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Schlesien

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Zentrum gegen Vertreibungen
Seit Jahren steht die Errichtung eines Dokumentationszentrums zu den Vertreibungen im Europa des Zwanzigsten Jahrhunderts in der Diskussion. 2000 wurde die Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen gegründet. Sie hat das Ziel, eine solche Gedenkstätte in Berlin zu schaffen.

Doch diese Idee stieß vor allem in Polen und Tschechien auf Ablehnung, da man dort befürchtet, ein solches Projekt könnte Geschichte relativieren. Als Alternative gründete die damalige rot-grüne Regierung 2005 zusammen mit Polen, Ungarn und der Slowakei ein Europäisches Netzwerk Erinnerung und Solidarität, das der gemeinsamen Erforschung und Erinnerung an die Vertriebenengeschichte im Zwanzigsten Jahrhundert dienen sollte.

Nach der Bundestagswahl einigten sich Union - die sich von Anfang an für ein Vertriebenenzentrum in Berlin ausgesprochen hatte - und SPD auf einen Kompromiss: Im "Geiste der Versöhnung" wolle man in Berlin ein sichtbares Zeichen setzen, um in Verbindung mit dem Europäischen Netzwerk Erinnerung und Solidarität über die bisher beteiligten Länder Polen, Ungarn und Slowakei hinaus an das Unrecht von Vertreibungen zu erinnern und Vertreibung für immer zu ächten.

Unter Federführung von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) wurde daraufhin ein Konzept für die Gedenkstätte ausgearbeitet. Die Ausstellungs- und Dokumentationsstätte zur Erinnerung und zum Gedenken an Flucht und Vertreibung soll im Deutschlandhaus am Anhalter Bahnhof in Berlin entstehen. Auf etwa dreitausend Quadratmetern wird die Dauerausstellung vor allem über die rund 14 Millionen deutschen Vertriebenen, aber auch über das Schicksal von Flüchtlingen anderer Nationen informieren.

Mit der Gründung der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung wurden im Dezember 2008 die rechtlichen Grundlagen geschaffen. Nach Beilegung des Streits um die Nominierung der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach, für einen Sitz im Stiftungsrat, erhöht sich die Zahl der Ratsmitglieder von bisher 13 auf 21.

Neben den künftig sechs BdV-Mitgliedern gehören dem Stiftungsrat Vertreter des Bundestags, der Regierung, der evangelischen und der katholischen Kirchen, des Zentralrats der Juden sowie die Präsidenten der Stiftungen Deutsches Historisches Museum sowie Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland an.