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Das Wort Aufklärung hatte in der deutschen Sprache einst einen guten Klang. Der Philosoph Immanuel Kant (1724 - 1804) sah das Ziel des Aufklärungsprozesses im Ausgang des Menschen aus dem "Zustand selbst verschuldeter Unmündigkeit". Den Weg zur Mündigkeit fasste Kant in den Satz: "Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" Kurz: Es ging um Autonomie, um Selbstbestimmtheit im Denken wie auch im Handeln. Kein Wort der deutschen Sprache wurde in der Folge so pervertiert wie dieses.

Goebbels´ "Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda" enthielt schon die Umkehrung des Gedankens, im Sinne von Techniken der Massenmanipulation. Ähnlich verhält es sich mit dem über die Militärsprache vermittelten Gebrauch des Begriffs im Geheimdienstjargon: "Aufklären" ist hier schlicht gleichgesetzt mit Ausspionieren. Jemanden "aufzuklären" bedeutet, Autoritäten Informationen an die Hand zu geben, um sein Verhalten zu steuern.

Unabhängig vom ideologischen Zweck ist dafür kein Mittel zu schade: Erpressung, Vertrauensbruch, Spielen mit menschlichen Schwächen, Missbrauch von Freundschaft und Loyalität, sogar von Liebe.