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Gezeiten
Nordsee

Infobox

Flut, Springflut, Sturmflut
Der wichtigste Faktor beim Spiel der Gezeiten ist der Mond. Doch auch die Sonne hat Einfluss auf das Naturphänomen: Wenn Erde, Mond und Sonne nämlich auf einer Geraden stehen (wie bei Voll- und Neumond), wirkt die Gravitationskraft der beiden letztgenannten Himmelskörper vereint und es entstehen besonders starke Gezeiten. Im Fachjargon heißt so etwas Springtide (Springflut).

Wenn dann ein kräftiger Sturm hinzukommt, der das Wasser Richtung Land drückt, entsteht eine Sturmflut. Die erste bekannte Sturmflutkatastrophe an der Nordseeküste war die Grote Mandränke im Jahr 1362. Weite Landteile wurden überschwemmt und gingen verloren, der Ort Rungholt versank gänzlich in den Wellen. Ähnliches passierte 1634: Ungefähr neuntausend Menschen starben, Überschwemmungen zerrissen die Insel Strand in kleine Inselgruppen.

Schon ab dem 14. Jahrhundert begannen die Küstenbewohner mit dem organisiertem Deichbau, um sich vor weiteren Fluten zu schützen und vor allem um verlorenes Land wieder zurück zu gewinnen. Die bislang letzte Sturmflut mit katastrophalen Auswirkungen brach 1962 über Hamburg herein. Auslöser war ein Sturmtief, das die Meteorologen zunächst unterschätzt hatten. In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar brachen mehr als fünfzig Deiche, mehr als dreihundert Menschen kamen dabei um und über sechzigtausend wurden obdachlos.