In der Klimaküche
Die Folgen des Klimawandels: sintflutartige Regenfälle, Hochwasser, Dürre. Bringt er uns auch stärkere Stürme und damit größere Verwüstungen? Die Antwort weiß nicht allein der Wind.Die Häufigkeit starker Hurrikane im Atlantik hat seit 1995 deutlich zugenommen - von durchschnittlich vier pro Jahr auf acht; die Jahre 2004 und 2005 brachten zusammen 22 hervor. Für die Herausbildung eines Hurrikans sind klimatische Bedingungen wie Luftdruck, Wassertemperatur, Windrichtungen wichtig; in einem komplizierten Prozess wirken diese Faktoren zusammen.
Nachgeforscht
Wissenschaftler fragen: Haben sich eben jene klimatischen Bedingungen verändert, und liegt darin die Ursache für zunehmende Hurrikan-Aktivitäten? Die meisten Forscher beantworten diese Frage mit ja. Kontroverser wird das daran anschließende Problem diskutiert: Sind solche Veränderungen Folgen des vom Menschen hervor gerufenen Klimawandels? Müssen wir bei fortschreitender globaler Erwärmung mit stärkeren Wirbelstürmen und größeren Schäden rechnen?
Klimawandel bringt mehr Hurrikane
Kerry Emanuel, Klimaforscher am renommierten Massachusetts Institute of Technology, erklärt die steigende Hurrikan-Häufigkeit im Atlantik folgendermaßen: Vom Menschen verursachte Treibhausgase bewirkten einen Anstieg der Wassertemperaturen; Hurrikane kämen somit einfacher an ihren Treibstoff und könnten größere Energien entwickeln.
Das habe Folgen nicht nur für ihre Häufigkeit sondern auch für ihre Intensität und Lebensdauer: Laut Kerry wüteten die Stürme heutzutage im Durchschnitt anderthalbmal so lang wie in den 1960er Jahren. Vorerst allerdings scheint kein Grund zur Sorge zu bestehen: Kerrys Thesen über die Einflüsse der globalen Erwärmung auf Hurrikane sind rein theoretischer Natur; Nachweise dafür wird es frühestens in ein paar Jahrzehnten geben.
Atlantische Wärmephasen
Analytiker des National Hurricane Center der US-Regierung führen die erhöhte Hurrikan-Aktivität ebenfalls auf höhere Wassertemperaturen zurück. Jedoch haben sie eine andere Erklärung für die Temperaturzunahme im Atlantik: Sie gehen von warmen und kühlen Phasen des Ozeans aus, die alle zwanzig bis vierzig Jahre wechseln. Eine aktuelle Warmphase sei für die Zunahme von Hurrikanen seit 1995 verantwortlich.
Solche Temperaturschwankungen könnten bis zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zurückverfolgt werden, und das Auftreten von Hurrikanen korreliere mit ihnen: Tatsächlich habe es 25 bis 35 Jahre andauernde Perioden besonders starker Hurrikan-Aktivitäten in der ersten Hälfte und am Ende des 19. Jahrhunderts sowie von 1926 bis 1960 gegeben - jeweils gefolgt von eher ruhigen Jahrzehnten.
Phänomen Vince
Eine weitere Frage beschäftigt die Forscher: Wenn die Wassertemperaturen weltweit steigen, bedeutet das auch, dass sich das Gebiet vergrößert, auf dem Hurrikane entstehen? Muss man künftig in Regionen, die bisher nicht von Wirbelstürmen betroffen waren, mit ihnen rechnen? Anlass dazu gab 2005 ein subtropischer Sturm namens Vince...
Seite
1
| 2
Dieser Artikel gehört zu den Themen
| Wirbelsturm | ![]() |
| Unwetter | ![]() |
Infobox
Hurrikane...
entstehen in Gebieten, in denen das Meer Temperaturen von mindestens 27 Grad Celsius aufweist. Hier verdunstet Wasser in großen Mengen: Es steigt nach oben und verdichtet sich in der immer kälteren Luft zu Gewitterwolken. Auf der Wasseroberfläche entsteht gleichzeitig ein Unterdruck - Luft aus der Umgebung strömt aus allen Richtungen nach.
Die Luftmassen, wiedererwärmt und voller Wasserdampf, steigen in einer Art Schlauch oder Kamin nach oben. Daraus wird später das "Auge" des Hurrikans. Die Erdrotation, bei genügendem Abstand zum Äquator, bewirkt dann eine Krümmung der Wolkenbewegung - ein Wirbel entsteht. Auf der nördlichen Halbkugel dreht er sich gegen den Uhrzeiger, südlich des Äquators mit ihm.
Solch ein tropischer Wirbelsturm kann bis zu einem Durchmesser von Hunderten von Kilometern wachsen und Flächen von mehreren Tausend Quadratkilometern überdecken. Mitunter bewegt er sich wochenlang mit Geschwindigkeiten von 15 bis 30 Stundenkilometern fort, bis ihm sein Treibstoff ausgeht: das warme Wasser.
Zum Hurrikan wird ein solcher Sturm, wenn er eine Windgeschwindigkeit von mehr als 118 Stundenkilometern aufweist - ab 178 Stundenkilometern gilt er als major hurricane. Im Atlantik wüten pro Jahr durchschnittlich neun tropische Stürme; fünf von ihnen entwickeln sich zu Hurrikanen.
entstehen in Gebieten, in denen das Meer Temperaturen von mindestens 27 Grad Celsius aufweist. Hier verdunstet Wasser in großen Mengen: Es steigt nach oben und verdichtet sich in der immer kälteren Luft zu Gewitterwolken. Auf der Wasseroberfläche entsteht gleichzeitig ein Unterdruck - Luft aus der Umgebung strömt aus allen Richtungen nach.
Die Luftmassen, wiedererwärmt und voller Wasserdampf, steigen in einer Art Schlauch oder Kamin nach oben. Daraus wird später das "Auge" des Hurrikans. Die Erdrotation, bei genügendem Abstand zum Äquator, bewirkt dann eine Krümmung der Wolkenbewegung - ein Wirbel entsteht. Auf der nördlichen Halbkugel dreht er sich gegen den Uhrzeiger, südlich des Äquators mit ihm.
Solch ein tropischer Wirbelsturm kann bis zu einem Durchmesser von Hunderten von Kilometern wachsen und Flächen von mehreren Tausend Quadratkilometern überdecken. Mitunter bewegt er sich wochenlang mit Geschwindigkeiten von 15 bis 30 Stundenkilometern fort, bis ihm sein Treibstoff ausgeht: das warme Wasser.
Zum Hurrikan wird ein solcher Sturm, wenn er eine Windgeschwindigkeit von mehr als 118 Stundenkilometern aufweist - ab 178 Stundenkilometern gilt er als major hurricane. Im Atlantik wüten pro Jahr durchschnittlich neun tropische Stürme; fünf von ihnen entwickeln sich zu Hurrikanen.





