Gott des Windes
Er entsteht über dem Atlantik aus dem Zusammenspiel von Temperaturen, Luftdruck und Wind, lädt sich mit Energie in Form von Wasserdampf auf und bedroht die Küsten. Kein Sturm entwickelt solche Kräfte wie der Hurrikan.Der Mensch hat die Elemente zu einem gewissem Grade nutzbar gemacht: Er bevölkert die Erde und bezieht aus ihr Rohstoffe und Nahrung; er befährt die Ozeane, begradigt Flussläufe und bewässert riesige Anbauflächen; er kocht mit dem Feuer und verwendet es zur Stromerzeugung. Einzig der Wind, das Kind des Himmels, entzieht sich beinahe jeder Kontrolle. Schmerzhaft erinnern daran schreckliche Wirbelstürme, die jedes Jahr über Atlantik, Karibik und Ostpazifik ziehen und eine Spur der Verwüstung hinterlassen: die Hurrikane.
Luft aus allen Richtungen
Hurrikane entstehen in Gebieten, in denen das Meer Temperaturen von mindestens 27 Grad Celsius aufweist. Hier verdunstet Wasser in großen Mengen: Es steigt nach oben und verdichtet sich in der immer kälteren Luft zu Gewitterwolken. Auf dem Wasser entsteht gleichzeitig ein Unterdruck - Luft aus der Umgebung strömt aus allen Richtungen nach. Die Luftmassen, wiedererwärmt und voller Wasserdampf, steigen in einer Art Schlauch oder Kamin nach oben. Daraus wird später das "Auge" des Hurrikans. Die Erdrotation, bei genügendem Abstand zum Äquator, bewirkt dann eine Krümmung der Wolkenbewegung - ein Wirbel entsteht. Auf der nördlichen Halbkugel dreht er sich gegen den Uhrzeiger, südlich des Äquators mit ihm.
Wie groß darf's sein?
Solch ein tropischer Wirbelsturm kann bis zu einem Durchmesser von Hunderten von Kilometern wachsen und Flächen von mehreren Tausend Quadratkilometern überdecken. Mitunter bewegt er sich wochenlang mit Geschwindigkeiten von 15 bis 30 Stundenkilometern fort, bis ihm der Treibstoff ausgeht: das warme Wasser. Zum Hurrikan wird ein solcher Sturm, wenn er Windgeschwindigkeiten von mehr als 118 Stundenkilometern aufweist - ab 178 Stundenkilometern gilt er als major hurricane. Im Atlantik wüten pro Jahr durchschnittlich neun tropische Stürme; fünf von ihnen entwickeln sich zu Hurrikanen.
Impressionen aus dem Auge von Hurrikan Betsy: Tief liegende Wolken bedecken im Vordergrund das Meer und im Hintergrund ragt die eyewall meilenweit auf.
Jeder Laie kann einen Hurrikan auf dem Satellitenbild anhand des charakteristischen Wirbels erkennen. Das "Auge" ist ein weiteres typisches Merkmal - es bezeichnet das Zentrum des Wirbels, die Verhältnisse dort sind völlig anders als um es herum: Hier weht höchstens ein laues Lüftchen, der Himmel leuchtet strahlend blau und von donnerndem Regen keine Spur.
Befindet man sich im Auge des Sturmes am Boden, so blickt man in allen Richtungen auf riesige weiße Wolkenwände. Aber Vorsicht: in diesen hoch reichenden Quellwolken (der eyewall) herrschen die höchsten Windgeschwindigkeiten des Hurrikans! Hält man also fälschlicherweise das Auge für das Ende des Hurrikans, wie es früher oft der Fall war, steht eine böse Überraschung bevor, sobald es vorbei gezogen ist.
Da ist was im Anmarsch
Viele Gefahren gehen von einem Hurrikan aus. Nähert er sich dem Land, so treibt er meterhohe Wellen vor sich her. Das Resultat sind überflutete, verwüstete Küstenregionen. Nach dem Auftreffen des Sturmes auf Land schwächt er sich ab, da die Wasserverdunstung als Treibstoff wegfällt. Bevor ihm die Puste ausgeht, kann er aber noch Dächer abreißen, Häuser und Bäume zusammenfalten und herumliegende Trümmer in gefährliche Wurfgeschosse verwandeln...
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Hurrikan, Zyklon, Taifun
Andere Regionen der Weltmeere sind ebenfalls Heimat tropischer Wirbelstürme, die jedoch nicht den Namen Hurrikan führen: Vor Indien werden sie Zyklone genannt; rund um Australien heißen sie tropische Zyklone; im Westpazifik treten Taifune auf.
Dort war 1979 übrigens auch der aktuelle Rekordhalter an Größe und Stärke unter den Wirbelstürmen weltweit anzutreffen: Taifun Tip wies Windgeschwindigkeiten bis zu 305 Kilometer pro Stunde auf und protzte mit einem Durchmesser von 2.220 Kilometern. Die meisten Menschenopfer forderte jedoch ein Zyklon in Bangladesch: 1970 verursachte er die Überflutung eines Flussdeltas, wobei etwa 300.000 Menschen umkamen.
Andere Regionen der Weltmeere sind ebenfalls Heimat tropischer Wirbelstürme, die jedoch nicht den Namen Hurrikan führen: Vor Indien werden sie Zyklone genannt; rund um Australien heißen sie tropische Zyklone; im Westpazifik treten Taifune auf.
Dort war 1979 übrigens auch der aktuelle Rekordhalter an Größe und Stärke unter den Wirbelstürmen weltweit anzutreffen: Taifun Tip wies Windgeschwindigkeiten bis zu 305 Kilometer pro Stunde auf und protzte mit einem Durchmesser von 2.220 Kilometern. Die meisten Menschenopfer forderte jedoch ein Zyklon in Bangladesch: 1970 verursachte er die Überflutung eines Flussdeltas, wobei etwa 300.000 Menschen umkamen.



