Dicke Luft
Klassischer Smog, auch als Winter-Smog bekannt, ist seit Beginn des Industriezeitalters ein großes Problem. Weit häufiger kommt es zum so genannten Sommersmog. Mit ihm steigt unter anderem die Ozonbelastung.1904 entstand Claude Monets Bild vom Londoner Parlament: Nebel ist hier nichts Ungewöhnliches. Aber 1952 wurde aus dem harmlosen Naturphänomen ein Killer.
Hauptursache Auto
Schadstoffe gelangen auf vielen Wegen in die Atmosphäre. Eindeutig größter Erzeuger von Luftschadstoffen ist gegenwärtig jedoch der Autoverkehr. Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Asthma, Allergien und sogar Krebs werden dadurch begünstigt. Zwar sind die Konzentrationen einiger besonders gefährlicher Substanzen, etwa Bleiverbindungen und Schwefel, erfreulicherweise zurückgegangen. Doch andere Verunreinigungen sind vor allem in Ballungsräumen immer noch gesundheitsschädlich.
Benzol...
An erster Stelle steht das Benzol. Es steckt als Verunreinigung zu etwa zwei Prozent im Benzin und entsteht vorwiegend in Otto-Motoren während der Verbrennung. Das Gros der Benzolmenge fangen heute zwar Katalysatoren ab; doch die Reste wirken weiterhin als Krebsauslöser, schädigen das Immunsystem, führen zu Störungen der Blutbildung und haben auch negative Folgen für das Erbgut.
...und Stickoxide
Stickstoffoxide (NOx) können Atemwegserkrankungen und Allergien bewirken, fördern die Ozonbildung und sind am sauren Regen beteiligt. Rund die Hälfte aller Stickoxide stammt nach wie vor aus dem Straßenverkehr, trotz des Drei-Wege-Katalysators, der ihre Menge um 90 bis 95 Prozent verringern kann.
Seit 2005 gelten strenge EU-Grenzwerte für Dieselruß und andere Staubteilchen. Sogar zu Fahrverboten kann es bei Smog- Alarm kommen.
Smog im Winter und im Sommer
Jene Art von Smog, die auf Autoabgase zurückgeht, ist in der Fachwelt als Sommersmog oder Los-Angeles-Smog bekannt. Stickstoffoxide und Kohlenwasserstoffe zählen zu den konstituierenden Faktoren. Unter Sonneneinstrahlung bilden sich Photooxidantien, die Reizungen der Schleimhäute und Atemwege bewirken und die Vegetation schädigen.
Schwefeldioxid und Staub, Stickstoffoxide und Kohlenmonoxid kennzeichnen hingegen den London-Smog (oder Wintersmog). Er war wohl auch die erste bewusst wahrgenommene Art von Smog, woraus die Wortschöpfung resultiert: Smoke = Rauch (aus den zahlreichen Londoner Kaminen) und Fog = Nebel.
Risiko für Kinder
Heute sind Smogkatastrophen, wie 1930 im belgischen Maastal (Ursache waren dort vorwiegend Industrieabgase), in London 1952 oder im Ruhrgebiet 1962, mit erheblich ansteigender Sterblichkeit der betroffenen Bevölkerung nicht mehr zu erwarten. Verbesserte Techniken zur Luftreinhaltung bewahren uns davor. Risikogruppen, dazu zählen Kinder sowie ältere und kranke Menschen, sind jedoch nach wie vor unmittelbar gefährdet.
Allgemein gilt: Luftverunreinigungen werden dann bedrohlich, wenn sie in so genannten Inversionswetterlagen ihren Höhepunkt erreichen. Darunter versteht man Wetter-Situationen, bei denen der Austausch zwischen niedrigen und höheren Luftschichten fast zum Erliegen kommt.
Geeignete Schritte
Zum Schutz vor Katastrophen durch hohe Schadstoffkonzentrationen in der Atemluft wurden Smogverordnungen erlassen. In Deutschland ermächtigt das Bundes-Immissionsschutzgesetz die Bundesländer, den Anstieg von Schadstoffen bei "austauscharmen Wetterlagen" durch geeignete Schritte zu verhindern. Gemeint sind damit Verkehrsbeschränkungen und -verbote, wie auch die Abschaltung von Industrieanlagen.
Michael Schmittbetz (aktualisiert 16.02.2006)
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The Great Smog
Die Katastrophe von 1952 in London begann am 5. Dezember. Am Morgen war die Luft noch klar. Allmählich aber kühlte sie sich bis auf den Kondensationspunkt ab und erste Nebelschwaden entstanden. Am Abend verdichtete sich der Nebel, die Sichtweite ging auf wenige Meter zurück. Der Smog wurde so dicht, dass es fast unmöglich war, überhaupt etwas zu sehen.
Augenzeugen berichteten, dass der Smog - wenn sie die Arme ausstreckten - ihre Hände verbarg. Sogar in Gebäude drang der Nebel ein, Kino- und Theatervorführungen wurden abgesagt. Das öffentliche Leben in London stand still. Immer mehr Menschen klagten über Atemwegsprobleme. Wer sich nur kurz im Freien aufhielt, war bald mit Ruß bedeckt und wurde darauf von Hustenanfällen geschüttelt. Erst vier Tage später, am 9. Dezember 1952, verschwand der Smog.
Die Katastrophe von 1952 in London begann am 5. Dezember. Am Morgen war die Luft noch klar. Allmählich aber kühlte sie sich bis auf den Kondensationspunkt ab und erste Nebelschwaden entstanden. Am Abend verdichtete sich der Nebel, die Sichtweite ging auf wenige Meter zurück. Der Smog wurde so dicht, dass es fast unmöglich war, überhaupt etwas zu sehen.
Augenzeugen berichteten, dass der Smog - wenn sie die Arme ausstreckten - ihre Hände verbarg. Sogar in Gebäude drang der Nebel ein, Kino- und Theatervorführungen wurden abgesagt. Das öffentliche Leben in London stand still. Immer mehr Menschen klagten über Atemwegsprobleme. Wer sich nur kurz im Freien aufhielt, war bald mit Ruß bedeckt und wurde darauf von Hustenanfällen geschüttelt. Erst vier Tage später, am 9. Dezember 1952, verschwand der Smog.
Infobox
Der Begriff Inversion...
stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "Umkehrung". Während die Lufttemperatur bei normalen Wetterverhältnissen mit zunehmender Höhe fällt, nimmt sie bis zur Grenze zwischen kalter Bodenluft und warmer Höhenluft zu.
Sehr häufig geschieht dies bei herbstlichen und winterlichen Hochdrucklagen: weil der Himmel über Nacht unter Hochdruckeinfluss aufklart, kann die Wärme besser ausstrahlen und die bodennahe Luftschicht kühlt deshalb stark ab. In der am Boden lagernden schweren Kaltluft bilden sich häufig Nebel, darüber befindet sich dann leichtere Warmluft - die Inversionsschicht.
Der hohe Luftdruck verhindert den vertikalen Luftaustausch - mit der Folge, dass Schadstoffe und Abgase nicht mehr in höhere Luftschichten gelangen und sich unterhalb der Inversionsschicht anreichern, was zu gefährlicher Luftverschmutzung führt. Der niedrige Stand der Sonne und die damit fehlende Erwärmung in den Herbst- und Wintermonaten erschweren den Abbau der Inversion.
Und erst wenn der Luftdruck steigt und lebhafter Wind einsetzt, kommt die vertikale Luftströmung wieder in Gang. Die Inversionsschicht wird mit frischer Luft durchsetzt und der Abgasstau abgebaut.
stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "Umkehrung". Während die Lufttemperatur bei normalen Wetterverhältnissen mit zunehmender Höhe fällt, nimmt sie bis zur Grenze zwischen kalter Bodenluft und warmer Höhenluft zu.
Sehr häufig geschieht dies bei herbstlichen und winterlichen Hochdrucklagen: weil der Himmel über Nacht unter Hochdruckeinfluss aufklart, kann die Wärme besser ausstrahlen und die bodennahe Luftschicht kühlt deshalb stark ab. In der am Boden lagernden schweren Kaltluft bilden sich häufig Nebel, darüber befindet sich dann leichtere Warmluft - die Inversionsschicht.
Der hohe Luftdruck verhindert den vertikalen Luftaustausch - mit der Folge, dass Schadstoffe und Abgase nicht mehr in höhere Luftschichten gelangen und sich unterhalb der Inversionsschicht anreichern, was zu gefährlicher Luftverschmutzung führt. Der niedrige Stand der Sonne und die damit fehlende Erwärmung in den Herbst- und Wintermonaten erschweren den Abbau der Inversion.
Und erst wenn der Luftdruck steigt und lebhafter Wind einsetzt, kommt die vertikale Luftströmung wieder in Gang. Die Inversionsschicht wird mit frischer Luft durchsetzt und der Abgasstau abgebaut.



