Dominikaner, wurde 1233 ernannt. Er war zunächst Katharer und wechselte dann die Seite. "Ketzerhammer" genannt, galt seine Blutgier als einmalig. Weil wegen seiner Grausamkeit Aufstände drohten, setzten ihn seine Oberen ab und verurteilten ihn zu lebenslanger Haft.

Bernard Gui, auch er Dominikaner, war der Theoretiker der Inquisition und seit 1306 Inquisitor von Toulouse. Er schrieb ein Handbuch mit "Kunstgriffen", um Befragte zum Eingeständnis ihrer Schuld zu bringen.

Thomas de Torquemada, ab 1480 Spaniens Großinquisitor, richtete innerhalb von lediglich 18 Jahren über Hunderttausend Menschen. Mehrere tausend Autodafés hat er veranstaltet. Thomas de Torquemada ist das historische Vorbild für Dostojewskis literarische Figur des Großinquisitors.