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Ozean

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Die Tiefsee ist der größte Lebensraum der Erde. 62,3 Prozent der Hülle des Blauen Planeten gehören dazu: alle Flächen, wo fester Boden mindestens fünfhundert Meter unter der Wasseroberfläche liegt.

Trotz Tiefseeforschung ist über die Verhältnisse dort relativ wenig bekannt. Erst als man Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Tiefseekabel legte, reifte die Idee, dass in der Tiefe Leben sein könnte. Heute vermuten Forscher mehr als zehn Millionen unentdeckte Arten.

Offenbar kommen die mit der fast vollständigen Finsternis und einem Druck von 100 bis 1.100 Atmosphären gut zurecht. Nicht nur Plankton gehört dazu, auch Seesterne, Seeanemonen und Krebse. Sogar Würmer und Fische überdauern im nur scheinbar lebensfeindlichen Biotop.

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Ungeheuer des Meeres, wie sie die frühen Seefahrer oft zu erblicken glaubten, gibt es so wohl nicht. Einzige Ausnahme sind die Meerjungfrauen. Kein geringerer als Christoph Kolumbus berichtet von ihnen, gibt sogar Ort und Zeit ihres Auftretens an: vor der Küste Haitis, im Jahr 1492.

Kolumbus bleibt sogar frei von dem sonst einschlägigen Verdacht: Er habe, getrieben von sexuellem Frust - begreiflich nach der langen Reise -, überall schöne Frauenkörper gesehen. Denn der als zuverlässig geltende Beobachter und Tagebuchautor beschreibt die von ihm erspähten Geschöpfe als männlich(!) von Ausdruck, hässlichen Gesichts, unförmigen und recht plumpen Körpers.

"Meerjungfrauen" mussten es dennoch sein. Was sonst? Erst moderne Forscher fanden heraus, was Kolumbus da wahrscheinlich gesehen hat: Exemplare von Seekühen nämlich - einer Tierart, die damals in Europa absolut unbekannt war.