Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zu den Themen

Erdbeben
Katastrophen

Infobox

Am eigenen Leib
Ein Erdbeben live durchleben kann, wer sich ins Northern Disaster Research Center in Tokio begibt: die von Erderschütterungen gebeutelte Stadt stellt damit eine Möglichkeit zur Verfügung, Erdbeben der Stärke zwei bis sieben auf der japanischen Skala zu simulieren. Die Show beginnt mit einem leichten Wackeln, steigert sich aber schnell bis zur Stärke des Kanto-Bebens von 1923. Wer vom Erdbebensimulator noch nicht erschüttert genug ist, kann in der so genannten Rauchkammer am eigenen Leib erfahren, wie man am besten einem Feuer entkommt.

Infobox

Ein Maß für Beben
Die Richter-Skala ist die wohl bekannteste Magnitudenskala, mit der Wissenschaftler die Stärke von Erdbeben angeben. Sie geht zurück auf den US-amerikanischen Seismologen Charles Francis Richter und seinen deutschen Kollegen Beno Gutenberg am California Institute of Technology in den USA. Der Wert eines Bebens auf der Richter-Skala leitet sich ab von der Höhe der maximalen Amplitude (Auslenkung), die das Beben auf einem Seismometer des Typs Wood-Anderson in hundert Kilometer Entfernung vom Epizentrum hinterlässt.

Um die ganze Bandbreite der Erdbebenstärken abzubilden, hat Charles Richter seine Skala mittels dekadischem Logarithmus gestaucht - das heißt, dass jeder Punkt mehr auf der Richter-Skala eine Verzehnfachung der Ausschläge am Seismographen bedeutet; ein Beben der Stärke 2 lässt die Erde also nicht doppelt so heftig erzittern wie eines der Stärke 1, sondern zehnmal so heftig; Stärke 3 ist wiederum zehnmal kraftvoller und so weiter.

Beben unter der Stärke von 3 sind für den Menschen generell jedoch kaum bemerkbar. Ab Stärke 4 bewegen sich Gegenstände sichtbar, Stärke 5 ruft an anfälligen Gebäuden bereits Schäden hervor. Ab Stärke 6 spricht man von starken Beben, ab Stärke 8 werden weite Gebiete zerstört. Ein Erdbeben 1960 im Pazifischen Ozean wurde später mit 9,5 auf der Richter-Skala bewertet - es war das stärkste jemals gemessene Erdbeben. Die Richter-Skala ist prinzipiell nach oben offen; Beben der Stärke 9,6 oder höher sind aber wegen der Beschaffenheit der Erdkruste fast ausgeschlossen.