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Buchenwald

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Jorge Semprún,...
spanischer Kommunist aus großbürgerlicher Familie und in der französischen Résistance aktiv, kam 1943 ins KZ Buchenwald. Die KP-Führung im Lager verschaffte dem damals zwanzigjährigen und perfekt deutsch sprechenden Funktionär einen Posten in der "Arbeitsstatistik".

Damit saß Semprún als Privilegierter dicht an den Schalthebeln der offiziellen kommunistischen Häftlingsselbstverwaltung, aber auch des illegalen Internationalen Lagerkomitees ILK. 1980 erschien Semprúns Roman Was für ein schöner Sonntag!, in dem der nunmehrige "Renegat" einen Sonntag im KZ Buchenwald schildert, verbracht an der Seite vor allem kommunistischer Kameraden.

Günstlingswirtschaft und Privilegien machten den Sonntag eben "schön", so weit das unter Lagerbedingungen möglich war. Lesern des mittlerweile prominenten Romanciers sagte also weder die ab 1992 zugängliche "Geheimakte" grundsätzlich Neues, noch, bei allen informativen Details, das Buch des Jenaer Historikers Lutz Niethammer über die "roten Kapos von Buchenwald".

Augenzeugenberichte zur Lagerhierarchie und zu ihren Auswirkungen gibt es übrigens bereits in Eugen Kogons Werk Der SS-Staat, das ab 1946 in diversen Auflagen veröffentlicht wurde.

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Das Bordell in Buchenwald...
entstand 1942 auf Weisung des Reichsführers SS Heinrich Himmler. "Arische" Häftlinge sollten dort, gegen den Preis von einer Reichsmark, auf ihre Kosten kommen. Praktisch standen die bis zu zehn "diensttuenden" Prostituierten, ebenfalls Gefangene, fast ausschließlich den privilegierten Funktionshäftlingen im Lager zur Verfügung.

Zu den in der "Geheimakte" festgehaltenen Vorwürfen gegen Ernst Busse gehört auch, dass er sich eine Prostituierte in seinem Dienstraum gehalten habe, welcher ihm als Kapo des Krankenbaus zugewiesen war. Später ist nur noch von "Geschenken" die Rede.