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Wikinger

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Räuberische "Fahrgemeinschaften"
Anders als es der Mythos will, waren die Wikinger kein "Volk zur See". Vielmehr lebten sie über die meiste Zeit des Jahres als Bauern in ihrer skandinavischen Heimat. Neue Forschungen belegen eine dreiteilige Klassenstruktur aus Adligen (so genannten Jarlen), freien Landbesitzern und Sklaven.

Wikinger im engeren Sinne nannten sich überwiegend jüngere Söhne aus landarmen, kinderreichen Familien, die - anfangs nur während der Sommermonate - auf Beutezug gingen.

Ihre "Fahrgemeinschaften" werden von der modernen Forschung als Vorbild der mittelalterlichen Gilden angesehen. Sie kehrten anschließend nach Hause zurück, und lebten während des Winters vom Reichtum und vom Ruhm, den sie im Ausland erworben hatten.

Erst in viel späteren Phasen der Expansion schlugen Nordmänner Winterlager in den eroberten Territorien auf. Aus Netzwerken solcher Lager entstanden eigenständige Herrschaftsbereiche, als deren erfolgreichster die Normandie gilt.

Wikinger-Zentren waren häufig strategisch günstig gelegene Inseln (zum Beispiel an großen Flussmündungen), die wiederum als Basis für Eroberungszüge auch über Land dienten.

Ein Qualitätssprung, verglichen mit Eroberungen anderer Völker, war dabei die Mitnahme von Frauen, die in der alten skandinavischen Gesellschaft frei lebten und eine fast "emanzipierte" Stellung genossen. Oft waren Wikingerzüge der späteren Zeit durch interne Streitigkeiten um Macht und Landbesitz motiviert.
Video: Handel und Wandel  
Video: Handel und Wandel
 













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Als hervorragende Schiffbauer...
galten die Wikinger zu Recht: Ihre schlanken Ruderboote, deren hölzerne Planken wie Dachziegel überlappten, passten sich elastisch den Bewegungen der Wellen an. Bug und Heck liefen spitz zu und waren sehr hochgezogen. Geschnitzte Drachenköpfe auf den Spitzen erregten Furcht.

Die Boote waren bis zu dreißig Meter lang und um die fünf Meter breit. Platz gab es für ungefähr sechzig Ruderer mit Ausrüstung und Proviant sogar für lange Reisen. Bei günstigem Wind hisste man ein rechteckiges, meist farbiges Segel. Erst spätere Bootstypen erlaubten das Segeln gegen den Wind.

Großer Vorteil der Wikingerboote war ihr flacher Boden: So konnten die Besatzungen sie problemlos an Land ziehen und auch außerhalb von Häfen landen - ideal für Überfälle an unerwarteter Stelle.

Die Navigation richtete sich meist nach markanten Punkten an Land. Über das Vorhandensein einfacher Instrumente, die eine Orientierung an den Sternen erlaubt hätten, wird spekuliert.
Video: Wikinger auf Probe  
Video: Wikinger auf Probe
 













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Buchtipp
Rudolf Simek, Professor für mittelalterliche deutsche und skandinavische Literatur an der Universität Bonn, schrieb das Taschenbuch Die Wikinger. Dessen 5. Auflage erschien im April 2009.