Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zum Thema

Ostsee

Infobox

Nicht nur Caspar David Friedrich beeindruckten die Kreidefelsen auf Rügen: Heute kommen jedes Jahr rund dreihunderttausend Besucher in den Nationalpark Jasmund, um die weißen Giganten zu bestaunen.

Der wohl bekannteste Felsen in dem Gebiet, das Stubbenkammer heißt, ist der Königsstuhl - er erhebt sich 118 Meter über die Ostsee. Entstanden ist die Rügener Kreide vor mehr als siebzig Millionen Jahren aus Kalkschlamm und den Schalen fossiler Kleinstlebewesen.

Geologische Auffaltungen haben das Gestein im Laufe der Jahrmillionen nach oben gedrückt, Eiszeiten und Wettereinflüsse haben es geschliffen. Bis heute hat das poröse Material den Elementen wenig entgegen zu setzen.

Durch Erosion, also Verwitterung, gehen jedes Jahr etwa zwanzig Zentimeter Kreidefelsen verloren. Als Folge stürzen mitunter ganze Gesteinsformationen zusammen - so geschehen im Februar 2005 an den Wissower Klinken. Damals rutschten zwei bis zu zwanzig Meter hohe Zinnen ins Meer und rissen fünfzigtausend Kubikmeter Kreide mit sich.

Aufgrund der geologischen Bedingungen rund um die Kreidefelsen fühlen sich hier eine ganze Reihe von Tier- und Pflanzenarten sehr wohl: In den Buchenwäldern des Nationalparks Jasmund wachsen unter anderem Schwarzerle, Wildapfel und Wildbirne sowie die Orchideenart Frauenschuh.

Rund tausend Käferarten wuseln herum, an den klaren Bächen lässt sich manchmal der Eisvogel blicken, Mehlschwalbe und Kreideeule nisten in den Felsen. Sogar Wanderfalke und Seeadler sind am Jasmund heimisch.