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Grubenunglücke

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Unglücke im Bergbau
Der Begriff Schlagwetter oder auch schlagende Wetter stammt aus der Bergmannssprache und bezeichnet eine explosive Mischung aus Luft und Methan. Das auch Grubengas genannte Methan entsteht bei der Bildung von Kohle und wird beim Abbau von Steinkohle frei. Schon bei einem Anteil von fünf bis fünfzehn Prozent Grubengas in der Luft kommt es durch Funkenschlag oder offenes Feuer zu einer Schlagwetterexplosion.

Anfangs wusste niemand, was die Explosionen auslöste. Bergleute leuchteten untertage weiter mit offenem Feuer. Erst im 19. Jahrhundert verbannten Techniker mögliche Zündquellen aus den Bergwerken. Offenes Feuer wich Sicherheitslampen, deren Flammen von einem Drahtkäfig ummantelt waren, der Funkenschlag verhindern sollte. Zu Explosionen kam es trotzdem, da manche Bergleute leichtsinnig weiter mit offenem Feuer leuchteten. Ausschließen lässt sich das Risiko einer Grubengasexplosion erst, wenn Methan sich nicht ansammeln kann. Ab 1881 gab es in Deutschland erste Verordnungen, die eine ordnungsgemäße Grubenbelüftung vorschrieben.

Als Folge schlagender Wetter treten häufig Kohlenstaubexplosionen auf. Sie kommen vor allem in Steinkohle-, selten in Braunkohlewerken vor. Dabei verwirbeln feine Kohlepartikel mit Luft und entzünden sich. Je kleiner die Partikel sind, desto leichter sind sie wegen der großen Oberfläche entzündlich. Minimale, kaum erkennbare Glutnester lösen eine Kettenreaktion aus. Um das zu verhindern, wird Kohlenstaub zum Beispiel durch Besprengen mit Wasser gebunden.

Oft übertreffen Kohlenstaubexplosionen die zerstörerische Wirkung von Schlagwetter-Explosionen. Die Wucht von Sprengungen untertage verursacht häufig Gebirgsschläge, das Einstürzen von Stollen. Herabfallende Balken oder Gesteinsbrocken erschlagen die Kumpel oder schließen sie untertage ein.