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Napoleon

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Joséphine
Ehe und vorhergehende Liaison mit Joséphine de Beauharnais (1763 bis 1814) erlaubten dem General Bonaparte den Durchbruch in den Dunstkreis der Macht. Seitens des kleinen Korsen handelte es sich dabei aber nicht vorrangig um karrieristisches Kalkül, es war eine Liebesheirat.

Ganz anders sah Joséphine - eine von der Karibikinsel Martinique stammende Lebedame mit kreolischem Einschlag - die Sache: Die ehemalige Geliebte des Direktors (quasi Regierungschefs) Paul de Barras setzte angesichts ihres nach damaligen Begriffen schon fortgeschrittenen Alters auf den unbeholfenen Bonaparte - und machte ihn zum Protegé ihres Ex-Geliebten. Das alles freilich, ohne dieser "Rentenversicherung" als Mann irgendein Interesse entgegenzubringen.

Nichts hielt Joséphine davon ab, während Bonapartes Feldzügen in Italien und Ägypten zahlreiche Liebschaften zu unterhalten. Der ehrgeizige General platzte fast vor korsischer Eifersucht, setzte die dadurch angestaute Energie allerdings in militärische Aktivität um. Joséphine scheute nicht einmal davor zurück, ihren bekanntesten Liebhaber, den schönen Husarenleutnant Hippolyte Charles, bei einem ihrer seltenen, von Bonaparte erbettelten Besuche in dessen italienischem Hauptquartier mit sich zu führen.

Gegen Ende des Ägyptenfeldzugs fiel einer von Bonapartes Eifersuchts-Droh-Bettelbriefen in britische Hände und wurde prompt in mehreren Londoner Zeitungen veröffentlicht. Bonaparte verzieh Joséphine immer wieder, trotz ihrer anhaltenden Verschwendungssucht. Barras seinerseits glaubte, Bonaparte über Joséphine, zu der er weiterhin ausgezeichnete Beziehungen pflegte, politisch am "Haken" zu haben. Ein Irrtum!

Erst nach ihrer Krönung zur Kaiserin 1804 scheint Joséphine weitgehend treu gewesen zu sein. Die Scheidung im Dezember 1809, Joséphine konnte Napoleon keine Kinder gebären, erschütterte sie schwer. Manche Historiker mutmaßen, dass Joséphine der eigentliche Antrieb von Napoleons Aufstieg gewesen sei. Tatsächlich begann die Lebenskurve des Kaisers ab 1810 nach unten zu weisen.

Aus dynastischen Gründen heiratete Napoleon 1811 Marie Luise von Habsburg, älteste Tochter des österreichischen Kaisers Franz I. Joséphine starb am 29. Mai 1814, nach Napoleons Niederlage, qualvoll an einer Kehlkopfentzündung. Der russische Zar Alexander I. hatte bis fast zum Schluss an ihrem Sterbebett im Schloss Malmaison geweilt.