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Operation Blau
Strategische Fehlurteile führten zur Niederlage des deutschen Heeres bei Stalingrad: Trotz erheblicher Bedenken im Oberkommando des Heeres (OKH) ging Hitler im Sommer und Herbst 1942 davon aus, dass der sowjetische Gegner seine personellen Reserven weitgehend aufgebraucht habe. Ein Irrtum!

Trotz Verlusten von rund vier Millionen Mann standen den deutschen Truppen noch fast 16 Millionen Sowjetbürger im waffenfähigen Alter gegenüber. Die Rüstungsindustrie hinter dem Ural arbeitete auf vollen Touren.

Basierend auf seiner Fehleinschätzung befahl Hitler, Stalingrad und den Kaukasus gleichzeitig anzugreifen. Einerseits ging es ihm um Prestigegewinn und um das Abschneiden der Wolga bei Stalingrad als Transportweg, anderseits war die Besetzung der kaukasischen Ölfelder für die langfristige Perspektive des Krieges unabdingbar.

Die Heeresgruppe Süd wurde aufgespalten in die Heeresgruppen A, Richtung Kaukasus, und B. Wegen Kräfteverschiebungen verfügte die Heeresgruppe B, deren Aufgabe die Einnahme von Stalingrad war, letztlich nur noch über die 6. Armee als Angriffspotenzial.

Im entscheidenden Stadium dieser so genannten Operation Blau trat also ein seit langem bekanntes und beim Vorgehen der Wehrmacht in Russland absehbares Phänomen auf: strategische Überdehnung der Fronten.

Der 6. Armee gelang es im Zusammenwirken mit der 4. Panzerarmee Stalingrad zu 90 Prozent zu besetzen. Im anhaltenden Häuserkampf lag nun die mächtigste Offensivkraft der Wehrmacht an exponierter Stelle fest und fiel für bewegliche Operationen aus.

Dieser schwere taktische Fehler erlaubte es der sowjetischen Seite, über Wochen hinweg Angriffstruppen an den Flanken der 6. Armee zu sammeln. Dort standen fast ausschließlich rumänische und italienische Divisionen. Während der Operation Uranus überrannten die sowjetischen Angriffstruppen die schwachen Verteidiger. Deutsche Reserven, um die Angriffe zu stoppen, gab es zunächst kaum.

Innerhalb von fünf Tagen war der Ring um die deutschen Truppen in und bei Stalingrad geschlossen. Eingekesselt war allerdings nicht die gesamte 6. Armee, sondern ungefähr zwei Drittel ihres Gesamtbestandes von ungefähr 300.000 Mann. Weiterhin in den Kessel gerieten Teile der 4. Panzerarmee und rumänische Regimenter.

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Bund deutscher Offiziere
Auf Veranlassung des NKWD gründeten 95 deutsche Kriegsgefangene am 11. und 12. September 1953 im Lager Lunowo bei Moskau den Bund deutscher Offiziere (BDO). Ihr politisches Motiv war die Hoffnung, nach der absehbaren militärischen Niederlage zur Erhaltung des Deutschen Reiches beitragen zu können.

Das Mittel sollte die Kooperation mit der Sowjetunion sein. Der BDO wurde kurz nach der Gründung mit dem bereits bestehenden Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) zusammengeschlossen, dem auch Soldaten und Zivilisten angehörten.

Mitglieder des BDO riefen mit Flugblättern, Radiosendungen und per Lautsprecher deutsche Soldaten zum Überlaufen auf. In Briefen an ihnen persönlich bekannte Kommandeure versuchten sie, Überzeugungsarbeit zu leisten. Das Projekt, aus Kriegsgefangenen eine Freiwilligenformation gegen Hitler zu bilden, blieb in den Ansätzen stecken.

General Walther von Seydlitz-Kurzbach, "Präsident" des BDO, setzte sich für ein Deutschland in den Grenzen von 1937 ein, das seine Einheit bewahren sollte. Mit der alliierten Forderung Ende 1943 auf der Konferenz von Teheran nach bedingungsloser Kapitulation Deutschlands verlor der BDO entschieden an Glaubwürdigkeit. Stalin löste den BDO im November 1945 auf.