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Mauerbau

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Überraschung?
Kam der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 für die maßgeblichen Stellen des Westens überraschend? Zwar behandelte die DDR-Führung alle Pläne als Staatsgeheimnis. Doch wie ließen sich die umfangreichen Vorbereitungen verbergen? Zudem war auch im Westen klar, dass die östliche Diktatur auf den Prozess langsamen wirtschaftlichen Ausblutens durch Abwanderung gar nicht anders reagieren konnte.

Eine internationale Pressekonferenz am 15. Juni 1961 in Ostberlin wirft darauf ein Schlaglicht: Auf die bohrende Frage einer westdeutschen Journalistin antwortete Walter Ulbricht mit dem berühmt gewordenen Satz: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!" Und verwendete damit das Wort "Mauer" erstmals in seiner späteren politischen Bedeutung.

Den Westalliierten, also den USA, Großbritannien und Frankreich, standen Informationen über "drastische Maßnahmen" zur Abriegelung Westberlins rechtzeitig zur Verfügung. Von Zeitpunkt und Ausmaß zeigten sie sich dann zwar öffentlich geschockt, handelten jedoch wohlüberlegt und -dosiert, auch weil ihr privilegierter Zugang nach Westberlin nicht beschnitten wurde.

Sogar dem Bundesnachrichtendienst waren Tage vorher wichtige Hinweise zugegangen: aus einer Konferenz von Verlags-Parteisekretären in Ostberlin, welche keineswegs zum engeren Kreis der Geheimnisträger gehörten. Dennoch hatten Vertreter der DDR-Führung ihre Absichten dort detailliert beschrieben. Ob diese Information wirklich an politische Entscheidungsträger gelangte, ist bis heute umstritten.