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Ozean
Tiefsee

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Oasen des Lebens
Eine lebensfeindlichere Umgebung als die kalten und völlig lichtlosen Weiten der Weltmeere lässt sich kaum denken. Und doch gibt es Oasen des Lebens am Meeresgrund: Zum Beispiel dort, wo heißes, mineralhaltiges Wasser aus der Erdkruste tritt.

Schwarze oder weiße Raucher heißen solche Quellen, die durch Ausfällen der im Wasser enthaltenen Mineralien meterhohe Schlote bilden. Die Schwefelwasserstoffverbindungen und Salze, die sie ausspucken, versorgen Bakterien mit Energie - die Mikroorganismen wandeln Kohlendioxid in organische Verbindungen um. Auf dieser Grundlage bilden sich um schwarze und weiße Raucher herum ganze Ökosysteme mit Bartwürmern, Seesternen, Muscheln und Röhrenwürmern.

Eine weitere Nahrungsquelle für Tiefseetiere ist alles, was von oben kommt. Mariner Schnee heißt organisches Material, das von der Meeresoberfläche nach unten rieselt und Tiefseebewohner ernährt. Über Millionen Jahre hinweg hat sich aus toten Organismen eine Schicht Schlamm gebildet und über den Tiefseeboden gelegt. Dort leben in jeder Handvoll Matsch unzählige, nur millimetergroße Ruderfußkrebse, die wiederum Nahrung für andere Tiefseebewohner sind.

Großer, frischer "Schnee" bringt mitunter eigene Ökosysteme hervor. Auf Walkadavern etwa siedeln rund dreißig Arten, darunter rote Ringelwürmer, die sich von den Knochen der Meeresriesen ernähren. An die einhundert Jahre dauert es, bis die "Untermieter" den Wal verputzt haben.