Hin zum Schlaf
Nicht nur die Tierwelt fühlt im Winter die Müdigkeit in sich aufsteigen. Auch der Mensch ist über die langen Wintermonate schlapp und antriebslos. Sein gesamtes Wesen strebt in dieser Zeit zum Bette.Was dem Tier vergönnt ist, hat die Evolution konsequent aus dem jahreszeitlichen Rhythmus des Menschen verbannt. Wie sähe eine Welt denn aus, in der im Winter die Menschen ihrem Arbeitsplatz den Rücken kehrten, sich in ihre Behausungen zurückzögen und dort in Tiefschlaf versänken? Doch auch von uns fordert die Natur in der kalten Jahreszeit ihren schläfrigen Tribut.
Schwermütig und niedergeschlagen
Weniger unternehmungslustig ist der Mensch in den Wintermonaten, schwermütig und niedergeschlagen quält sich die Krone der Schöpfung in dieser Zeit zum Arbeitsplatz, ins Warenhaus, in den Fitnessclub. Gähnend bahnt er sich seinen Weg zum Kaffeeautomaten oder Süßigkeitenvorrat, den einzigen Trostspendern in dieser unwirtlich anmutenden Zeit.
Heimtückisches Hormon
Verantwortlich für die winterliche Katerstimmung sind mangelndes Tageslicht und das Schlafhormon Melatonin. Das Mittelchen wird hauptsächlich nachts von der Zirbeldrüse im Gehirn freigesetzt. Die Zirbeldrüse ist eng mit dem Sehnerv des Auges verbunden und reagiert sofort, wenn es draußen duster wird. Das heimtückische Hormon bremst dann die Aktivität des Körpers und macht müde. Da es im Winter länger dunkel ist, produziert das Gehirn mehr des ermattenden Wirkstoffes. Bei manchen Menschen führt das sogar zur Winterdepression.
Evolution sagt nein
Täte der Mensch nun gut daran, Winterschlaf zu halten? Ist im Winter der Schlaf der eigentliche Grundzustand des Menschen; sind Arbeit und Freitzeitaktivitäten nur belangloses Vorgeplänkel des eigentlich bedeutsamen Teils des Tages - der Phase der Regeneration? Die Evolution zumindest hält den winterlichen Müßiggang für entbehrlich; als vernunftbegabtem Wesen ist es dem Menschen ja auch möglich, sich während des Winters auf vielfältige Weise zu erwärmen.
Kathleen Niebl (aktualisiert 07.03.2008)
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Der Winterschlaf von Eichhörnchen ähnelt der Krankheit Alzheimer. Das haben Forscher und Neurowissenschaftler der Universität Leipzig herausgefunden: demnach sorgt die Veränderung von zwei Proteinen im Gehirn für eine "Quasi-Stilllegung" wichtiger Funktionen, beispielsweise des Orientierungssinns. Beim Eichhörnchen wird dieser Zustand innerhalb einiger Tage nach dem Aufwachen wieder umgekehrt. Ziel der Forscher ist es nun, zu klären, warum ein eigentlich normales zelluläres Programm beim Menschen krankhaft wird.



