3. Mai 1945: die Reichshauptstadt Berlin kapituliert. Erbitterte Schlachten zwischen Wehrmacht und Roter Armee hinterlassen nur Trümmer.
Die letzten Tage
Nach dem Zusammenbruch der Ostfront flohen Soldaten und Zivilisten vor der herannahenden sowjetischen Armee. Die Westalliierten erreichten die Ostsee und Österreich, die Rote Armee griff die Vororte der Reichshauptstadt Berlin an.Dönitz als Reichskanzler
Als die Rote Armee in der Schlacht um Berlin im Stadtzentrum stand, beging Hitler am Nachmittag des 30. April 1945 Selbstmord. Zu seinem Nachfolger als Reichskanzler hatte er Großadmiral Karl Dönitz bestimmt, nachdem der eigentlich vorgesehene Herrmann Göring in Ungnade gefallen und von der SS auf dem Obersalzberg verhaftet worden war. Aufgrund der für Deutschland vollkommen aussichtslosen militärischen Situation, beabsichtigte Dönitz eine Teilkapitulation mit den Westmächten auszuhandeln. Hitlers kurzzeitiger Nachfolger wollte dann den Kampf gegen die Rote Armee fortsetzen, um, wie er behauptete, möglichst viele "deutsche Menschen vor der Vernichtung durch den vordringenden bolschewistischen Feind zu retten".
Rettung vor der Roten Armee
Ganz ist Dönitz' Anliegen nicht von der Hand zu weisen und wurde zu der Zeit von anderen Wehrmachtsbefehlshabern im Osten geteilt: Vor allem seit dem letzten Jahrzehnt werden von Geschichtsforschern die Verbrechen sowjetischer Truppen bei ihrem Vormarsch, insbesondere in Richtung Ostpreußen und Schlesien, aufgearbeitet. Die früheren Gewalttaten deutscher Verbände außerhalb der Landesgrenzen schlugen nun auf die deutsche Zivilbevölkerung zurück.
Vernichtung gefordert
Mord, Vergewaltigung und Plünderung waren keine Seltenheit. Die Kriegspropaganda der Roten Armee in den letzten Jahren des Krieges liest sich nicht weniger erschreckend als die des Deutschen Reiches. Einflussreiche Personen, wie der bekannte sowjetische Schriftsteller Ilja Ehrenburg, forderten unverblümt die Vernichtung aller in den Machtbereich der Roten Armee gelangenden Deutschen.
Sowjetisches Propagandaplakat: Krieg ohne Hemmung und Regel.
Dönitz, vorher Oberbefehlshaber der Marine und lange Zeit Befehlshaber der deutschen U-Boot-Flotte, brachte die Kriegsmaschine so rasch und so gut es ging zum Stillstand. Zumindest dies bleibe, schreibt der Historiker Michael Salewski, "das Verdienst dieses allergläubigsten Jüngers des Adolf Hitler." Dönitz beauftragte Generaloberst Alfred Jodl, bei den Kapitulationsverhandlungen im amerikanischen Hauptquartier entweder eine Teilkapitulation zu vereinbaren oder aber eine viertägige Frist zwischen der Unterzeichnung einer Gesamtkapitulation und der Einstellung aller militärischen Bewegungen zu erlangen.
Aus im Westen
Der amerikanische Oberbefehlshaber, General Dwight D. Eisenhower, sah darin zutreffenderweise den Versuch, Konflikte zwischen den Alliierten zu provozieren. Er bestand deshalb auf einer sofortigen und bedingungslosen Gesamtkapitulation, billigte den Deutschen jedoch eine Frist von 48 Stunden für die Übermittlung der Kapitulation an die Truppenteile der Wehrmacht zu...
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