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Eis

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Phänomen Mpemba-Effekt
Heißes Wasser gefriert schneller als kaltes. An der Aussage, so unsinnig sie sich anhört, ist tatsächlich was dran. Man stelle einfach eine flache Holzschüssel mit heißem Wasser (ungefähr 80 bis 90 Grad) neben eine solche mit kaltem Wasser auf den Balkon (selbstverständlich bei deutlich unter Null Grad). Mit ziemlicher Sicherheit entsteht in der Schüssel mit dem anfangs heißen Wasser eher Eis als in der Kaltwasserschüssel.

Experten bezeichnen das als Mpemba-Effekt; angeblich hat ein afrikanischer Schüler namens Mpemba bei der Herstellung von Speiseeis die Sache (wieder-) entdeckt. Kern des Mpemba-Effekts ist allerdings einfach Verdunstung: Bevor das heiße Wasser den Gefrierpunkt erreicht, verdunstet ein relativ hoher Anteil, deutlich mehr als bei der (anfangs) gleichen Menge kalten Wassers. Das heiße Wasser "überholt" das kalte Wasser auf dem Weg zum Gefrierpunkt, schlicht deshalb, weil es schneller weniger wird. Das kleinere Wasservolumen erstarrt am Ende rascher zu Eis.

Für Shows und für Wetten ist der Mpemba-Effekt gut geeignet. Wirtschaftlich, hinsichtlich der Energie- und Stoffbilanz, ist er natürlich nicht. Bedingung für das Gelingen: die Abkühlung des heißen Wassers sollte überwiegend per Verdunstung erfolgen (deshalb die flache Schüssel) und nicht so sehr per Wärmeaustausch über die Wände (deshalb Holz, kein besser wärmeleitendes Metall).

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Flüssiges Eis?
Ins Reich der Vorurteile gehört, dass Eis unbedingt von Null Grad abwärts an entsteht. Auch unter normalen Bedingungen kann Wasser bis minus 23 Grad (im Extremfall bis minus 40 Grad) flüssig bleiben. Das nennt man dann Unterkühlung. Voraussetzung ist sehr reines Wasser, welches kaum Kristallisationskeime enthält, an die sich kristallisierende Wassermoleküle normalerweise anlagern.

Natürliches Eis kristallisiert hexagonal: Sechs Wassermoleküle bilden über Wasserstoffbrücken je einen Ring, wobei jedes Molekül wiederum Teil von zwei Nachbar-Ringen ist. Unterkühltes Wasser bildet hingegen Ikosaederstrukturen aus. Ein Ikosaeder ist ein Körper mit zwanzig dreieckigen Flächen.