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FDJ

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Agitation und Propaganda
Das so genannte FDJ-Studienjahr fiel in diese Kategorie, ein lästiger Pflichtlehrgang, honoriert mit dem Abzeichen für Gutes Wissen. Agitation und Propaganda trieb auch das "Organ des Zentralrats der FDJ", die Junge Welt, als auflagenstärkste Tageszeitung der DDR. Nicht zuletzt hatte die FDJ Einfluss auf das Jugendfernsehen.

Darüber hinaus qualifizierte sich kulturelle Aktivität als Agitation und Propaganda: "Singebewegung", mit dem Festival des Politischen Liedes, Oktoberklub, Rock für den Frieden. Zuallererst aber sollte die Indoktrination im Alltag, also "an der Basis" greifen.

Agitation und Propaganda wurden üblicherweise zusammengefasst in dem Kunstwort Agitprop. Warum aber gab es überhaupt zwei Begriffe für diesen einheitlichen und zentral geregelten Vorgang? Antwort: Unter Agitation verstand man die Mobilisierung von Massen, etwas durch Aufrufe und dergleichen, während Propaganda die "Aufklärung" über Kernthesen der sozialistischen Staatsideologie meinte.

Haupt- oder nebenamtliche "Sekretäre für Agitation und Propaganda" - die maskuline Form fand übrigens auch für weibliche Funktionsträger Anwendung - entfalteten ihre Aktivität auf allen Ebenen der FDJ-Hierarchie. Übte der Sekretär seine Funktion im Nebenamt aus, stellte man ihn von seiner beruflichen Tätigkeit anlassgebunden frei.

Klar, dass nicht immer die professionell angesehensten Personen in den Genuss solcher Freistellungen kamen: Arbeitskollektive in DDR-Betrieben neigten dazu, jeweils einen einzelnen Mitarbeiter möglichst viele zeitraubende Funktionen (nicht nur der FDJ) "sammeln" zu lassen. Im inoffiziellen Jargon hieß so ein Mitarbeiter, der für die eigentliche Arbeitsaufgabe wertlos geworden war, "Schwarzer Husar".

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"Berufsjugendliche" in der FDJ
So begann die Karriere einer beachtlichen Anzahl später prominenter SED-Funktionäre: Erich Honecker, Egon Krenz, der "Wende"-Politiker Wolfgang Berghofer - um nur einige bekanntere Namen zu nennen. Das konnte relativ weit unten anfangen, in einer der FDJ-Kreisleitungen. Gewiss war der eher niedrige Status des Sekretärs einer Kreisleitung keine Aufstiegsgarantie: Viele Jungkader scheiterten, verloren das Interesse, oder wurden wegen "Fehlverhaltens" geschasst.

Die Zahl der FDJ-Kreisleitungen, mit jeweils vier bis sieben Sekretären, entsprach der Anzahl der Kreise in der DDR, hinzu kamen Kreisleitungen in besonderen Betrieben, Institutionen und in Ministerien. Über den Kreisleitungen standen die Bezirksleitungen der FDJ, diesen übergeordnet war der Zentralrat mit 120 bis 140 "Wahl"-Mitgliedern. Zum Funktionärsapparat allein des Zentralrats gehörten noch einmal ungefähr 400 hauptamtliche Mitarbeiter.

Die Gesamtzahl der hauptamtlichen FDJ-Funktionäre ist unbekannt. Ebenso unbekannt, und kaum zu erfassen, ist die Zahl der Arbeitsstunden, die für nebenamtliche Tätigkeiten draufgingen. DDR-Soziologen sprachen hinter vorgehaltener Hand vom "fliegenden Scheunentor": ein gewaltiges, unproduktives Gewicht, das eben zu schwer ist, um wirklich "fliegen" zu können.