Friedrichs Blick
In Pommern verwurzelt war das Leben des Malers Caspar David Friedrich, der 1774 geboren wurde und später zu einem der bedeutendsten Maler der Romantik wurde.Wer nach Greifswald reist, erblickt aus der Ferne zuerst die weit über das Stadtzentrum ragenden Kirchtürme. Die Silhouette der kleinen Universitäts- und Hansestadt im Osten Vorpommerns hat sich in den letzen Jahrhunderten kaum verändert. Daher kann man Greifswald heute noch so betrachten, wie der wohl berühmteste Sohn der Stadt seinen Geburtsort einst gesehen und im Bilde festgehalten hat: Caspar David Friedrich.
Quistorps Einfluss
Der am 5. September 1774 als Sohn eines Kerzenmachers und Seifensieders geborene Künstler zählt zu den bedeutendsten Malern der deutschen Romantik. Bereits im Alter von 16 Jahren erhält er Unterricht vom Greifswalder Universitätszeichenlehrer Johann Gottfried Quistorp. Der begeistert ihn für die Schönheit der Natur in seiner heimatlichen Umgebung. Quistorps Einfluss soll prägend für Friedrichs Laufbahn sein.
Royale Bewunderer
Nach vierjähriger Studienzeit in Kopenhagen kehrt Friedrich nach Greifswald zurück. Schon im selben Jahr, 1798, zieht es den jungen Maler aber nach Dresden, damals Mittelpunkt der deutschen romantischen Bewegung. Bereits ein Jahr später stellt er seine Werke in einer Ausstellung der Dresdner Kunstakademie aus. Doch der Erfolg lässt auf sich warten. Erst nach einem gescheiterten Selbstmordversuch wird die Öffentlichkeit auf Friedrich aufmerksam. Bewunderer und Förderer findet er unter anderem in König Friedrich Wilhelm von Preußen, Johann Wolfgang von Goethe und dem späteren
Kreidefelsen auf Rügen: das Gemälde von Caspar David Friedrich gilt als eine Ikone der romantischen Malerei. (um 1818)
Intensive Naturerfahrung
Immer wieder reist Caspar David Friedrich in seine alte Heimat, besucht Greifswald und die Insel Rügen. Die intensive Naturerfahrung während seiner Wanderungen inspiriert sein Schaffen, was sich nicht nur in der Wahl der Motive ausdrückt - der Kreidefelsen auf Rügen zählt zu seinen bekanntesten Bildern -, sondern auch in seiner ganzen Auffassung von Kunst. "Ein Bild muss nicht erfunden, sondern empfunden sein", lautet Friedrichs Devise. Nie geht es ihm nur um den reinen Sinnesgenuss, um ein Abbild der Natur - seine Gemälde sind einfühlsame Stimmungsbilder mit einer philosophischen Komponente: die Natur als das Göttliche.
Ulrike Wolf (09.09.2005)
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Infobox
Nicht nur Caspar David Friedrich beeindruckten die Kreidefelsen auf Rügen: Heute kommen jedes Jahr rund dreihunderttausend Besucher in den Nationalpark Jasmund, um die weißen Giganten zu bestaunen.
Der wohl bekannteste Felsen in dem Gebiet, das Stubbenkammer heißt, ist der Königsstuhl - er erhebt sich 118 Meter über die Ostsee. Entstanden ist die Rügener Kreide vor mehr als siebzig Millionen Jahren aus Kalkschlamm und den Schalen fossiler Kleinstlebewesen.
Geologische Auffaltungen haben das Gestein im Laufe der Jahrmillionen nach oben gedrückt, Eiszeiten und Wettereinflüsse haben es geschliffen. Bis heute hat das poröse Material den Elementen wenig entgegen zu setzen.
Durch Erosion, also Verwitterung, gehen jedes Jahr etwa zwanzig Zentimeter Kreidefelsen verloren. Als Folge stürzen mitunter ganze Gesteinsformationen zusammen - so geschehen im Februar 2005 an den Wissower Klinken. Damals rutschten zwei bis zu zwanzig Meter hohe Zinnen ins Meer und rissen fünfzigtausend Kubikmeter Kreide mit sich.
Aufgrund der geologischen Bedingungen rund um die Kreidefelsen fühlen sich hier eine ganze Reihe von Tier- und Pflanzenarten sehr wohl: In den Buchenwäldern des Nationalparks Jasmund wachsen unter anderem Schwarzerle, Wildapfel und Wildbirne sowie die Orchideenart Frauenschuh.
Rund tausend Käferarten wuseln herum, an den klaren Bächen lässt sich manchmal der Eisvogel blicken, Mehlschwalbe und Kreideeule nisten in den Felsen. Sogar Wanderfalke und Seeadler sind am Jasmund heimisch.
Der wohl bekannteste Felsen in dem Gebiet, das Stubbenkammer heißt, ist der Königsstuhl - er erhebt sich 118 Meter über die Ostsee. Entstanden ist die Rügener Kreide vor mehr als siebzig Millionen Jahren aus Kalkschlamm und den Schalen fossiler Kleinstlebewesen.
Geologische Auffaltungen haben das Gestein im Laufe der Jahrmillionen nach oben gedrückt, Eiszeiten und Wettereinflüsse haben es geschliffen. Bis heute hat das poröse Material den Elementen wenig entgegen zu setzen.
Durch Erosion, also Verwitterung, gehen jedes Jahr etwa zwanzig Zentimeter Kreidefelsen verloren. Als Folge stürzen mitunter ganze Gesteinsformationen zusammen - so geschehen im Februar 2005 an den Wissower Klinken. Damals rutschten zwei bis zu zwanzig Meter hohe Zinnen ins Meer und rissen fünfzigtausend Kubikmeter Kreide mit sich.
Aufgrund der geologischen Bedingungen rund um die Kreidefelsen fühlen sich hier eine ganze Reihe von Tier- und Pflanzenarten sehr wohl: In den Buchenwäldern des Nationalparks Jasmund wachsen unter anderem Schwarzerle, Wildapfel und Wildbirne sowie die Orchideenart Frauenschuh.
Rund tausend Käferarten wuseln herum, an den klaren Bächen lässt sich manchmal der Eisvogel blicken, Mehlschwalbe und Kreideeule nisten in den Felsen. Sogar Wanderfalke und Seeadler sind am Jasmund heimisch.



