Berlin 1948 - eine Stadt liegt in Trümmern. Mehr als zehn Monate lang leben Millionen Menschen vom Lufttransport.
Die Propagandaschlacht
Echten Berlinern wird häufig ein gewisser Humor nachgesagt, vor allem in schwierigen Situationen. Motto: Wie es ist, ist es schlimm - doch es könnte immer noch schlimmer kommen! Als zum Jahreswechsel 1948/49 pausenlos der Strom der Flugzeuge über den Köpfen dröhnte, klang das so: "Stellt euch vor, die Amerikaner würden uns blockieren, und die Russen müssten uns ernähren..."Logistischer Kraftaufwand
Über die Berliner Luftbrücke vom 25. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 wurde viel gesagt und geschrieben. Meist steht der logistische Kraftaufwand im Vordergrund, dessen es bedurfte, 2,2 Millionen Menschen mehr als zehn Monate lang per Lufttransport zu versorgen: 2,34 Millionen Tonnen Fracht brachten US-amerikanische und britische Flugzeuge während dieser Zeit in die Trümmerwüste Berlin. Dazu zählten 1,44 Millionen Tonnen Kohle, 490.000 Tonnen Nahrungsmittel, 160.000 Tonnen Baustoffe für den Ausbau von Flughäfen und für den Neubau des Kraftwerks Ruhleben. Derartiges hatte es bisher, sei es in Krieg oder Frieden, nirgends gegeben. Von einem "selbstlosen Akt" ist die Rede, von "humanitärer Hilfe" für ein geschlagenes Volk.
"Stachel im Fleisch"
Die Luftbrücke war eine gewonnene Schlacht. Sieger war der Westen, zu dem die Mehrheit des deutschen Volkes von jenem Ereignis an unwiderruflich gehört. Weltpolitisch markiert die Luftbrücke eine Umkehrung der Fronten: Sieger und Besiegte von gestern sitzen nun im selben Boot; der neue Feind ist Stalins Sowjetunion. Historisch zeichnete die erste große Konfrontation von westlichen Siegermächten und östlicher Siegermacht den Spiegelbild-Charakter des Kalten Krieges vor: Westberlin, die "Frontstadt", das "Ausfalltor zum Osten", der "Stachel im Fleisch der Russen",
Entladung am Fließband: C47-Maschinen 1948 in Berlin-Tempelhof. (Bild: U.S. Air Force)
Territoriale Expansion
Unstrittig ist heute Stalins Streben, seine Hand auf das ganze Deutschland zu legen. Konsequent plante der Moskauer Herrscher eine schrittweise kommunistische Machtübernahme, ähnlich wie 1947 in der Tschechoslowakei. Ausdehnung des sowjetischen Einflussbereichs bis zum Rhein - davon träumte schließlich schon Lenins Politbüro. Und die ungeheure territoriale Expansion Sowjetrusslands ab 1939 spricht für sich selbst. Unstrittig ist aber ebenso, dass die sowjetische Landblockade Westberlins, beginnend am 23. Juni 1948, nicht bloße Willkür, sondern Reaktion auf westliche Aktionen war...
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Infobox
Herbst 1947: Auf dem Gelände des Hamburger Hafens lagern kistenweise D-Mark-Noten für die geplante Währungsreform in den Besatzungszonen der Westalliierten.
15. Juni 1948: Die Außenminister der USA, Großbritanniens und Frankreichs einigen sich in London auf Leitlinien der Besatzungspolitik im westlichen Deutschland. Ergebnis sind die Frankfurter Dokumente, Basis für das spätere Grundgesetz der Bundesrepublik.
20. Juni 1948: Währungsreform in den Westzonen. Altes Reichsmark-Bargeld droht die Ostzone zu überfluten. Die sowjetische Administration improvisiert daher drei Tage später ebenfalls eine Währungsreform.
Nacht vom 23. auf den 24. Juni: In Westberlin gehen die Lichter aus. Der Güterverkehr wird unterbrochen, allerdings läuft der Personenverkehr während der gesamten Blockade weiter. Westberliner können in Ostberlin Lebensmittel beziehen. Nur wenige machen von diesem Angebot Gebrauch.
25. Juni 1948: General Lucius D. Clay, Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone, befiehlt den Start der Berliner Luftbrücke. Grundlage sind Berechnungen des britischen Air Commodore Rex Waite vom Frühjahr 1948, die beweisen, dass eine Versorgung sowohl der alliierten Truppen als auch der Bevölkerung allein auf dem Luftweg möglich ist.
12. Mai 1949: Ende von Berlinblockade und Luftbrücke. Im Gegenzug heben die Westalliierten ihre Blockade der ostdeutschen Industrie auf.
1951: Beim Flughafen Tempelhof entsteht ein Luftbrückendenkmal, das unter anderem an die 41 Briten, 31 US-Amerikaner sowie mindestens 6 Deutschen erinnert, die bei tödlichen Unfällen ihr Leben verloren.
20. Juni 1948: Währungsreform in den Westzonen. Altes Reichsmark-Bargeld droht die Ostzone zu überfluten. Die sowjetische Administration improvisiert daher drei Tage später ebenfalls eine Währungsreform.
Nacht vom 23. auf den 24. Juni: In Westberlin gehen die Lichter aus. Der Güterverkehr wird unterbrochen, allerdings läuft der Personenverkehr während der gesamten Blockade weiter. Westberliner können in Ostberlin Lebensmittel beziehen. Nur wenige machen von diesem Angebot Gebrauch.
25. Juni 1948: General Lucius D. Clay, Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone, befiehlt den Start der Berliner Luftbrücke. Grundlage sind Berechnungen des britischen Air Commodore Rex Waite vom Frühjahr 1948, die beweisen, dass eine Versorgung sowohl der alliierten Truppen als auch der Bevölkerung allein auf dem Luftweg möglich ist.
12. Mai 1949: Ende von Berlinblockade und Luftbrücke. Im Gegenzug heben die Westalliierten ihre Blockade der ostdeutschen Industrie auf.
1951: Beim Flughafen Tempelhof entsteht ein Luftbrückendenkmal, das unter anderem an die 41 Briten, 31 US-Amerikaner sowie mindestens 6 Deutschen erinnert, die bei tödlichen Unfällen ihr Leben verloren.



