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Atomwaffen
Radioaktivität

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Skrupel ohne Effekt
Der deutsche Feind war im Mai 1945 geschlagen, eine atomare Bedrohung ging von ihm niemals aus. Mit dem Beweis des Letzteren begann die Moral der Forscher im Manhattan-Projekt brüchig zu werden.

Sollte man die Arbeit beenden? Tatsächlich zog sich nicht ein einziger Wissenschaftler aus dem Projekt zurück. Allerdings gab es Einwände und Sorgen, festgehalten in Denkschriften, die meist auf dem "Dienstweg" versackten.

So forderte etwa der Franck-Report vom 11. Juni 1945 zwar nicht den Verzicht, aber er riet dringend, die langfristigen Folgen nuklearer Waffen zu analysieren. Leo Szilard, gebürtiger Ungar mit deutschem Universitätsabschluss, warnte vor Konflikten mit Russland und nannte die Atombombe "ein Mittel zur unbarmherzigen Zerstörung von Städten".

Typisch war der Weg der Oak-Ridge-Petition vom 13. Juli 1945: General Groves ließ das Dokument als geheim klassifizieren. So blieb es im Safe. Typisch war auch die Haltung des führend am Projekt beteiligten Enrico Fermi: "Lasst mich in Ruhe mit euren Gewissensbissen, das ist doch so schöne Physik!"
Video:  Atomwaffensperrvertrag  
Video:  Atomwaffensperrvertrag













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Arsenal des Schreckens
Die meisten Atommächte halten sich bedeckt, was den Umfang ihrer nuklearen Bewaffnung angeht. Darum gibt es zur Menge der Atomwaffen weltweit lediglich Schätzungen: Die Stiftung Carnegie Endowment for International Peace bezifferte 2009 die Gesamtzahl nuklearer Gefechtsköpfe auf etwa 25.275; die Federation of American Scientists (FSA) zählte mehr als 23.000.

Eine Vorstellung über deren globale Verteilung gibt folgende Übersicht der FSA:
Russland: 12.000 (davon 4.650 einsatzfähig)
USA: 9.400 (davon 2.636 einsatzfähig)
Frankreich: 300 (davon etwa 300 einsatzfähig)
China: 240 (davon etwa 180 einsatzfähig)
Vereinigtes Königreich: 185 (davon weniger als 160 einsatzfähig)
Israel: 80
Pakistan: 70-90
Indien: 60-80
Nordkorea: <10

Für fast zweitausend russische und US-amerikanische Gefechtsköpfe gilt höchste Alarmbereitschaft - das heißt, sie können kurzfristig eingesetzt werden.