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Auswanderer

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Ellis Island
Für viele war sie die Insel der Hoffnung, für manche auch eine Insel der Tränen: Ellis Island, ein lediglich einen Viertelquadratkilometer kleines Stück Land im Hudson River vor den Toren New Yorks. Ab 1892 unterhielten die US-Behörden auf dem Eiland eine zentrale Sammelstelle für Immigranten, um der stetig wachsenden Ströme Einwanderungswilliger Herr zu werden.

In Scharen kamen Menschen per Schiff aus der ganzen Welt. Nach der oft strapaziösen und anstrengenden Überfahrt entschieden ein zweiminütiges Gespräch und eine oberflächliche medizinische Untersuchung darüber, wer in die USA einreisen durfte und wer nicht: Draußen bleiben mussten Analphabeten, Kranke, geistig Gestörte, politisch Radikale, Verbrecher, Vorbestrafte, Prostituierte.

Bei schlechtem Wetter, wenn kaum Schiffe ankamen, dauerte die Prozedur oft nur wenige Stunden. Über Tage zog sie sich hin, wenn Boote im Stundentakt die Insel erreichten, sich Eingangshalle, Krankenflügel und Schlafsäle mit zehntausenden Menschen füllten. Allein im Jahr 1907 passierte mehr als eine Million Menschen Ellis Island; über die Jahrzehnte waren es insgesamt zwölf Millionen. Für etwa zwei Prozent von ihnen bedeutete Ellis Island das Ende der Einwandererträume, sie wurden zurück in die Heimat geschickt.

Nachdem 1924 strengere Einwanderungsbestimmungen in Kraft getreten waren, ging die Zahl der Immigranten deutlich zurück; 1954 wurde die Einrichtung auf Ellis Island geschlossen. Seit 1965 verwaltet der National Park Service das Gelände und machte es nach aufwändigen Sanierungen im Jahr 1990 als Einwanderungsmuseum der Öffentlichkeit zugänglich.

Es gibt wohl kaum einen Ort, zu dem so viele US-Amerikaner eine persönliche Verbindung haben: Schätzungen zufolge haben vierzig Prozent von ihnen mindestens einen Vorfahren, der über Ellis Island ins Land gekommen ist.