Ehre, Freiheit, Vaterland
Eine der ersten Burschenschaften war die Teutonia in Jena, gegründet 1815. LexiTV interviewte Stefan Gruner, Geschichtsstudent und seit 2004 dabei.Unser Gesprächspartner Stefan Gruhner ist Geschichtsstudent - und seit 2004 bei der Teutonia. (Bild: Stefan Gruhner)
Stefan Gruhner: Ganz einfach, es gibt ja auch keine gemischten Fußballmannschaften. Das soll nichts Ausgrenzendes sein, sondern etwas Integrierendes für jene, die dabei sind. Wir sagen ja nicht: Frauen dürfen hier nicht herkommen. Sie dürfen nur kein Mitglied werden.
LexiTV: Wer darf denn zu ihnen gehören?
Stefan Gruhner: Alle, die in Jena, Weimar oder Erfurt studieren. Und von denen im Prinzip jeder, der im christlich-abendländischen Kulturkreis verwurzelt ist. Das könnte man damit begründen, dass wir gewisse Vorstellungen teilen, die in andere Kulturkreise von der Identität her nicht passen. Auch das soll nichts Ausgrenzendes sein, sondern der Versuch, eine gemeinsame Identität und gemeinsame Werte zu wahren. Die würden wir aufweichen, wenn wir Menschen aus allen anderen Kulturkreisen hinzunehmen würden.
LexiTV: Apropos Werte: Burschenschaften gelten als konservativ - und als elitär. Zum ersten Punkt: Sind Sie im Althergebrachten stecken geblieben?
Stefan Gruhner: Die Bewahrung studentischer Traditionen ist etwas Althergebrachtes, aber das muss ja nichts Schlechtes sein. Konservativ zu sein, ist durchaus modern. Modern in dem Sinn, dass wir Traditionen nicht einfach über Bord werfen, nur weil gerade etwas in oder out ist. Klare Wertvorstellungen geben inhaltlichen Halt und das hat Zukunft.
Eine reine Männerrunde: Was bedeuten Traditionen heute für Burschenschafter? (Bild: Aktive der Friso-Luneburgia, um 1850)
Stefan Gruhner: Wir erwarten, dass sich unsere Mitglieder gesellschaftlich einbringen statt ein Schmalspurstudium zu machen - und gute Studienleistungen: Am Anfang und Ende eines Semesters muss jeder sagen, was er für Scheine gemacht hat. Aber wir sind auch da, wenn es mal nicht so gut läuft...
LexiTV: Gehören eventuell auch Mitgliedsbeiträge zum Eingeforderten?
Stefan Gruhner: Nein, Mitgliedsbeiträge gibt es bei uns nicht.
LexiTV: Und wie finanziert sich die Teutonia?
Stefan Gruhner: Die ungefähr 130 Alten Herren (siehe Kasten) zahlen Jahresbeiträge. Wer ein höheres Einkommen hat, gibt mehr, andere weniger. Die Aktiven, insgesamt vielleicht dreißig, steuern Mieteinnahmen bei.
LexiTV: Das ist aber eine überschaubare Zahl. Hat die Teutonia Nachwuchsprobleme?
Stefan Gruhner: Vor zwanzig, dreißig Jahren waren es mehr Aktive, aber da war es auch noch normal, in einer Verbindung zu sein. Heute ist das die Ausnahme. Viele haben Berührungsängste. Da gibt es ja die berühmten Vorurteile: frauenfeindlich, rechtsradikal und so weiter. Das ist ein Hauptproblem...
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Jede Burschenschaft...
gliedert sich in Füxe, Burschen und Alte Herren. Füxe sind Mitglieder auf Probe. In der Fuxenzeit prüfen Füxe und Burschen, ob sie zueinander passen. Bevor Füxe Bursche werden, müssen sie eine Prüfung über ihr Wissen zum studentischen Brauchtum und zur eigenen Verbindung ablegen. Danach sind sie vollwertiges Mitglied bis zum Lebensende.
Die Gesamtheit aktiver Studenten nennt man Activitas. Alte Herren sind ehemalige Studenten, die bereits im Berufsleben stehen und ein eigenes Einkommen haben. Aktive und Alte Herren kommen regelmäßig bei Treffen zusammen.
gliedert sich in Füxe, Burschen und Alte Herren. Füxe sind Mitglieder auf Probe. In der Fuxenzeit prüfen Füxe und Burschen, ob sie zueinander passen. Bevor Füxe Bursche werden, müssen sie eine Prüfung über ihr Wissen zum studentischen Brauchtum und zur eigenen Verbindung ablegen. Danach sind sie vollwertiges Mitglied bis zum Lebensende.
Die Gesamtheit aktiver Studenten nennt man Activitas. Alte Herren sind ehemalige Studenten, die bereits im Berufsleben stehen und ein eigenes Einkommen haben. Aktive und Alte Herren kommen regelmäßig bei Treffen zusammen.



