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Rosen
Blumen

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Die Sprache der Blumen
Anfang des 18. Jahrhunderts reiste Lady Mary Wortley Montagu mit ihrem Gatten in diplomatischer Mission gen Osten. In ihren 1763 veröffentlichten Briefen aus dem Orient berichtete sie von der Kommunikation per Blüten in orientalischen Harems - und löste damit eine neue Mode in Europa aus. Bis ins kleinste Detail wurde die Sprache der Blumen nun verfeinert.

Jede Blumensorte, jede Schleifenbindung am Strauß, ob hängende Blüten oder aufrecht stehende - alles erhielt eine Bedeutung. Trug die Herzensdame die übersandte Blume im Haar, war es das Aus. Trug sie die Antwort am Busen, hieß das Ja. Chrysanthemen bedeuteten, dass das Herz noch frei war. Bei einer Dahlie war die junge Frau bereits vergeben. Ein Krokus forderte Bedenkzeit. Schickte er ihr eine Iris, wollte er um sie kämpfen.

Bei einer Lavendelblüte war er sich sicher, dass er sein Ziel erreichen würde. Und die Sonnenblume fragte, ob ihr Stolz gar nicht zu brechen sei. Schickte er Tulpen, zog er sich enttäuscht von ihr zurück. Gab die Herzensdame ihm mit einer weißen Nelke zu verstehen, dass sie noch zu haben sei, konnte man bereits ein Rendezvous vereinbaren. Verwelkende Rosen zeigten dabei die erste Stunde an, Vanilleblüten die zweite.

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Tulpenmanie...
nennt man die erste gut dokumentierte Spekulationsblase: Sie platzte am 7. Februar 1637 in den Niederlanden und riss tausende Menschen in den Ruin. Tulpen, ursprünglich im Raum der heutigen Türkei beheimatet, gelangten erstmals 1560 mit Händlern nach Europa. Ende des 16. Jahrhunderts kam die Blume auch nach Holland – und fand hier betuchte Liebhaber, welche die orientalische Neuheit für ihre Gärten oder als Accessoire für Ballabende kaufen wollten.

Schnell überstieg die Nachfrage nach Tulpen das Angebot, die Preise schossen in die Höhe. Züchter verkauften Tulpen bereits als Zwiebeln in der Erde. Um ihr späteres Aussehen zu zeigen, ließen Händler handgemalte Blumenkataloge anfertigen: die Niederlande wurden zum Anziehungspunkt für hunderte Maler aus ganz Europa. Nicht selten wechselten Tulpenzwiebeln mehrmals am Tag ihren Besitzer – auf dem Papier. Die wertvollsten Züchtungen kosteten schließlich bis zu 10.000 Gulden. Zum Vergleich: Ein Handwerksmeister verdiente 250 Gulden im Jahr.

Die Tulpenspekulationen nahmen noch zu, als Händler Optionsscheine auf Anteile von Blumenzwiebeln anboten. Im Februar 1637 folgte schließlich der Kollaps: Tausende Händler wollten verkaufen, doch niemand konnte länger die verlangten Preise zahlen. Händler, die untereinander nicht mit Geld sondern mit Optionen und Krediten gehandelt hatten, blieben auf ihrem fiktivem Vermögen und echten Schulden sitzen. Die Erholung vom Crash sollte Jahrzehnte dauern.