Eine Formel für das All
Die Reise führt in die Weiten des Universums, wo neben Planeten und Monden auch kleine steinerne oder metallische Objekte die Sonne umkreisen - Asteroiden.An seinem Fixsternkatalog arbeitete der sizilianische Mönch Giuseppe Piazzi in der Neujahrsnacht 1801. Immer wieder in den Himmel über der Sternwarte von Palermo schauend, erblickte Piazzi ein funkelndes Etwas. Das hatte seit der letzten Beobachtung seine Position geändert. Der Körper leuchtete nur schwach, ähnlich einem Stern, verhielt sich jedoch wie ein Planet.
Etwas fehlt
Eine neue Klasse von Himmelskörpern war gefunden: die Asteroiden. Als Entdecker taufte Piazzi den ersten Asteroiden auf den Namen Ceres, nach der Göttin der Fruchtbarkeit und der Schutzheiligen Siziliens. In den folgenden drei Jahren wurden drei weitere Asteroiden entdeckt: Pallas, Juno und Vesta.
Die Entdeckung der Asteroiden war keineswegs zufällig. Im Jahr 1772 veröffentlichte der Astronom Johann Elert Bode eine von seinem Kollegen Johann Titius aufgestellte Faustregel. Titius war aufgefallen, dass die Planeten in unserem Sonnensystem ziemlich regelmäßig verteilt sind. Um diese "Gesetzmäßigkeit" mathematisch zu erfassen, entwickelte Titius eine Formel, mit der die mittleren Entfernungen der Planeten zur Sonne in astronomischen Einheiten - der Wert einer astronomischen Einheit beträgt 149,6 Millionen Kilometer - berechnet werden können: Man nehme die Zahlen 0; 0,3; 0,6; 1,2; 2,4; 4,8; 9,6, ... und addiere jeweils 0,4 dazu; die Summen entsprechen dann, Zufall oder nicht, den realen Entfernungen der Planeten in astronomischen Einheiten.
Splitter zwischen Mars und Jupiter
Dieses Phänomen machte auch die Himmelspolizey neugierig, eine Gruppe gleichgesinnter Sternensucher. So begab man sich im Jahre 1800 auf die Suche nach dem - theoretisch - fehlenden Himmelskörper. Und die Titius-Bodesche Reihe sollte Recht behalten: Es wurde zwar kein neuer Planet gefunden, dafür ein Haufen von Asteroiden, der so genannte Asteroidenhauptgürtel im Bereich zwischen Mars und Jupiter. Die Idee mit dem fehlenden Planeten war jedoch gar nicht so abwegig. Eine Theorie besagt nämlich, dass die Objekte im Asteroidenhauptgürtel Splitter eines Planeten sein könnten, der nach einer Kollision in unzählige Stücke zerbrochen ist.
Der Asteroid Quaoar gilt mit einem Durchmesser von 1.250 Kilometern heute als größter der bekannten Kleinplaneten. Es existieren weitere 16 mit einem Durchmesser von 240 oder mehr Kilometern. Die meisten Asteroiden sind allerdings deutlich kleiner. Nehmen sie Kurs auf die Erde, nennt man Asteroiden Meteoroiden.
Beim Eintreten eines Meteoroiden in die Erdatmosphäre, reibt der "Brocken" aus dem Weltall an der Luft und verglüht in einem hellen Lichtstrahl am Himmel - auch bekannt als Meteor. Verglüht ein Meteoroid in der Erdatmosphäre nicht vollständig, prallt der Rest auf die Erde und wird dann als Meteorit bezeichnet.
Bedrohliche Nähe
Es existiert eine Population erdnaher Asteroiden, die der Erde bedrohlich nahe kommen könnten. Die Folgen eines Aufpralls wären verheerend. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Katastrophe ist jedoch gering. Trotzdem sollte man das Risiko eines Asteroideneinschlags nicht völlig ignorieren. Schließlich besagt eine verbreitete und anerkannte Theorie, dass der Einschlag eines Asteroiden vor rund 65 Millionen Jahren den Dinosauriern das Lebenslicht ausblies.
Maja Bilic (aktualisiert 05.01.2012)
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Die "Beatles-Asteroiden"
Was haben John, Paul, George und Ringo mit Asteroiden zu tun? Wird ein Kleinplanet entdeckt, erhält dieser zunächst eine Kennziffer, die das ungefähre Datum der Entdeckung festhält. Für die endgültige Bezeichnung wird eine laufende Nummer aus dem Kleinplanetenkatalog gewählt.
Zusätzlich darf der Entdecker einen Namen vorschlagen, der dann von der zuständigen zentralen Einrichtung, der International Astronomical Union (IAU), akzeptiert werden muss, was in den meisten Fällen geschieht.
Von den bisher identifizierten Kleinplaneten trägt allerdings nur die Hälfte einen Namen. Einst bezog man sich bei der Namensgebung überwiegend auf weibliche Personen aus der Mythologie. Später wurde auf andere Religionen oder auf Mythen zurückgegriffen und schließlich wurden Freundinnen, Ehefrauen, Astronomen oder auch Städte verewigt. Die offiziellen Namen der Planetoiden 4147, 4148, 4149 und 4150 lauten: Lennon, McCartney, Harrison und Starr - die "Beatles-Asteroiden".
Was haben John, Paul, George und Ringo mit Asteroiden zu tun? Wird ein Kleinplanet entdeckt, erhält dieser zunächst eine Kennziffer, die das ungefähre Datum der Entdeckung festhält. Für die endgültige Bezeichnung wird eine laufende Nummer aus dem Kleinplanetenkatalog gewählt.
Zusätzlich darf der Entdecker einen Namen vorschlagen, der dann von der zuständigen zentralen Einrichtung, der International Astronomical Union (IAU), akzeptiert werden muss, was in den meisten Fällen geschieht.
Von den bisher identifizierten Kleinplaneten trägt allerdings nur die Hälfte einen Namen. Einst bezog man sich bei der Namensgebung überwiegend auf weibliche Personen aus der Mythologie. Später wurde auf andere Religionen oder auf Mythen zurückgegriffen und schließlich wurden Freundinnen, Ehefrauen, Astronomen oder auch Städte verewigt. Die offiziellen Namen der Planetoiden 4147, 4148, 4149 und 4150 lauten: Lennon, McCartney, Harrison und Starr - die "Beatles-Asteroiden".
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Miniplaneten
Asteroiden, auch "Zwergplaneten" genannt, kommen im gesamten Sonnensystem vor. Zwischen den Planeten kreisen sie in großer Menge um die Sonne. Angefangen von kleineren Gesteinsbrocken bis zu regelrechten Planeten mit Durchmessern von über eintausend Kilometern kommen Asteroiden in den verschiedensten Größen vor.
Bis heute sind 574.711 der Himmelskörper katalogisiert. Eine Asteroidanhäufung befindet sich zwischen den Planeten Mars und Jupiter (Planetoidengürtel) sowie jenseits der Bahn des Neptuns (Kupiergürtel). Wenn Asteroiden miteinander kollidieren, können sie in einzelne Brocken zerfallen.
Nach einem Beschluss der IAU heißen die Zwergplaneten offiziell nicht mehr Asteroiden, sondern Small Solar System Bodies, dennoch ist der alte Begriff immer noch am gebräuchlichsten.
Asteroiden, auch "Zwergplaneten" genannt, kommen im gesamten Sonnensystem vor. Zwischen den Planeten kreisen sie in großer Menge um die Sonne. Angefangen von kleineren Gesteinsbrocken bis zu regelrechten Planeten mit Durchmessern von über eintausend Kilometern kommen Asteroiden in den verschiedensten Größen vor.
Bis heute sind 574.711 der Himmelskörper katalogisiert. Eine Asteroidanhäufung befindet sich zwischen den Planeten Mars und Jupiter (Planetoidengürtel) sowie jenseits der Bahn des Neptuns (Kupiergürtel). Wenn Asteroiden miteinander kollidieren, können sie in einzelne Brocken zerfallen.
Nach einem Beschluss der IAU heißen die Zwergplaneten offiziell nicht mehr Asteroiden, sondern Small Solar System Bodies, dennoch ist der alte Begriff immer noch am gebräuchlichsten.



