General Ulysses Simpson Grant (1822 bis 1885): ein verändertes Verständnis von bewaffneten Konflikten.
Roosevelts Forderung
Kurz nach Beginn des Irakkrieges, Frühjahr 2003: markig verkündet der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, nur eine bedingungslose Kapitulation könne den Konflikt jetzt noch entschärfen. Ansonsten würden die amerikanischen Truppen nicht ruhen, bis das irakische Regime vollständig beseitigt sei. Zu einer Kapitulation kommt es im Irak aber nicht.Den Gegner überrannt
Die Strategie des Pentagon, unverzüglich auf die irakische Hauptstadt Bagdad vorzustoßen, und damit den Krieg schnell für sich zu entscheiden, geht auf. Am 2. Mai erklärt der amerikanische Präsident George W. Bush das Ende der Kampfhandlungen. Doch woher kommt eigentlich der Begriff "bedingungslose Kapitulation"? Krieg galt lange als legitime Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Er hatte bestimmte Regeln und endete mit der Niederlage einer Konfliktpartei oder eben durch Kapitulation.
Die Regeln des Krieges
Die Kapitulation ist die Erklärung eines militärischen Befehlshabers an den Gegner, keinen Widerstand mehr leisten zu wollen. Sie ist so alt wie der Krieg selbst. Dabei war die Kapitulation von der Antike bis weit in die Neuzeit in der Regel immer an Bedingungen geknüpft. Der Unterlegene in einem Konflikt forderte für das Niederlegen der Waffen bestimmte Konzessionen ein. Das konnten territoriale Forderungen sein oder etwa Garantien für die Zivilbevölkerung gegen Plünderungen und Übergriffe. Genauso wie man den Unterlegenen noch mit Würde behandelte, durften die in den Gesprächen ausgehandelten Bedingungen nicht verletzt werden. Die explizite Forderung nach einer bedingungslosen Kapitulation tauchte erstmals im amerikanischen Bürgerkrieg auf. Im Februar 1862 stand Unionsgeneral Ulysses Simpson Grant vor dem Konföderierten-Fort Donelson im Norden Tennessees.
Bruch der Konvention
Nachdem ein Ausbruchsversuch der Südstaaten-Truppen unter General Simon Bolivar Buckner gescheitert war, zeigte der sich zum Aufgeben bereit. Er schickte einen Boten zu Grant, um die Konditionen einer Kapitulation zu verhandeln. Buckner erwartete, dass Grant ihm Bedingungen nennen werde, von denen ausgehend sie dann zu einer Übereinkunft kommen könnten. Überraschenderweise sah Grants Antwort anders aus: "Keine Bedingung außer der bedingungslosen und sofortigen Kapitulation kann akzeptiert werden." Buckner fügte sich. Dem General und späteren US-Präsidenten Grant hing seitdem - passend zu den Initialen seiner beiden Vornamen - der Spitzname "Unconditional Surrender" (auf Deutsch: bedingungslose Kapitulation) an. Grants Verhalten stand dabei am Anfang eines neuen Verständnisses von bewaffneten Konflikten...
Teil 1: General Grants Bedingung: Bedingungslos
Teil 2: Casablanca-Forderung: Kein Mittelweg
Teil 3: Mit Kriminellen wird nicht verhandelt
Teil 2: Casablanca-Forderung: Kein Mittelweg
Teil 3: Mit Kriminellen wird nicht verhandelt


