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Preußischer Innenminister, Reichsmarschall, Reichs-Oberjägermeister, Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Chef der Vier-Jahres-Plan-Behörde - die komplette Liste der Ämter, die Hermann Göring zeitweise innehatte, würde eine halbe Buchseite füllen. 1893 geboren, machte der spätere Träger des Pour le Merite, der höchsten deutschen Auszeichnung im Ersten Weltkrieg, um 1916 erstmals als erfolgreicher Kampfflieger von sich reden. Zu den Nazis fand er nach persönlichen Krisen, die den Hauptmann a. D. bis in die Morphiumabhängigkeit trieben. Auch weil Göring schon am Hitlerputsch 1923 beteiligt war, gehörte er zu den prädestinierten Führungsfiguren nach der "Machtergreifung" Hitlers 1933. Der "dicke Hermann" war bei Kreisen der Bevölkerung beliebt, seine Prunksucht belächelte man. Das änderte sich bald im Bombenhagel der Alliierten. Eine Teilschuld schrieben viele dem Versagen von Görings Luftwaffe zu. Göring fiel schließlich sogar bei Hitler in Ungnade. Als er sich selbst im April 1945 als Nachfolger Hitlers vorschlug, ließ der ihn durch die SS verhaften. Im Nürnberger Prozess vom Militärtribunal zum Tod durch Erhängen verurteilt, nahm Göring am Vorabend der Hinrichtung eine Giftampulle. Das "Gnadengesuch" Görings, in welchem er die Bitte aussprach, vor einem Erschießungskommando sterben zu dürfen, hatten die Richter abgelehnt. Seine gewitzte Verteidigung gegenüber dem oft schlecht präparierten US- Hauptankläger erregte in den Monaten zuvor die Aufmerksamkeit der Weltpresse.