Die Fehlbesetzung
In jeder Familie gibt es ein schwarzes Schaft - so brachte Albrecht II. im 13. Jahrhundert Unruhe in die Geschicke des Hauses Wettin. Den Beinamen "der Entartete" gab ihm die Verwandtschaft nicht ganz von ungefähr.Die Wartburg war Regierungssitz von Albrecht II. im 13. Jahrhundert.
Gegen Vaters Willen
Mit dem Weggang Margarethes beginnt die Geschichte, die vom Scheitern ihres Ehemannes erzählt. Als Wettiner gehört Albrecht II. einer der angesehensten und einflussreichsten deutschen Adelsfamilien seiner Zeit an. Seinem Beinamen, "der Entartete", macht er alle Ehre. Denn Albrecht passt so gar nicht ins Wettinische Erfolgskonzept. Von Gefühlen geleitet, bricht er nicht nur die Vernunftehe mit Margarethe, Tochter Kaiser Friedrichs II. von Hohenstaufen. Er verstößt auch gegen den Willen seines Vaters, Heinrichs "des Erlauchten".
Zersplittertes Erbe
Heinrich der Erlauchte hatte sein Herrschaftsgebiet, das sich über das heutige Gebiet Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens erstreckte, bereits vor seinem Tod 1263 zu großen Teilen an die beiden Söhne vermacht. Albrecht erhielt die Landgrafschaft Thüringen, sein Bruder, Dietrich "der Weise", wurde Markgraf von Landsberg. Heinrich selbst regierte weiterhin die Markgrafschaft Meißen und die Ostmark.
Das Wettinische Wappen des Landgrafen von Thüringen Albrechts II. ist prächtig. So glanzvoll schlug sich der Herrscher in seinem Amt jedoch nicht...
Schon als Landgraf von Thüringen schien Albrecht eine Fehlbesetzung zu sein. Der Geschichtswissenschaftler Jörg Rogge schildert die damals wohl weit verbreitete Ansicht in seinem Buch Die Wettiner: Der Landgraf habe in Thüringen nicht den Frieden gesichert, sondern ihn durch seine Umtriebe gefährdet, habe kein Recht gesprochen, sondern es gebrochen, den Adel nicht durch Freundschaftsbündnisse für sich gewonnen, sondern durch seine Fehden in die Opposition getrieben.
Unzufrieden und eifersüchtig
Durch Albrechts politisches Ungeschick jedenfalls kommt der Plan kontinuierlicher Vergrößerung des Wettinischen Territoriums ins Stocken. Unzufrieden mit seinem Anteil an den Rechten und Einnahmen der Dynastie, provoziert der Thüringer Landgraf aus Eifersucht immer wieder Konflikte mit Vater und Bruder. Vollkommen gleich scheint ihm zu sein, dass er damit der Dynastie schadet.
Ein Schritt zu weit
Albrecht setzt sich über die verhasste Familienpolitik hinweg, koste es, was es wolle. Als er allerdings seinen Lieblingssohn Apitz, der aus der Ehe mit Kunigunde von Eisenberg stammt, zum Erben der Landgrafschaft machen will, geht er zu weit: Die legitimen Erben aus Albrechts erster Ehe - Friedrich "der Gebissene" und Dietrich, genannt Diezmann - greifen gegen ihren Vater zum Schwert...
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Vom Aufstieg und Fall der Wettiner
1089: Der Salierkaiser Heinrich IV. belehnt den Markgrafen der Ostmark, Heinrich I. von Eilenburg, mit der Markgrafschaft Meißen. Die Verschmelzung der später als Wettiner bezeichneten Adelsfamilie mit der Landschaft zwischen Saale und Elbe beginnt.
Zwischen 1123 und 1156: Die Dynastie benennt sich nach ihrem Stammsitz: der Burg Wettin nördlich von Halle an der Saale.
1247: Heinrich der Erlauchte, Markgraf von Meißen und der Ostmark, wird als erster Wettiner Landgraf von Thüringen.
1299: Albrecht der Entartete, Sohn Heinrichs des Erlauchten, zieht die Konsequenzen aus seinem Scheitern und dankt ab.
1307: In der Schlacht bei Lucka schlagen die Wettiner unter Führung Friedrichs des Gebissenen das königliche Heer Albrechts I. von Habsburg. Der Sieg ist Garant für das Fortbestehen des Adelshauses Wettin.
1423: Friedrich der Streitbare, Markgraf von Meißen, wird als erster Wettiner Kurfürst von Sachsen. Die Adelsfamilie steht nun in einer Reihe neben den Habsburgern, Hohenzollern und Wittelsbachern.
1485: Durch die Brüder Ernst und Albrecht III. erfolgt die Leipziger Teilung. Das Geschlecht spaltet sich in die ernestinische und die albertinische Linie.
1547: Unter Moritz von Sachsen kommt es zum Bruch beider Linien. Zwei unabhängige Herrscherhäuser entstehen. Das Kurfürstentum Sachsen geht an die albertinische Linie über.
Ab 1806: Der Albertiner Friedrich August I. wird als erster Wettiner König von Sachsen.
1826: Die ernestinische Linie zersplittert in die Herzogtümer Sachsen-Altenburg, Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Coburg und Gotha.
1918: König Friedrich August III., Albertiner und letzter König von Sachsen, muss abdanken. Mit ihm endet die Regierungszeit der Wettiner.
1089: Der Salierkaiser Heinrich IV. belehnt den Markgrafen der Ostmark, Heinrich I. von Eilenburg, mit der Markgrafschaft Meißen. Die Verschmelzung der später als Wettiner bezeichneten Adelsfamilie mit der Landschaft zwischen Saale und Elbe beginnt.
Zwischen 1123 und 1156: Die Dynastie benennt sich nach ihrem Stammsitz: der Burg Wettin nördlich von Halle an der Saale.
1247: Heinrich der Erlauchte, Markgraf von Meißen und der Ostmark, wird als erster Wettiner Landgraf von Thüringen.
1299: Albrecht der Entartete, Sohn Heinrichs des Erlauchten, zieht die Konsequenzen aus seinem Scheitern und dankt ab.
1307: In der Schlacht bei Lucka schlagen die Wettiner unter Führung Friedrichs des Gebissenen das königliche Heer Albrechts I. von Habsburg. Der Sieg ist Garant für das Fortbestehen des Adelshauses Wettin.
1423: Friedrich der Streitbare, Markgraf von Meißen, wird als erster Wettiner Kurfürst von Sachsen. Die Adelsfamilie steht nun in einer Reihe neben den Habsburgern, Hohenzollern und Wittelsbachern.
1485: Durch die Brüder Ernst und Albrecht III. erfolgt die Leipziger Teilung. Das Geschlecht spaltet sich in die ernestinische und die albertinische Linie.
1547: Unter Moritz von Sachsen kommt es zum Bruch beider Linien. Zwei unabhängige Herrscherhäuser entstehen. Das Kurfürstentum Sachsen geht an die albertinische Linie über.
Ab 1806: Der Albertiner Friedrich August I. wird als erster Wettiner König von Sachsen.
1826: Die ernestinische Linie zersplittert in die Herzogtümer Sachsen-Altenburg, Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Coburg und Gotha.
1918: König Friedrich August III., Albertiner und letzter König von Sachsen, muss abdanken. Mit ihm endet die Regierungszeit der Wettiner.



