Leben im ewigen Eis
Ist das ewige Eis im hohen Norden der Welt nur totes, gefrorenes Wasser? Forscher meinen: Nein! Wer das Eis erforscht, könne sogar dem Geheimnis des Lebens auf die Spur kommen.Ein Eisbär auf der Pirsch nach Nahrung. (Bild: U.S. Fish and Wildlife Service)
Schnee, Eis und Tundra
Das Nordpolarmeer erreicht eine Tiefe von bis zu 5.500 Metern und ist zum großen Teil von einer dicken Eisschicht bedeckt. Im Winter sinkt die Temperatur für neun Monate unter den Gefrierpunkt, auf bis zu minus 50 Grad Celsius; Schnee und Eis überziehen dann das ganze Gebiet. Wenn im Juli der Sommer wiederkehrt und die ersten Sonnenstrahlen das Eis zum Schmelzen bringen, kommt die Tundra wieder zum Vorschein - unter dem getauten Schnee erscheinen Flechten, Moose und Gräser.
Nomaden des Nordens
Schon seit Jahrtausenden leben Menschen in den arktischen Regionen: Zu den rund zwei Millionen Einwohnern zählen heute die Lappen in Nordskandinavien, die Jakuten in Sibirien und die Inuit - wie sich die Eskimos selber nennen - im Norden Kanadas, Alaskas und Grönlands. Die "Nomaden des Nordens" ernährten sich früher fast ausschließlich von der Jagd: Im Winter versammelten sich die Familien, um Robben, Eisbären und Wale zu jagen. Im Sommer zogen sie zur Küste und legten Nahrungsvorräte für den nächsten Winter an. Heute leben die meisten arktischen Völker in festen Siedlungen und arbeiten in Dörfern und Städten.
Der erste Mensch am Nordpol
Doch wer war der Erste am Nordpol? Die ältesten Berichte stammen bereits aus der Antike: "Ein Land, in dem um Mitternacht die Sonne scheint, umgeben von Meeren, die im Winter erstarrt sind." Im 15. Jahrhundert rüsteten die europäischen Mächte ihre Schiffe aus, um noch unbekannte Gewässer zu erforschen: Die Suche nach der Nordwestpassage nördlich von Amerika übernahmen Engländer, Franzosen und Amerikaner. Die Nordostpassage entlang der sibirischen Küste weckte vor allem bei Russen und Holländern großes Interesse.
Obwohl innerhalb der nächsten 350 Jahre der Weg in die Arktis gefunden war, sollte der Schwede Adolf Nordenskiöld erst 1878 bis 1880 sein Schiff durch die Nordostpassage steuern. Vollendet wurde die Suche im Jahre 1906 durch den Norweger Roald Amundsen - mit der Fahrt durch die Nordwestpassage. Den geographischen Nordpol jedoch erreichte als erster Mensch der US-amerikanische Polarforscher Robert Edwin Peary im April 1909. Auch nach der "Eroberung" des Nordpols durch Peary gibt es bis heute Expeditionen in die Arktis: Auf der Suche nach den letzten weißen Flecken auf der Landkarte und zur Erforschung von Natur und Klima.
Eine Kreuzfahrt in die Arktis
In diesem Zusammenhang stößt man immer wieder auf den Namen des Deutschen Alfred Wegener: Viermal begibt er sich auf die Reise in das grönländische Inlandeis, um dort unerforschte Regionen zu kartieren und dem Polarklima auf die Spur zu kommen. Heute muss man kein Forscher sein, um zum Nordpol zu kommen: Alles, was man braucht ist Geld. Für zwanzigtausend Euro erfüllt eine Kreuzfahrt auf einem russischen Atom-Eisbrecher alle Arktisträume.
Maja Bilic (09.12.2003)
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Könige der Arktis
Eisbären bewohnen die Eisschollen und Eisberge des nördlichen Eismeeres. Die größten und stärksten Räuber der Arktis fressen vor allem Fische, Vogeleier und gestrandete Wale - aber am liebsten Robben. Deshalb bevorzugen Eisbären Gebiete, wo Wind und Meeresströmungen das Eis in Bewegung halten, denn dort bilden sich immer wieder offene Wasserstellen. Die dienen den Robben als Atemlöcher.
Hier liegen die Eisbären auf der Lauer: Sobald Robben auftauchen, um nach Luft zu schnappen, packen die Bären zu und verschlingen ihre Beute. Bei einer anderen Jagdmethode schleichen sich die Eisbären bis auf zwanzig Meter langsam an die Robben heran, stürzen sich auf die überraschte Beute und töten sie mit einem kräftigen Prankenhieb.
Vor allem im Frühjahr ist diese Methode erfolgreich: Zu dieser Zeit säugen Robben ihre Jungen in Höhlen, die sich unter einer dicken Schneeschicht auf dem Eis befinden. Eisbären suchen systematisch nach diesen Lagern und buddeln die Robben aus dem Schnee heraus. Um den Hunger zu stillen, benötigt ein einziger Eisbär mindestens eine Robbe pro Woche - also fünfzig bis hundert Robben im Jahr.
Hier liegen die Eisbären auf der Lauer: Sobald Robben auftauchen, um nach Luft zu schnappen, packen die Bären zu und verschlingen ihre Beute. Bei einer anderen Jagdmethode schleichen sich die Eisbären bis auf zwanzig Meter langsam an die Robben heran, stürzen sich auf die überraschte Beute und töten sie mit einem kräftigen Prankenhieb.
Vor allem im Frühjahr ist diese Methode erfolgreich: Zu dieser Zeit säugen Robben ihre Jungen in Höhlen, die sich unter einer dicken Schneeschicht auf dem Eis befinden. Eisbären suchen systematisch nach diesen Lagern und buddeln die Robben aus dem Schnee heraus. Um den Hunger zu stillen, benötigt ein einziger Eisbär mindestens eine Robbe pro Woche - also fünfzig bis hundert Robben im Jahr.


