August Wilhelm Prinz von Preußen, auch genannt Auwi, machte im Dritten Reich kurzfristig Karriere in der SA. (Bild: DHM)
Irrglaube und Hoffnung
Als die Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg den Staat Preußen formell auflösten, hatten sie auch die Inanspruchnahme Preußens durch die Nazis im Visier. Nachdem Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt wurde, demonstrierte er vor aller Welt, das Erbe Preußens angetreten zu haben."Preußischer Geist" als Ideologie
Selbstbewusst berief sich Hitler auf Preußen und Friedrich den Großen als Bewahrer preußischer Tugenden und Traditionen. Der "Führer" beseitigte alle Merkmale eines demokratischen Verfassungsstaates und errichtete seine totalitäre Diktatur. Er missbrauchte die preußische Geschichte, um die politischen Ziele des deutschen Faschismus zu rechtfertigen. So ergab sich nach 1945 ein verzerrtes Bild Preußens, in dem Vorurteile schnell zu pauschalen Vorverurteilungen führten.
Zwiespältige Begegnung
Die Verbindung einzelner Mitglieder des Hauses Hohenzollern mit dem System des Nationalsozialismus lässt sich jedoch kaum leugnen. 1932 empfängt der ehemalige deutsche Kaiser Wilhelm II. den Hauptmann Herrmann Göring in seinem holländischen Exil. Dieser suggeriert ihm, eine nationalsozialistische Regierung würde die Monarchie in Deutschland wieder einführen.
Hoffnung auf Monarchie
In dieser irrigen Hoffnung gratuliert Wilhelm dem "Führer" 1940 zur Einnahme von Paris. Nach seinem Tod im Jahr 1941 wird der Exkaiser auf Hitlers Initiative - zwar nicht in Deutschland - in einer glanzvollen Zeremonie ehrenvoll beigesetzt. Bei den Nachkommen Wilhelms ergibt sich ein noch zwiespältigeres Bild. Sie wurden benutzt, gedemütigt oder lebten in der Hoffnung, nach Hitlers Ende die Monarchie wieder einführen zu können.
Vom Monarchisten zum Nazi
Prinz August Wilhelm, genannt "Auwi", kommt 1930 über die Mitgliedschaft im "Stahlhelm", einem deutsch-nationalen Frontkämpferbund, zur NSDAP. Im Jahr 1933 wird er in die SA aufgenommen sowie preußischer Staatsrat und Mitglied des Reichstages. In dieser Zeit setzen die Nazis den Hohenzollernprinz bewusst noch als Stimmenfänger ein. Als "Reichsredner" spricht er regelmäßig auf Massenkundgebungen...
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