So stellte sich der Buchillustrator F. Rowland den Rübezahl vor. (Zeichnung von 1904)
Der Unberechenbare
Es war ein sonniger Nachmittag im Jahre 1654. Bei diesem schönen Wetter begaben sich die Wanderer hinauf in die Wälder des Riesengebirges. Zwischen schroffen Felsen und bizarren Bäumen hatten sie nichts Besseres zu tun, als dem Rübezahl zu spotten. Sekunden später sahen sich die vornehmen Adligen, soeben noch unter wolkenfreiem Himmel, umgeben von Unwettern mit Hagelschauern. Sie hatten eines der wichtigsten Gebote im Riesengebirge gebrochen: Beleidige niemals den Waldgeist Rübezahl, denn sonst schickt er Blitz und Donner!Vom Gott zum Dämon
Wer war dieser Rübezahl, der den Menschen so zusetzte? Tobt er vielleicht noch heute? Bekannt ist der Geist unter vielen Namen: Riebe, Riebezal, Riebezangel. Mal war er Gott, mal Dämon, dann belächelter Gnomenfürst und angsteinjagender Berggeist, schließlich Mönch und Köhler. Erste Mythen über ihn stammen aus der Zeit der Heiden. Hier war er bekannt als Riebe, "der Rauhe", ein launischer Wettergott, der zu seinem Zeitvertreib das Wetter des Riesengebirges gestaltet. Manch einer sieht in ihm den germanischen Himmelsvater Wodan.
Mit gespaltenem Schweif
Christliche Missionare waren es, die ihn dann zur dämonischen Figur, mit Bocksbeinen, Hirschgeweih und gespaltenem Zal - einem Schwanz -, degradierten. Riebezal, in der Mundart des Riesengebirges Riebezangel, hat also ursprünglich nichts mit Rüben und Zählen gemein. Zweierlei Einflüsse, das aufkommende Christentum und die wirtschaftlich-technische Entwicklung, prägten und veränderten die Darstellung der jähzornigen, launischen Gestalt, die manchmal auch - ungezähmt und wild - andere zu Tode kitzelte, nur um einmal lachen zu können.
Störrisch und beugsam
Der Märchensammler Johann Karl August Musäus (1735 bis 1787) machte den Fürst der Gnome unsterblich. Für ihn war "Freund Rübezahl (...) geartet wie ein Kraftgenie, launisch, ungestüm, sonderbar; bengelhaft, roh, unbescheiden; stolz, eitel, wankelmütig, heute der wärmste Freund, morgen fremd und kalt; zuzeiten gutmütig, edel und empfindsam; aber mit sich selbst in stetem Widerspruch, albern und weise, schalkhaft und bieder, störrisch und beugsam."
Moralischer Rübezahl
Heimat des Rübezahl - das Riesengebirge.
Erst ein Gott, dann Dämon der Unterwelt, degradiert zum albernen Bergfex und Gnomenfürst, tief im Gebirge zu Hause, wandelte sich Rübezahl im Volksglauben zum Herrn der Berge mit moralischen Werten und mit fast menschlichen Zügen. In den Sagen finden sich aber auch viele Hinweise, wie sich die Landschaft wandelte. So wird erzählt, dass Rübezahl einst in oberirdische Gefilde zurückkehrte und die Gipfel verändert fand. Berghütten, die heute noch existierenden Bauden, Dörfer und Äcker waren an Stelle der unberührten Wälder entstanden.
Begegnungen mit dem Berggeist
Angetan vom Treiben des "Erdengewürms", mischte sich der Herr der Berge als Knecht Rips unter die Menschen und verdingte sich bei ihnen mit den verschiedensten Arbeiten. Aber die menschliche Natur brachte ihm nichts als Verleumdungen und Ärger; zuletzt wurde er als Gehilfe eines Richters, der das Recht beugte, wie er es brauchte, gar in den Kerker geworfen...
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Unterwegs im Riesengebirge
Der Nationalpark Riesengebirge (im Polnischen Karkonosze, tschechisch Krkonoše) bildet die natürliche Grenze zwischen Polen und Tschechien und ist ein Teilgebirge der Sudeten. Mit den über 1.600 Meter hohen Kammlagen weist das Gebirge einen stark subalpinen Charakter auf. In Mitteleuropa wird es nur noch von den Alpen und den Karpaten überragt. Mehrere Gipfel liegen oberhalb der natürlichen Waldgrenze, so auch der höchste Berg, die Schneekoppe mit 1.605 Metern.
Bei Špindlerùv Mlýn, auf einer Höhe von 1.384 Metern, entspringt die Elbe. Weitere bedeutende Flüsse sind Velka Úpa (Große Aupa) und Malá Úpa (Kleine Aupa), sowie die Jizerka (Kleine Iser). Sie stürzen oft über die Kanten der Höhenzüge und bilden Wasserfälle mit bis zu 250 Meter Höhe. Von besonderer Bedeutung ist die Vegetation im Riesengebirge. Hier konnten sich unter speziellen Bedingungen Pflanzen anders als beispielsweise in den Alpen oder der Tundra entwickeln. Dieser einmalige Artenreichtum ist vor allem in den Gletscherkaren wie Obøí dùl (Riesengrund), Labský dùl (Elbgrund) und Dùl Bílého Labe (Weißwassergrund) anzutreffen. Diese Orte werden auch Gärtchen genannt, von denen es im Riesengebirge etwa fünfzehn gibt.
Eine weitere Besonderheit stellen die zahlreichen Bauden dar. Ursprünglich waren dies meist von Viehhirten im Sommer bewohnte Gebäude in den höheren Lagen des Gebirges. Die Hütten sind bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Herbergen für zahlreiche Touristen. In den letzten Jahren wurde das Riesengebirge beliebtes Ausflugsziel auch für deutsche Wanderer und Wintersportler.
Der Nationalpark Riesengebirge (im Polnischen Karkonosze, tschechisch Krkonoše) bildet die natürliche Grenze zwischen Polen und Tschechien und ist ein Teilgebirge der Sudeten. Mit den über 1.600 Meter hohen Kammlagen weist das Gebirge einen stark subalpinen Charakter auf. In Mitteleuropa wird es nur noch von den Alpen und den Karpaten überragt. Mehrere Gipfel liegen oberhalb der natürlichen Waldgrenze, so auch der höchste Berg, die Schneekoppe mit 1.605 Metern.
Bei Špindlerùv Mlýn, auf einer Höhe von 1.384 Metern, entspringt die Elbe. Weitere bedeutende Flüsse sind Velka Úpa (Große Aupa) und Malá Úpa (Kleine Aupa), sowie die Jizerka (Kleine Iser). Sie stürzen oft über die Kanten der Höhenzüge und bilden Wasserfälle mit bis zu 250 Meter Höhe. Von besonderer Bedeutung ist die Vegetation im Riesengebirge. Hier konnten sich unter speziellen Bedingungen Pflanzen anders als beispielsweise in den Alpen oder der Tundra entwickeln. Dieser einmalige Artenreichtum ist vor allem in den Gletscherkaren wie Obøí dùl (Riesengrund), Labský dùl (Elbgrund) und Dùl Bílého Labe (Weißwassergrund) anzutreffen. Diese Orte werden auch Gärtchen genannt, von denen es im Riesengebirge etwa fünfzehn gibt.
Eine weitere Besonderheit stellen die zahlreichen Bauden dar. Ursprünglich waren dies meist von Viehhirten im Sommer bewohnte Gebäude in den höheren Lagen des Gebirges. Die Hütten sind bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Herbergen für zahlreiche Touristen. In den letzten Jahren wurde das Riesengebirge beliebtes Ausflugsziel auch für deutsche Wanderer und Wintersportler.



