Nordsee, Erster Weltkrieg: Deutsche Schlachtkreuzer auf dem Marsch.
Zufälliges Rencontre
Doch die Briten "kamen" wieder nicht, am allerwenigsten vor die deutsche Haustür. Die Schlachtschiffe lagen ruhig im Hafen. Lediglich die Skagerrak-Schlacht brachte 1916 ein - fast zufälliges - Rencontre der Schlachtschiff-Geschwader - nach Punkten übrigens ein deutscher Sieg. Das Ende dieser Flotte brachte der 21. Juni 1919: die Selbstversenkung durch Öffnen der Seeventile - von 74 an Großbritannien ausgelieferten deutschen Schiffen in der Bucht von Scapa Flow.
Geschickt, aber harmlos
Während der Weimarer Republik ging es der Marine nicht anders als dem Heer: Zahlreiche hinderliche Beschränkungen sorgten für ihre Harmlosigkeit. U-Boote, die dem Gegner im Ersten Weltkrieg zu schaffen gemacht hatten, waren verboten. Dass deutsche Techniker, durch geschickte Entwürfe, die Bestimmungen des Versailler Vertrages bald unterliefen, ist Tatsache. Tatsache ist aber ebenso, dass eine den Hauptgegnern annähernd gleichwertige Streitmacht so nicht gebaut werden konnte.
Sinnlose Schiffe
Am Beginn des Zweiten Weltkriegs verfügte Deutschland also über keine kriegstüchtige Flotte. Für ehrgeizige Pläne zur Marinerüstung ("Z-Plan") kam der Krieg einfach zu früh. Was vorhanden war, ging teils schon beim Norwegen-Feldzug (1940) drauf, teils wurde es von der britischen Navy in die Häfen Europas gedrückt. An die Stelle der sinnlos gewordenen, teuren Großkampfschiffe trat das U-Boot, mit seinen überraschenden Vernichtungszahlen.
Früher waren die Farben Schwarz-Rot- Gold in der Marine eher unbeliebt - nun aber weht diese Flagge sogar vor Afrikas Küste.
Auch hier war die Selbstversenkung der verbliebenen Einheiten das bittere Ende und die Verschrottung der begonnenen, niemals fertig gestellten Neubauten ab Werft. Dass die Deutschen - auf dem Meer kaum je erfolgreich - in der Zeit der Spaltung gleich über zwei Marinen verfügten, gehört zu den Fußnoten unserer Historie. Beide, Volksmarine und Bundesmarine, agierten nicht unabhängig, waren vielmehr fest in ihr jeweiliges Bündnis integriert. Bei der Volksmarine stand wieder die Küstenverteidigung im Mittelpunkt. Noch vor wenigen Jahren konnte man vermodernde Reste von Schnellbooten bei Warnemünde bewundern.
Im Aufwind
Die Bundesmarine hingegen - laut einem beliebten Zitat "von den Feinden im Stich gelassen und von Freunden umstellt" - ist im Aufwind: Deutsche Fregatten kreuzen am Horn von Afrika, unter schwarz-rot-goldener Flagge, wie einst im 1848er Jahr.
Michael Schmittbetz (akt. 18.11.2009)
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Struktur und Aufgaben der Marine
Die deutsche Marine ist eine der drei Teilstreitkräfte der Bundeswehr. Mehr als 24.000 Soldaten und etwa 2.700 Zivilpersonen gehören der Marine an; der Frauenanteil beträgt rund sechs Prozent. Die zwei Kommandobereiche der Marine sind die Flotte und das Marineamt. Dem Flottenkommando mit Sitz in Glücksburg unterstehen die Einsatzflottillen 1 und 2, die Marineflieger und das Schiffahrtsmedizinische Insitut der Marine. Für Ausbildung und Logistik ist das Marineamt in Rostock zuständig. Es beaufsichtigt unter anderem die vier Marineschulen, kümmert sich um die Versorgung von Kräften auf See und um den Erhalt und die Modernisierung der Einheiten.
Die Marine verfügt insgesamt über 78 Schiffe und Boote, darunter 15 Fregatten, 10 Schnellboote und 9 U-Boote. Zur Flotte gehören auch 55 Flugzeuge und Hubschrauber. Landgestützte Einheiten der Marine sind die Marineschutzkräfte und die Spezialisierten Einsatzkräfte Marine (SEK) - zu letzteren zählen Kampfschwimmer, Minentaucher und die für das Durchsuchen von Schiffen ausgebildete Boardingkompagnie.
Erste Aufgabe der Deutschen Marine ist theoretisch die Landes- und Bündnisverteidigung - deren praktische Notwendigkeit ist derzeit aber unwahrscheinlich. Vielmehr engagiert sich die Marine seit ein paar Jahren verstärkt in der internationalen Krisenbewältigung und Konfliktverhinderung. Etwa 850 Frauen und Männer sind derzeit an Missionen außerhalb des Bündnisgebiets beteiligt: Im Rahmen der Anti-Terror-Mission Operation Enduring Freedom (OEF) patrouillieren Fregatten am Horn von Afrika. Für Operation Active Endeavour (OAE) eskortieren Marine-Einheiten Handelsschiffe und betätigen sich U-Boote als Aufklärer. Eine führende Rolle hat die deutsche Marine in der United Interim Force in Lebanon (UNIFIL) inne, die den libanesischen Seeraum überwacht, um den Waffenschmuggel zu unterbinden. Für Operation Atalanta beteiligen sich deutsche Marine-Einheiten an der Bekämpfung von Piraten vor der Küste Somalias.
Die deutsche Marine ist eine der drei Teilstreitkräfte der Bundeswehr. Mehr als 24.000 Soldaten und etwa 2.700 Zivilpersonen gehören der Marine an; der Frauenanteil beträgt rund sechs Prozent. Die zwei Kommandobereiche der Marine sind die Flotte und das Marineamt. Dem Flottenkommando mit Sitz in Glücksburg unterstehen die Einsatzflottillen 1 und 2, die Marineflieger und das Schiffahrtsmedizinische Insitut der Marine. Für Ausbildung und Logistik ist das Marineamt in Rostock zuständig. Es beaufsichtigt unter anderem die vier Marineschulen, kümmert sich um die Versorgung von Kräften auf See und um den Erhalt und die Modernisierung der Einheiten.
Die Marine verfügt insgesamt über 78 Schiffe und Boote, darunter 15 Fregatten, 10 Schnellboote und 9 U-Boote. Zur Flotte gehören auch 55 Flugzeuge und Hubschrauber. Landgestützte Einheiten der Marine sind die Marineschutzkräfte und die Spezialisierten Einsatzkräfte Marine (SEK) - zu letzteren zählen Kampfschwimmer, Minentaucher und die für das Durchsuchen von Schiffen ausgebildete Boardingkompagnie.
Erste Aufgabe der Deutschen Marine ist theoretisch die Landes- und Bündnisverteidigung - deren praktische Notwendigkeit ist derzeit aber unwahrscheinlich. Vielmehr engagiert sich die Marine seit ein paar Jahren verstärkt in der internationalen Krisenbewältigung und Konfliktverhinderung. Etwa 850 Frauen und Männer sind derzeit an Missionen außerhalb des Bündnisgebiets beteiligt: Im Rahmen der Anti-Terror-Mission Operation Enduring Freedom (OEF) patrouillieren Fregatten am Horn von Afrika. Für Operation Active Endeavour (OAE) eskortieren Marine-Einheiten Handelsschiffe und betätigen sich U-Boote als Aufklärer. Eine führende Rolle hat die deutsche Marine in der United Interim Force in Lebanon (UNIFIL) inne, die den libanesischen Seeraum überwacht, um den Waffenschmuggel zu unterbinden. Für Operation Atalanta beteiligen sich deutsche Marine-Einheiten an der Bekämpfung von Piraten vor der Küste Somalias.



