Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zum Thema

Blutkreislauf

Infobox

Der Blutkreislauf des Menschen und aller gleichwarmen Wirbeltiere teilt sich in den kleinen, den Lungenkreislauf, und den großen, den Körperkreislauf. Beide Kreisläufe sind über das Herz in Reihe geschaltet, sodass das gesamte Blut immer auch durch den Lungenkreislauf fließen muss.

Die rechte Herzkammer pumpt das Blut über die Lungenarterien in die Lungenflügel. Dort erfolgt der Gasaustausch: Das Blut gibt Kohlendioxid (CO2) ab und nimmt Sauerstoff (O2) auf. Das sauerstoffreiche Blut fließt anschließend über die Venen in den linken Vorhof des Herzens zurück - der Körperkreislauf beginnt.

Vom linken Vorhof gelangt das Blut in die linke Kammer und schließlich in die Aorta, die Hauptschlagader des Herzens. Von dort leiten es die Aorta und alle weiteren Arterien in den Körper. Die kleinen Arterien, auch Arteriolen genannt, transportieren das Blut in die verschiedenen Bereiche des Körpers.

Hier gibt das Blut Sauerstoff und Nährstoffe an die Organe ab und nimmt gleichzeitig Abfallstoffe auf. Diese Abfallprodukte transportiert das Blut weiter in die Filter- und Ausscheidungsorgane, wie Niere, Darm und Leber. Das sauerstoffarme Blut gelangt nun über die Kapillaren zu den Venen in den rechten Vorhof und der Kreislauf beginnt von neuem.

Infobox

Das menschliche Herz ist eine faustgroße, leistungsstarke Pumpe, die das Blut durch den Körper treibt. Es schlägt sechzig bis achtzig Mal in der Minute. Dabei zieht sich der Herzmuskel zusammen und entspannt sich wieder. Etwa fünf Liter Blut pumpt das Herz im Minutentakt durch den ganzen Körper. Täglich zirkulieren also fünf Liter Blut etwa tausendfünfhundert Mal: Insgesamt ergibt dies ungefähr siebentausend Liter!

Infobox

Erst Ende des 17. Jahrhunderts löste der italienische Anatom Marcellus Malpighi (1628 bis 1694) ein Rätsel des Blutkreislaufs, das Harvey noch offen gelassen hatte: Wie kommt das Blut aus den Arterien in die Venen? Mittels der neuen Technik des Mikroskopierens entdeckte Malpighi, dass Kapillaren Arterien und Venen verbinden. Kapillaren, auch Haargefäße genannt, sind die kleinsten Blutgefäße und für das bloße Auge unsichtbar.

Infobox

Neben dem Herzinfarkt ist der Schlaganfall eine der bekanntesten Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit tödlichem Ausgang. Rund 250.000 Deutsche erleiden jährlich einen Schlaganfall. Die meisten Betroffenen sind älter als 65 Jahre. 85 Prozent aller Anfälle entstehen, weil sich Blutgefäße im Gehirn verschließen.

Die häufigste Ursache dafür: Arteriosklerose, im Volksmund die Arterienverkalkung - eine Systemerkrankung der Schlagadern. Bei Arteriosklerose lagern sich Blutfette, Thromben, Bindegewebe und in geringen Mengen Kalk an den Gefäßwänden ab. Aber auch Blutgerinnsel aus anderen Teilen des Kreislaufs können ins Hirn wandern, dort stecken bleiben und ein Gefäß verschließen. Typische Symptome für einen Schlaganfall: plötzlich einsetzende einseitige Lähmung, Sprach- und Sehstörungen, heftige Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.