Eine schwierige Reise
Nach den Regeln der Naturwissenschaften, obwohl nur selten wie geplant, verlief der Wettlauf zum Mond. Ganz und gar nicht selten verlief er vor allem nach den Gesetzen der Propaganda.Lange Zeit wussten wir Menschen sehr wenig über unseren nächsten Nachbarn. Gibt es dort Leben? Aus welchem Material besteht der Mond? Wie ist er entstanden? Um dies ein für allemal zu klären, machten sowjetische Forscher und Konstrukteure den ersten Schritt: Am 12. September 1959 landete die Mondsonde Luna 2 hart auf dem Erdtrabanten.
Kurze Zeit später folgte Luna 3 und erbrachte das erste Foto von der Rückseite des Mondes. Ein Wettlauf hatte begonnen, denn die USA, seit dem ersten Sputnik 1957 und Gagarins Flug im Jahr 1961 raumfahrtstrategisch im Hintertreffen, konnten die Herausforderung nicht unbeantwortet lassen.
Tote, abweisende Welt
John F. Kennedy gab das Mammutprojekt der Amerikaner bekannt: noch im gleichen Jahrzehnt mit einer bemannten Mondlandung den Vorsprung der Gegenseite einholen. Doch 1966 verbuchten die Russen einen weiteren Triumph: Luna 9 landete diesmal zielgenau und weich auf dem Mond. Die Bilder der Sonde zeigten eine tote, abweisende Welt. Für die Amerikaner war das ideales Anschauungsmaterial. Sie bauten im Hochland von Arizona ein Stück Mondlandschaft nach, um US-Astronauten für den späteren Einsatz zu trainieren. Diese Kulisse sollte viel später noch einmal eine Rolle spielen.
Hemmender Wettstreit
Einstweilen brachte Luna 10 wiederum Erfolg für die russische Raumfahrt: Es war die erste Sonde, die in eine Umlaufbahn um den Mond einschwenkte. Nun bestand für Amerika die "Gefahr", dass das nächste Sowjetraumschiff Kosmonauten an Bord haben würde. Die US-Raumfahrt entwickelte das Apollo-Programm. Intensiv arbeiteten Forscher an der Trägerrakete Saturn.
Inzwischen ließen sich die Russen nicht lumpen: Auch sie bastelten, parallel zum Luna-Programm, an Trägerraketen. Ein Wettstreit zwischen zwei Ingenieurbüros ließ die Entwicklung dort aber nur langsam voranschreiten: Chefkonstrukteur Sergej Koroljow entwarf die N-1, die mit Flüssigsauerstoff und Kerosin betrieben werden sollte.
Rund um den Mond
Doch verzögerte sich das Projekt, da Valentin Gluschko die Proton konstruierte, konzipiert für ein lagerfähiges Treibstoffgemisch aus Kerosin und Salpetersäure. Als man das Konzept Koroljows endlich genehmigte, stand die Saturn der Amerikaner schon vor ihrer Vollendung. Am 21. Dezember 1968 machte die US-Raumfahrt Ernst: Apollo 8 umrundete als erstes bemanntes Raumschiff den Mond. Die Amerikaner hatten nun mehr als gleichgezogen.
Schlechte Aussichten
Bereits Jahre zuvor hatte sich John F. Kennedy an Chruschtschow gewandt und den Vorschlag unterbreitet, gemeinsam zum Mond zu fliegen. Nach einigem Zögern willigte der sowjetische Staatschef ein. Doch kurze Zeit später fiel Kennedy einem Attentat zum Opfer, sein Nachfolger wiederholte die Einladung nicht. Da 1967 Sergej Koroljow, der talentierte Konstrukteur der N-1, gestorben war, sah es für die Russen schlecht aus. Im Juli 1969 gab es ein letztes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Russen und Amerikanern: Am 13. Juli startete Luna 15. Wenn schon aus dem bemannten Mondflug der Russen vorerst nichts wurde, dann sollten wenigstens die ersten Gesteinsproben in sowjetischen Labors landen.
Drei fliegen zum Mond
Drei Tage später zündeten die Triebwerke von Apollo 11. In der Kapsel saßen amerikanische Mondastronauten. Eine zerschellte Luna 15 und eine erfolgreiche Apollo 11, das war das Ergebnis. Es schrieb den Vorsprung der USA auf dem Weg zum Mond ein für allemal fest. Und es setzte eine enorme Publicity-Maschinerie in Gang.
Flattern ohne Wind
Genau dies war es wohl, was bald Legionen von Skeptikern auf den Plan rief: Hat der Mondflug US-amerikanischer Astronauten wirklich stattgefunden? Oder war die erwähnte Region im Hochland von Arizona, einst errichtet als Trainingsstätte, Schauplatz einer gigantischen Fälschung?
Seit den 1970er Jahren geistert die These vom "Mond-Bluff" durch die Medien: Wieso zeigen die Aufnahmen vom Mond keine Sterne? Warum bewegt sich die Fahne, welche die Astronauten in den Boden rammten? Auf dem Mond - bekanntlich ohne Atmosphäre - kann es schließlich keinen Wind geben.
Anhaltende Zweifel
Doch die NASA, der Hauptbeschuldigte in der Debatte, ist um Argumente nicht verlegen: Sterne seien auf den Mondaufnahmen nicht zu sehen, weil die Helligkeit der Mondoberfläche und der Raumanzüge alles überstrahle. Die Fahne flattere nun mal, weil die Astronauten sie mit kreisförmigen Bewegungen in den Boden getrieben hätten.
"Angenommen, die Mondlandung wäre tatsächlich ein Bluff gewesen - wie hätte man das in dem riesigen NASA-Apparat geheim halten können", meint der deutsche Journalist und Raumfahrtexperte Wolfram Knapp. "Spätestens die Russen hätten den Bluff erkannt und für sich genutzt." Ganz verstummen aber wollen die Zweifel bis in die Gegenwart nicht.
Bettina Ruhland (12.05.2003 / aktualisiert Björn Radermacher, 14.02.2007)
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