Mit Hakengurt und Helm
Technik ist wichtig. Doch weitaus wichtiger sind die Menschen, die sich zum Beispiel in Ortsfeuerwehren engagieren. Über deren Arbeit sprach unsere Autorin mit freiwilligen Helfern in Thüringen.Seit 1999 sitzt die Freiwillige Feuerwehr der Thüringer Gemeinde Posterstein im neuen Feuerwehrhaus. (Bild: P. Nienhold)
"Dem anderen helfen und den Ort schützen", waren die Motive der Freiwilligen für den Beitritt. Das gilt noch heute. Dreißig Feuerwehrleute schützen in der aktiven Wehr die Bevölkerung vor Bränden oder leisten bei Unfällen und Notfällen Erste Hilfe. Wehrleiter a.D. Horst Schneider, seit 55 Jahren in der FFW, Vereinsvorsitzender Horst Gutzeit und Schriftführer Bernd Nienhold sprachen mit Lexi-Online über gefährliche Einsätze und geselliges Vereinsleben.
LexiTV: Wie ist die Freiwillige Feuerwehr Posterstein aufgebaut?
Gutzeit: Zu ihr gehören die aktive Wehr, die Jugendfeuerwehr sowie eine Alters- und Ehrenabteilung mit rund 65 Mitgliedern. 45 davon sind auch im Feuerwehrverein, der für rechtliche Belange und das gesellige Leben zuständig ist. Er trägt sich durch Mitgliedsbeiträge, Sponsorengelder und Einnahmen aus Veranstaltungen. Träger der FFW ist die Gemeinde, die nach dem Thüringer Brand- und Katastrophenschutz-Gesetz dazu verpflichtet ist, eine Wehr bestimmter Größe aufzustellen. Gesetzliches Oberhaupt ist der Bürgermeister. Die Gemeinde stellt auch das Feuerwehrgebäude mit Schulungsräumen und Einsatzküche für die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder zur Verfügung.
Schneider: Die aktive Wehr hat einen Wehrleiter und einen Stellvertreter. Der Gruppenführer koordiniert im Einsatz sieben Leute: zwei Mann Angriffstrupp, zwei Mann Schlauchtrupp, zwei Mann Wassertrupp und einen Maschinisten.
Nienhold: Wer in welcher Funktion, außer der des Gruppenführers, in den Einsatz zieht, wird nach dem Alarm festgelegt. Anders als bei der Berufsfeuerwehr sind ja nicht immer alle Einsatzkräfte verfügbar. Bei der FFW kommt es vielmehr darauf an, verschiedene Funktionen übernehmen zu können. Das muss natürlich immer wieder trainiert werden.
LexiTV: Über welchen Fuhrpark verfügt die FFW?
Schneider: Dazu gehören ein Kleinlöschfahrzeug mit großem Schlauchanhänger und ein paar hundert Metern Schlauch sowie ein B1000 mit fahrbarer Schlauchrolle. Im Gegensatz zur Nachbargemeinde besitzt Posterstein keinen Wasserwagen, sondern holt sein Wasser, je nach Verfügbarkeit, aus Gewässern oder vom Hydranten.
LexiTV: Wie oft finden denn Trainings- und Fortbildungen statt?
Schneider: Einmal monatlich, wobei im Winter die Theorie gepaukt wird und im Sommer Übungen gemacht werden. Einmal im Monat tauschen sich die Wehrleiter der lokalen Feuerwehren über Neuerungen aus. Es gibt auch Wettbewerbe gegen andere Wehren, wo getestet wird, wer der schnellste beim Löschangriff ist.
Nienhold: Außerdem gibt es Lehrgänge in der Thüringer Feuerwehrschule in Bad Köstritz. Diese sind dann speziell für Geräteträger, Maschinisten oder den Jugendfeuerwehrwart. Besonders wichtig sind auch Atemschutzübungen. Heute darf man ja zum Beispiel nur noch mit Maske und Druckluftatmer in ein brennendes Haus, wegen der vielen Chemikalien, zum Beispiel im Mobiliar.
LexiTV: Was gehört zur Ausrüstung eines Feuerwehrmannes?
Nienhold: Neben dem feuerfesten Schutzanzug und Stiefeln führt er Handschuhe, einen Hakengurt sowie Helm mit Nackenschutz und Visier mit sich. Auf dem Feuerwehrwagen befinden sich außerdem Sauerstoffgerät und Druckluftatmer. Für den geselligen Teil gibt es eine extra Ausgehuniform...
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Gott zur Ehr', dem nächsten zur Wehr
So lautete das Motto der Feuerwehren. Nach dem Thüringer Brand- und Katastrophenschutzgesetz sind die Gemeinden für den Brandschutz und die Allgemeine Hilfe zuständig. Freiwillige Feuerwehren rekrutieren ihre Mitglieder aus der Bevölkerung. Sie werden zumeist zum Löschen von Bränden oder zur Unfallhilfe gerufen.
So war es auch in der Nacht zum 15. August 2003. Die FFW Niederpöllnitz und Frießnitz rückt wegen eines Schwelbrandes in einem Getreidesilo im Thüringer Landkreis Greiz aus. Andere Wehren sind bereits seit einem Tag mit der Entfernung des überhitzten Getreides und dem Abdecken von Brandnestern beschäftigt.
Eine Stunde nach Mitternacht passiert die Katastrophe: Eine Staubexplosion bringt zwei Etagen des Silos zum Einsturz. Fünf Feuerwehrleute werden verschüttet. Drei können schwer verletzt geborgen werden. Für einen 22-jährigen Feuerwehrmann und einen 52-jährigen Ortsbrandmeister kommt jede Hilfe zu spät. "Wir werden ihr Andenken stets in Ehren bewahren", sagte Thüringers Innenminister Andreas Trautvetter nach dem Unglück.
So lautete das Motto der Feuerwehren. Nach dem Thüringer Brand- und Katastrophenschutzgesetz sind die Gemeinden für den Brandschutz und die Allgemeine Hilfe zuständig. Freiwillige Feuerwehren rekrutieren ihre Mitglieder aus der Bevölkerung. Sie werden zumeist zum Löschen von Bränden oder zur Unfallhilfe gerufen.
So war es auch in der Nacht zum 15. August 2003. Die FFW Niederpöllnitz und Frießnitz rückt wegen eines Schwelbrandes in einem Getreidesilo im Thüringer Landkreis Greiz aus. Andere Wehren sind bereits seit einem Tag mit der Entfernung des überhitzten Getreides und dem Abdecken von Brandnestern beschäftigt.
Eine Stunde nach Mitternacht passiert die Katastrophe: Eine Staubexplosion bringt zwei Etagen des Silos zum Einsturz. Fünf Feuerwehrleute werden verschüttet. Drei können schwer verletzt geborgen werden. Für einen 22-jährigen Feuerwehrmann und einen 52-jährigen Ortsbrandmeister kommt jede Hilfe zu spät. "Wir werden ihr Andenken stets in Ehren bewahren", sagte Thüringers Innenminister Andreas Trautvetter nach dem Unglück.



