Gefährlich ist auch der 2.911 Meter hohe Vulkan Merapi auf der indonesischen Insel Java. Er liegt in einem dicht besiedelten Gebiet.
Die Art des Ausbruchs entspricht dem typischen Bild eines explosiven Vulkanausbruchs, wie er sich überall auf der Welt ereignen kann. Er unterscheidet sich allerdings von den Vulkanen, bei denen das Magma viel zähflüssiger ist. Hier gibt es keine Explosionen. Die Lava fließt als stetiger und langanhaltender Strom ins Freie. Aber, wie gelangt das Magma nach außen?
Wie ein Ballon
Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass im oberen Erdmantel - in einer Tiefe von 100 bis 400 Kilometern - Temperaturen bis 1.200 Grad Celsius und mehr erreicht werden können. Solche Hitze genügt, Gestein schmelzen zu lassen. Das geschmolzene Gestein - das Magma - ist leichter als das umliegende Gestein und steigt dadurch nach oben. Das ist dann ungefähr einem Ballon vergleichbar, der aufzusteigen beginnt, wenn sein Füllgas eine geringere Dichte als Luft hat.
Bei explosiven Vulkanen spielt Wasser übrigens eine wichtige Rolle: Es gibt Gestein, zum Beispiel der ozeanischen Platte, das viele Wassermoleküle enthält. Beim Schmelzprozess wird es freigesetzt. Zusammen mit dem Magma drängt es in die Höhe. Wasserdampf hat eine enorme Ausdehnung. Ein Liter Wasser entspricht etwa 1.200 Litern Wasserdampf.
Ungeheurer Druck
Schließlich "klettert" das Magma durch Spalten und Hohlräumen ins Freie. Gelangt es nicht unmittelbar bis an die Erdoberfläche, kommt es zur Ausbildung von Magmenkammern in der Erdkruste. Gase, vor allem Wasserdampf, aber auch Kohlendioxid, Wasserstoff, Stickstoff und andere bauen einen ungeheuren Druck auf. Irgendwann wird die Decke aus festen Gesteinsmassen weggesprengt und die Schmelze schießt wie aus einer Sektflasche explosionsartig heraus. Je mehr Wasser im Spiel ist, umso gewaltiger ist die Explosion.
Goma im Jahr 2002 nach der Katastrophe: verzweifelte Menschen vor den Resten ihrer Häuser.
Die Folgen von Vulkanausbrüchen für den Menschen sind nicht nur durch natürliche Faktoren, sondern auch durch soziale und technische Gegebenheiten bestimmt: Existieren leistungsfähige Warnsysteme - die zum Beispiel vorhergehende Erdbeben sorgfältig registrieren -, lassen sich Todesopfer meist vermeiden. Hinzukommen müssen eine ausgebaute Infrastruktur und eine wirksame politische Administration, um Evakuierungen rechtzeitig in die Wege zu leiten.
Beim Ausbruch des Vulkans Nyiragongo nahe der kongolesischen Stadt Goma im Jahr 2002 war beides offenbar kaum vorhanden. Kein Wunder - in einem vom Bürgerkrieg erschütterten Land. Fast wie beim Untergang der minoischen Kultur greifen natürliche und politisch-soziale Bedingungen ineinander, wenn es um die Frage geht: Können Menschen mit Vulkanausbrüchen leben oder sind Opfer, Zerstörungen und Massenelend unvermeidlich?
Michael Schmittbetz (aktualisiert 16.03.2011)
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Arten von Vulkanausbrüchen
Die besonders gefährlichen explosiven Ausbrüche werden durch Überhitzung von Grund- und/oder Meerwasser über der Magmakammer ausgelöst. Schlagartig sprengen kubikkilometergroße Gesteinsmassen in die Luft. Dabei entsteht häufig ein charakteristisch geformter weiter Krater. Wird diese so genannte Caldera geflutet, bildet sich ein Kratersee.
Im Jahr 1883 ereignete sich auf der indonesischen Insel Krakatau ein verheerender explosiver Ausbruch. Folgen solcher Ausbrüche können Flutwellen und Tsunamis sein, die über Tausende von Kilometern wirken. Nicht weniger gefährlich sind Ausbrüche, bei denen sich heiße Glut- und Aschewolken mit großer Geschwindigkeit lawinenartig vorwärts bewegen und dabei alles mitreißen und unter sich begraben.
So wurden während der Ausbrüche des Vesuv im Jahr 79 n. Chr. und des Mt. Pelé auf der Insel Martinique im Jahr 1902 jeweils Tausende von Menschen innerhalb kürzester Zeit von so genannten pyroklastischen Strömen überrascht und getötet.
Ebenso mörderisch sind Lahare genannte Ströme aus Schlamm und Schutt, die bis zu fünf Meter hoch werden und sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu einhundert Stundenkilometer fortwälzen können.
Im Jahr 1883 ereignete sich auf der indonesischen Insel Krakatau ein verheerender explosiver Ausbruch. Folgen solcher Ausbrüche können Flutwellen und Tsunamis sein, die über Tausende von Kilometern wirken. Nicht weniger gefährlich sind Ausbrüche, bei denen sich heiße Glut- und Aschewolken mit großer Geschwindigkeit lawinenartig vorwärts bewegen und dabei alles mitreißen und unter sich begraben.
So wurden während der Ausbrüche des Vesuv im Jahr 79 n. Chr. und des Mt. Pelé auf der Insel Martinique im Jahr 1902 jeweils Tausende von Menschen innerhalb kürzester Zeit von so genannten pyroklastischen Strömen überrascht und getötet.
Ebenso mörderisch sind Lahare genannte Ströme aus Schlamm und Schutt, die bis zu fünf Meter hoch werden und sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu einhundert Stundenkilometer fortwälzen können.
Dagegen gelten effusive Ausbrüche, bei denen das Magma weniger stark mit Gasen durchsetzt und flüssiger ist, als nicht ganz so gefährlich. Vor allem Schildvulkane neigen zu solchen Ausbrüchen, die sich über einen langen Zeitraum hinziehen, wobei sich langsam ein sehr flach ansteigender Vulkankegel aufgebaut. Überall auf der Welt gibt es Vulkane dieses Typs, sogar hierzulande: Der Vogelsberg in Hessen ist der einzige Schildvulkan Deutschlands und zugleich der größte Europas.



