Sah der große Sultan Saladin wirklich so aus? 1187 eroberte er Jerusalem. Dann kam Richard Löwenherz... (Bild: aus dem 15. Jahrhundert)
Ein Rittermärchen
Der edle Kämpfer braucht den edlen Feind: Ohne Hass streitet man dann, ohne Grausamkeit. Am Ende gewinnt der Bessere, beziehungsweise, wer mehr Glück hat. Mitunter gibt es gar keinen Sieger. Dies ist die Quintessenz der schönen Geschichte von König Richard Löwenherz und Sultan Saladin - aus der Zeit des 3. Kreuzzugs ins Heilige Land. Christliche Ritter aus ganz Europa machten sich Ende 1189 mit ihrem Anhang auf, um mal wieder Jerusalem zu befreien.Beim Baden ertrunken
Doch die Kreuzfahrer verfolgt das Pech. Man stelle sich vor: Ziemlich zu Anfang, am 10. Juni 1190, ertrinkt Kaiser Friedrich I. Barbarossa, der Führer des deutschen Kontingents, beim Baden im Fluss Saleph. Während das geschieht, belagern kleinere Kreuzfahrer-Abteilungen erfolglos die Hafenstadt Akkon, eine Schlüsselposition auf dem Weg nach Jerusalem.
Drei sollen's richten
Spät, jedoch rechtzeitig, treffen zwei andere christliche Monarchen an der Spitze ihrer Heere vor Akkon ein: Philipp II. von Frankreich und Richard Löwenherz, mit korrektem Titel Richard I. Plantagenet, König von England, Herzog von Aquitanien. Ein dritter Regent ist gleichfalls am Ort zugange: Leopold V., Herzog von Österreich. Er befehligt, was vom deutschem Heer des ertrunkenen Kaisers übrig blieb.
Politische Wirren
Das Trio christlicher Herrscher ist zerstritten: Durchkreuzte Heiratspläne spielen eine Rolle, ebenso simple Eifersüchtelei. Das Wirrwarr verstärkt Guido von Lusignan, vertriebener König von Jerusalem,
Kreuzfahrer erobern Jerusalem: Das war 1099. Saladin gab es damals noch nicht.
Richards Vorlieben
Saladins Truppen verteidigen einerseits die Mauern von Akkon, andererseits attackieren sie das Heer der Kreuzfahrer, das Akkon belagert, von hinten. Ihr Ziel ist, die eben Gelandeten ins Meer zu jagen. Auf lange Sicht geht es darum, Jerusalem in muslimischer Hand zu behalten. König Richard übrigens geht es vor allem um den Krieg als solchen: Der einssechsundachtzig große Haudegen liebt das Kämpfen, die Schlacht, das Feldlager - und ist dennoch kunstversessen, der Poesie zugetan. Was Richard langweilt, sind Königsalltag, religiöse Pflichten, Londoner Regen - und Frauen. Letzteren zieht er Schönheiten des eigenen Geschlechts vor.
Auf nach Jerusalem!
Der Rest ist rasch erzählt: Trotz harter Gegenwehr nehmen die Kreuzfahrer Akkon ein. Aber bald folgt das Zerwürfnis: Philipp reist in sein Königreich Frankreich ab - zuhause sieht der Monarch für sich, anders als Richard, den besseren Nutzen. Leopold, der Österreicher, räumt beleidigt die Stätte, ein Knappe Richards warf das Banner des Herzogs in den Schmutz. Richard, alleiniger Bestimmer nun, gleichwohl mit verringertem Heer, zieht Richtung Jerusalem, denn das ist ja der Zweck des Ganzen. Doch zwischen Richard und Jerusalem steht: Saladin! ...
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Infobox
Wem gehört Jerusalem?
um 586 v. Chr.: Pharao Nebukadnezar II. zerstört den jüdischen Tempel in Jerusalem.
70 n. Chr.: zweite Tempelzerstörung unter Titus während der römischen Herrschaft.
132 bis 135: Kaiser Hadrian vertreibt Jerusalems jüdische Bewohner und benennt die Stadt in Aelia Capitolina um.
614 bis 628: Die Perser und ihre jüdischen Verbündeten besetzen Jerusalem. Ungefähr 90.000 Christen werden ermordet.
628: Jerusalem geht in den Besitz von Byzanz (oströmisches Reich) über.
638: Die Araber erobern Jerusalem im Zuge der islamischen Expansion.
1009: Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem durch den Kalifen Al Hakim.
1096 bis 1099: 1. Kreuzzug. Herausbildung christlicher Fürstentümer und Grafschaften in der Levante (Outremer). Am Ende steht die Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer (15. Juli 1099).
1100: Das Königreich Jerusalem entsteht.
1113: Gründung des Johanniterordens, von nun an spricht man von Ordensrittern.
1144: Atabeg Zenhi, der Emir von Mosul, erobert die christliche Grafschaft Edessa.
1147 bis 1149: Der 2. Kreuzzug zur Entlastung der bedrängten Kreuzfahrerstaaten endet nach etlichen Niederlagen ergebnislos.
1171: Saladin, Sohn eines Kurdenanführers, stürzt die Fatimidendynastie in Ägypten.
1185: Saladin vereint Ägypten, Damaskus, Aleppo und Mosul zu einem Reich.
1187: Schlacht bei Hattin. Saladin besiegt das Heer der Kreuzfahrerstaaten, erobert Jerusalem und andere wichtige Städte.
1189: Richard Löwenherz wird König von England.
1189 bis 1192: 3. Kreuzzug zur Rückeroberung Jerusalems.
um 586 v. Chr.: Pharao Nebukadnezar II. zerstört den jüdischen Tempel in Jerusalem.
70 n. Chr.: zweite Tempelzerstörung unter Titus während der römischen Herrschaft.
132 bis 135: Kaiser Hadrian vertreibt Jerusalems jüdische Bewohner und benennt die Stadt in Aelia Capitolina um.
614 bis 628: Die Perser und ihre jüdischen Verbündeten besetzen Jerusalem. Ungefähr 90.000 Christen werden ermordet.
628: Jerusalem geht in den Besitz von Byzanz (oströmisches Reich) über.
638: Die Araber erobern Jerusalem im Zuge der islamischen Expansion.
1009: Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem durch den Kalifen Al Hakim.
1096 bis 1099: 1. Kreuzzug. Herausbildung christlicher Fürstentümer und Grafschaften in der Levante (Outremer). Am Ende steht die Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer (15. Juli 1099).
1100: Das Königreich Jerusalem entsteht.
1113: Gründung des Johanniterordens, von nun an spricht man von Ordensrittern.
1144: Atabeg Zenhi, der Emir von Mosul, erobert die christliche Grafschaft Edessa.
1147 bis 1149: Der 2. Kreuzzug zur Entlastung der bedrängten Kreuzfahrerstaaten endet nach etlichen Niederlagen ergebnislos.
1171: Saladin, Sohn eines Kurdenanführers, stürzt die Fatimidendynastie in Ägypten.
1185: Saladin vereint Ägypten, Damaskus, Aleppo und Mosul zu einem Reich.
1187: Schlacht bei Hattin. Saladin besiegt das Heer der Kreuzfahrerstaaten, erobert Jerusalem und andere wichtige Städte.
1189: Richard Löwenherz wird König von England.
1189 bis 1192: 3. Kreuzzug zur Rückeroberung Jerusalems.



