Tod in der Savanne
1883 erwarb ein Bremer Kaufmann Ländereien im Südwesten Afrikas. Kurz darauf wurde das Deutsche Kaiserreich Protektor dieses Gebiets - und schuldig an der fast vollständigen Ausrottung des Volkes der Herero.Adolf Lüderitz' Unternehmung war nicht von Erfolg gekrönt: Er musste sein Land 1885 verkaufen und blieb dann auf einer Expedition verschollen.
Mit Recht skeptisch
Nach Verhandlungen mit Briten und Portugiesen, die im nördlichen Angola Truppen unterhielten, erklärte Reichskanzler Bismarck das Gebiet zum Protektorat Deutsch Südwest-Afrika. Bismarck, nicht interessiert an Verwicklungen auf einem fernen Kontinent, tat dies nur äußerst widerwillig. Und sollte mit seiner Skepsis Recht behalten.
Doch der Geist der Zeit stand zu Bismarcks Zurückhaltung in klarem Gegensatz: Aus dem Zusammenschluss der Gesellschaft für Deutsche Kolonisation mit dem Deutschen Kolonialverein entstand 1887 die Deutsche Kolonialgesellschaft. Sie war der größte und einflussreichste Interessenverband dieser Art im Kaiserreich. In weiten Kreisen der deutschen Öffentlichkeit verknüpften sich damals Handelsinteressen mit der Begeisterung für koloniale Abenteuer.
Gemeinsamer Gegner
Siedler kamen nach Afrika und drängten die eingeborenen Stämme immer mehr zurück. Mit der Zahl der Siedler wuchs gleichzeitig auch die deutsche "Schutztruppe". Sie hatte anfangs nur polizeilichen Charakter und sollte nicht für kriegerische Zwecke eingesetzt werden. Von dieser Vorstellung musste man sich aber verabschieden, als Nama und Herero Frieden schlossen - und zu gemeinsamen Gegnern der Besatzer wurden.
Der Herero-Anführer Samuel Maherero (1856 bis 1923) wurde trotz Niederlage und Exil zum Helden seines Stammes.
Den ersten Aufstand der Nama von 1893 unter "Kapitän" Hendrik Witbooi konnten die deutschen Truppen unter schweren eigenen Verlusten niederschlagen. Witbooi entkam und führte einen Partisanenkrieg, bis er 1894 in den Naukluft-Bergen besiegt wurde. Doch die größte Auseinandersetzung stand noch bevor: Offenbar von langer Hand geplant, begann 1904 unter Samuel Maherero der Herero-Aufstand, der zur Auslöschung fast des gesamten Stammes führte.
Schlacht am Waterberg
Schnell breitete sich die Nachricht vom Aufstand auf das gesamte Gebiet der Herero aus. Farmen wurden angegriffen, Weiße getötet, strategisch wichtige Bahn- und Telefonverbindungen unterbrochen. Die deutschen erhöhten ihre Truppenstärke von etwa 700 auf knapp 15.000 Mann. Im August 1904 kam es zur Schlacht am Waterberg, die in einem Desaster für die Herero endete...
Seite
1
| 2
Dieser Artikel gehört zum Thema
| Namibia | ![]() |
Infobox
"Wir Deutschen...
bekennen uns zu unserer historisch-politischen, moralisch-ethischen Verantwortung und zu der Schuld, die Deutsche damals auf sich geladen haben..." 2004 jährte sich der Beginn des Aufstands der Herero gegen die Deutsche Kolonialmacht zum hundertsten Mal. Heidemarie Wieczorek-Zeul, damals Bundeseministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, reiste im August 2004 nach Namibia, um dort jenes dunklen Kapitels deutsch-namibischer Geschichte zu gedenken.
Als erstes deutsches Regierungsmitglied besuchte sie die offiziellen Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an die Niederschlagung des Aufstands in der Schlacht am Waterberg. In ihrer Rede, die in Namibia mit Spannung erwartet worden war, bat die Ministerin "um Vergebung unserer Schuld" und verpflichtete sich im Namen der Bundesrepublik zu weiterem Beistand und zur Fortsetzung finanzieller wie technischer Hilfe.
bekennen uns zu unserer historisch-politischen, moralisch-ethischen Verantwortung und zu der Schuld, die Deutsche damals auf sich geladen haben..." 2004 jährte sich der Beginn des Aufstands der Herero gegen die Deutsche Kolonialmacht zum hundertsten Mal. Heidemarie Wieczorek-Zeul, damals Bundeseministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, reiste im August 2004 nach Namibia, um dort jenes dunklen Kapitels deutsch-namibischer Geschichte zu gedenken.
Als erstes deutsches Regierungsmitglied besuchte sie die offiziellen Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an die Niederschlagung des Aufstands in der Schlacht am Waterberg. In ihrer Rede, die in Namibia mit Spannung erwartet worden war, bat die Ministerin "um Vergebung unserer Schuld" und verpflichtete sich im Namen der Bundesrepublik zu weiterem Beistand und zur Fortsetzung finanzieller wie technischer Hilfe.



