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Flutwellen
Katastrophen

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Nicht nur weit entfernte Küsten werden von Tsunamis heimgesucht - auch in Europa gibt es zahlreiche, jahrhundertealte Überlieferungen sowie aktuelle Meldungen von Wellen, die Küstenabschnitte zerstören. Besonders häufig betroffen ist das Mittelmeer, denn dort trifft die afrikanische Platte auf die eurasische Platte. So löste ein Erdbeben im Nordwesten der Türkei 1999 einen Tsunami aus, Mallorca wurde 2003 von Riesenwellen getroffen - Experten schätzen, dass es in den vergangenen zweitausend Jahren rund 250 gefährliche Tsunamis im Mittelmeer gegeben hat.

Als Ursachen kommen nicht nur Erdbeben in Frage. Auch Vulkanausbrüche und Bergstürze, bei denen in kurzer Zeit große Mengen von Wasser verdrängt werden, lösen Tsunamis aus. Im Dezember 2002 zum Beispiel stürzten von einer Flanke des Vulkans Stromboli 25 Millionen Kubikmeter Gestein ins Meer. Seitdem entwickeln Zivilschützer und Vulkanologen Notfallpläne für die Insel. Inzwischen gibt es Überlegungen, auch im Mittelmeer ein Frühwarnsystem einzurichten.

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"Mauer aus Wasser" nennt Ronald Warwick, Kapitän des Luxusliners Queen Elizabeth 2, ein Phänomen, dem er 1995 auf See begegnete. Riesige Wellen seien plötzlich aufgetaucht, mehr als dreißig Meter hoch sollen sie fast senkrecht in den Himmel geragt haben. Solche Monsterwellen, von denen Seeleute seit Jahrhunderten berichten, hielten Wissenschaftler lange Zeit für Seemannsgarn, hält die konventionelle Physik doch selbst bei schwerstem Sturm Wellenhöhen von maximal 15 Metern für möglich. Folglich werden Schiffe so gebaut, dass sie 17 Meter hohen Wellen widerstehen.

Erst als moderne Wetterbojen und Satelliten die scheinbar unmöglich hohen Kaventsmänner tatsächlich registrierten, fanden Riesenwellen die Aufmerksamkeit der Forscher. Ihre Entstehung ist nur mit komplexen Gleichungen aus der Quantenmechanik erklärbar. Vereinfacht gesagt, treffen schnellere Wellen auf langsamere, "saugen" deren Energie ab und verstärken sich dabei. Daraus resultierende Wellen können über dreißig Meter hoch werden, senkrecht aus dem Wasser ragen und sich sogar gegen den normalen Seegang bewegen. Folgen mehrere solcher Ungetüme dicht aufeinander, spricht man von den Drei Schwestern. Bis heute sind viele Eigenschaften von Monsterwellen noch unerforscht - Schiffe, die ihnen begegnen, sollten sie leicht schräg ansteuern und auf das Beste hoffen.