Heiter bis wolkig
Seit rund dreihundert Jahren schon erfassen Wissenschaftler Wetterdaten. Täglich treffen Millionen Daten aus aller Welt beim Deutschen Wetterdienst ein. Die Prognosen sind erstaunlich zuverlässig - für drei Tage.Evangelista Torricelli (1608 bis 1647), der Erfinder des Quecksilber-Barometers.
Tappen im Nebel
Früher waren Menschen dem Wetter sehr viel stärker ausgeliefert als wir. Wissen um herannahende Wetterlagen war daher schon immer erwünscht. Lange Zeit tappte man diesbezüglich aber eher im Nebel. Das Wetter wurde zwar beobachtet, die darauf basierenden Volksweisheiten und Bauernregeln schafften es jedoch nur selten zu allgemeiner Gültigkeit.
Am bekanntesten sind die Prognosen des Abtes Mauritius Knauer um die Mitte des 17. Jahrhunderts. Sein Hundertjähriger Kalender beruht allerdings auf eher unzutreffenden astrologischen Annahmen. Der Abt schien diesen Fehler zu ahnen, als er schrieb: "Trifft nicht alles auf ein Nägelein zu, so wird sich doch das meiste befinden."
Exakte Messinstrumente
Beinahe zur gleichen Zeit entdeckte der italienische Physiker Evangelista Torricelli den Luftdruck. Mit dem Barometer und dem von Galileo Galilei erfundenen Thermometer hatte man erstmals exakte Messinstrumente zur Hand, um das aktuelle Wetter zu erfassen. Obwohl damit die Grundlage für die moderne Meteorologie gelegt war, blieb es bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bei Einzelbeobachtungen. Systematische, aufeinander aufbauende Messreihen gibt es erst seit 1781. Die älteste Bergwetterstation der Welt steht auf dem Hohen Peißenberg in Oberbayern. Heute ist sie Observatorium des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
Seit 1820 informieren Wetterkarten über den Luftdruck: Grafik für den 10.12.1887 aus Meyers Konversationslexikon.
Daten per Telegraph
1820 verarbeitete der deutsche Physiker Heinrich Wilhelm Brandes als erster die Daten von Luftdruck und Windverhältnissen zu einer Wetterkarte, in die er Hoch- und Tiefdruckgebiete einzeichnete. Zwar begannen nun viele Staaten mit dem Bau von Wetterstationen, die dabei entstehenden Datenmengen aber ließen sich kaum übermitteln.
Von Prognosen waren die Forscher noch weit entfernt. Erst die Erfindung des Telegraphen im Jahr 1837 ermöglichte einen raschen Datenaustausch. Als Resultat erschien auf der Weltausstellung in London 1851 eine Wetterkarte für Europa, welche die Zahlen von 22 Wetterstationen kombinierte.
Antrieb durch Militär
In der Folgezeit trieb vor allem das Militär die Weiterentwicklung der Wetterkunde voran. 1854 überraschte während des Krimkrieges ein schwerer Sturm die vor der russischen Hafenstadt Sewastopol liegende alliierte Flotte. Für Frankreichs Kriegsminister Jean-Baptiste Vaillant war dies Anlass, um fortan täglich Wetterkarten erstellen zu lassen. In der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts erhoffte man sich von Flugwetterwarten besonders während des Zweiten Weltkriegs Aufschluss darüber, wann das Wetter für Luftangriffe am günstigsten sei.
Das Netz wird enger
Eine Vorhersage ist umso präziser, je weiträumiger Messdaten vorliegen. Mit dem Ziel, das Beobachtungsnetz weiter zu verdichten, ging 1950 die World Meteorological Organization (WMO) aus der bereits 1873 gegründeten International Meteorological Organization (IMO) hervor. Beinahe parallel zur Fachorganisation der Vereinten Nationen wurde das Zentralamt des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach am Main gegründet...
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Launischer April
"April, April, der macht was er will!" Sprichwörtlich ist das wechselhafte Aprilwetter geworden: Mal herrschen sommerliche Temperaturen und die Sonne strahlt vom Himmel, kurz darauf ist es winterlich kalt und aus Regen wird mancherorts sogar wieder Schnee.
Meteorologen haben für das Phänomen eine einfache Erklärung: die unterschiedliche Erwärmung der Luftmassen während der Umstellung des Wetters von Winter auf Sommer. Wenn im April das südliche Europa durch die höher stehende Sonne schon kräftig aufgeheizt wird, ist es im Norden des Kontinents noch winterlich kalt.
Die Richtung der Luftströmung beeinflusst die Bewegung der Luftmassen - mal fließt warme Luft nach Norden, mal kalte gen Süden. Natürlich passiert das nicht nur im April. Doch in dieser Zeit liegt über Mitteleuropa die so genannte Frontalzone. An der Grenze unterschiedlicher Luftmassen ziehen Tiefdruckgebiete entlang, die beim Vermischen von warmer und kalter Luft entstehen.
Stabile Wetterlagen sind aufgrund der Temperaturgegensätze selten, immer wieder wechseln sich kräftige Schauer, Wind und sonnige Abschnitte ab. Im Verlauf des Frühlings verlagert sich die Frontalzone mit der höher steigenden Sonne in den Norden. Ende April haben sich die Temperaturunterschiede ausgeglichen, das Wetter wird beständiger und meist auch freundlicher. Bis dahin aber sollte man nicht ohne Regenschirm aus dem Haus gehen.
Meteorologen haben für das Phänomen eine einfache Erklärung: die unterschiedliche Erwärmung der Luftmassen während der Umstellung des Wetters von Winter auf Sommer. Wenn im April das südliche Europa durch die höher stehende Sonne schon kräftig aufgeheizt wird, ist es im Norden des Kontinents noch winterlich kalt.
Die Richtung der Luftströmung beeinflusst die Bewegung der Luftmassen - mal fließt warme Luft nach Norden, mal kalte gen Süden. Natürlich passiert das nicht nur im April. Doch in dieser Zeit liegt über Mitteleuropa die so genannte Frontalzone. An der Grenze unterschiedlicher Luftmassen ziehen Tiefdruckgebiete entlang, die beim Vermischen von warmer und kalter Luft entstehen.
Stabile Wetterlagen sind aufgrund der Temperaturgegensätze selten, immer wieder wechseln sich kräftige Schauer, Wind und sonnige Abschnitte ab. Im Verlauf des Frühlings verlagert sich die Frontalzone mit der höher steigenden Sonne in den Norden. Ende April haben sich die Temperaturunterschiede ausgeglichen, das Wetter wird beständiger und meist auch freundlicher. Bis dahin aber sollte man nicht ohne Regenschirm aus dem Haus gehen.
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Wetterfrösche
Wenn wir das Wort "Wetterfrösche" hören, denken wir in erster Linie an Meteorologen. Ursprünglich aber bezeichnete der seit den 1870er Jahren gebräuchliche Begriff in kleinen Einmachgläsern gehaltene Laubfrösche, die, so der Glaube, je nach Verhalten, das Wetter für die kommenden Tage prognostizierten: Kletterte das Tier auf einer im Glas stehenden Leiter nach oben, so war das Anzeichen für schönes Wetter. Blieb der Frosch auf dem Glasboden, deutete das auf eher schlechtes Wetter hin.
Tatsächlich aber gibt es keinen Zusammenhang von Froschverhalten und künftigem Wettergeschehen. Der Klettertrieb lässt einzig auf ein hungriges Tier schließen: In freier Natur finden die Frösche bei nass-kaltem Wetter genügend Insekten auf dem Boden. Bei gutem Wetter setzen sich Fliegen und Mücken aber auf Blätter und Sträucher. Der Frosch kommt nur an seine Beute, wenn er sich in luftigere Höhen begibt.
Ein Laubfrosch nimmt Feuchtigkeitsschwankungen wahr - im Glas jedoch nicht. Eine Wettervorhersage kann man aus seinem Verhalten also nicht ableiten.
Wenn wir das Wort "Wetterfrösche" hören, denken wir in erster Linie an Meteorologen. Ursprünglich aber bezeichnete der seit den 1870er Jahren gebräuchliche Begriff in kleinen Einmachgläsern gehaltene Laubfrösche, die, so der Glaube, je nach Verhalten, das Wetter für die kommenden Tage prognostizierten: Kletterte das Tier auf einer im Glas stehenden Leiter nach oben, so war das Anzeichen für schönes Wetter. Blieb der Frosch auf dem Glasboden, deutete das auf eher schlechtes Wetter hin.
Tatsächlich aber gibt es keinen Zusammenhang von Froschverhalten und künftigem Wettergeschehen. Der Klettertrieb lässt einzig auf ein hungriges Tier schließen: In freier Natur finden die Frösche bei nass-kaltem Wetter genügend Insekten auf dem Boden. Bei gutem Wetter setzen sich Fliegen und Mücken aber auf Blätter und Sträucher. Der Frosch kommt nur an seine Beute, wenn er sich in luftigere Höhen begibt.
Ein Laubfrosch nimmt Feuchtigkeitsschwankungen wahr - im Glas jedoch nicht. Eine Wettervorhersage kann man aus seinem Verhalten also nicht ableiten.




