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Erzgebirge

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Das Erzgebirge...
ist etwa 150 Kilometer lang und 40 Kilometer breit und liegt mit seinem deutschen Teil im Bundesland Sachsen. Auf dem Gebirgskamm verläuft die Grenze zwischen Tschechien und Deutschland.

Höchste Erhebungen sind der Keilberg (1.244 Meter) in Tschechien sowie der Fichtelberg (1.215 Meter) bei Oberwiesenthal. Das Klima des oberen Erzgebirges ist rau und es wird daher scherzhaft auch oft das "Sächsische Sibirien" genannt: Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt nur bei drei bis fünf Grad Celsius.

Das Erzgebirge zählt zu den dicht besiedeltsten Gebirgsregionen Europas und gehört zur so genannten Böhmischen Masse. Zu den größten Städten gehören Freiberg, Annaberg-Buchholz, Schwarzenberg und Aue auf deutscher, sowie Most, Karlsbad, Teplice und Chomutov auf tschechischer Seite.

Derzeit leben im Erzgebirge über 1,2 Millionen Menschen. Die Bevölkerungszahl nimmt seit Jahren durch die schlechte wirtschaftliche Situation rapide ab.

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Vom Bergbau zum Handwerk
Anfangs gab das Erz sowohl dem gebirgigen Land seinen Namen, als auch dessen Bewohnern Lohn und Brot. Seit dem Mittelalter hatten umfangreiche Erzvorkommen Siedler ins Land gelockt, welches zuvor die Germanen eher mitleidig Miriquidi, zu Deutsch "Dunkelwald", nannten. Dem Wald wurde seit dem 12. Jahrhundert konsequent zu Leibe gerückt - man rodete, um an die begehrten Bodenschätze zu gelangen und Lebensraum für die Arbeiter zu schaffen.

Schätze wie Kupfer, Silber, Blei, Zinn, Kobalt und Eisen füllten zwar die Truhen der sächsischen Oberen, die Arbeiter machten sie aber nicht reich. Das Erzgebirge blieb eine Armeleuteregion. Der Bergbau sicherte den Bewohnern ein zwar stetiges, doch eher geringes Einkommen.

So machten sich findige Erzgebirgler auf die Suche nach weiteren Erwerbsquellen: Die Männer, von der Arbeit im Bergbau war ihnen der Umgang mit Holz vertraut, schnitzten Gebrauchsgegenstände und Figuren. Die Frauen widmeten sich den Handarbeiten: Häkeln, Herstellung von Schuhen, Stricken, Klöppeln.

Diese Fähigkeiten, Holzschnitzkunst und Klöppeln, wurden in den erzgebirgischen Familien stetig weitergegeben. Als die Erzvorkommen im 19. Jahrhundert zur Neige gingen, machten die Erzgebirgler schließlich aus der Not eine Tugend: Sie sattelten um, vom Bergbau zum Handwerk.

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Legendenumwoben...
ist der Robin Hood des Erzgebirges. Was ist an Tatsachen über die als Stülpner Karl bekannt gewordene Person verbürgt? Am 30. September 1762 in Scharfenstein geboren, verlässt das Kind armer Leute früh sein Elternhaus. In Chemnitz lässt sich Carl Heinrich Stilpner als Soldat werben, und desertiert fünf Jahre später. Die Flucht führt ihn über Böhmen, Ungarn, Österreich, Baden, Hessen nach Hannover, wo er in ein Dragonerregiment gepresst wird.

1794, nach einer Episode als preußischer Infanterist im Kampf gegen die Franzosen, kehrt Stilpner nach Scharfenstein zurück. Bis 1800 lebt er dort unbehelligt; in diese Zeit fällt wohl auch seine Aktivität als Wildschütz. Sorgen um den Unterhalt von Frau und Kind treiben ihn 1800 erneut zur sächsischen Armee. Mit ihr erlebt er die Schlacht bei Jena (1806) und gerät in Gefangenschaft. Von dort entwichen, ist Stilpner in Böhmen ansässig.

Wieder in Sachsen, erlangt er gewissen Wohlstand. Beim Schmuggel ertappt und ruiniert, muss Stilpner um 1820 wiederum fliehen. Später zieht er durch seine Heimatregion - erzählt Geschichten aus seinem Leben. Der Verleger Schönborn gibt nach Stilpners Berichten ein Buch heraus, das aber verboten wird. Aus der Armenkasse versorgt, lebt Stilpner bis zu seinem Tod 1841 in Scharfenstein.