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Nationalsozialismus

Infobox

27. Oktober 1894: Fritz Sauckel kommt im unterfränkischen Haßfurt als Sohn eines Briefträgers und einer Näherin zur Welt.

1909: Sauckel geht als Matrose zur Handelsmarine. Sein Schiff wird bei Ausbruch des Krieges 1914 gekapert, Sauckel wird auf französischem Gebiet interniert. In den Jahren der Internierung liest er völkische und nationalistische Schriften und formt Grundzüge seiner Weltanschauung heraus.

1919: Sauckel kehrt nach Unterfranken zurück und engagiert sich in völkischen Bewegungen. Er verdient sein Geld als Hilfsarbeiter in der Metallindustrie. Dabei entwickelt er sozialrevolutionäre Einstellungen, hält Kommunisten und sogar Sozialdemokraten jedoch auf dem Hintergrund seiner eigenen christlich-konservativen Erziehung für inakzeptabel. 1923 tritt Sauckel der NSDAP bei.

1923 zieht Sauckel nach Thüringen um, beginnt ein Studium am Ilmenauer Technikum und avanciert 1925 zum Gaugeschaftsführer der NSDAP.

1927 ist er bereits Thüringer Gauleiter der noch kleinen Partei, nachdem er seinen Vorgänger aus dem Amt intrigiert hat. Damals gewinnt Sauckel die Aufmerksamkeit Hitlers. Als Student scheitert er. Sauckel arbeitet wieder als Hilfskraft, wobei er sich auf Hitlers Vorbild, der angeblich einmal Bauarbeiter war, beruft.

1929 zieht Sauckel nach Wahlerfolgen der NSDAP als Fraktionsvorsitzender in den Thüringer Landtag ein.

26. August 1932: Sauckel wird Thüringischer Staatsminister des Inneren und übernimmt den Vorsitz der Landesregierung.

1933: Nach der Machtergreifung Hitlers und der folgenden Reichstagswahl ernennt Reichspräsident Hindenburg Sauckel zum Reichsstatthalter von Thüringen. Wenig später wird er Mitglied des Reichstags. Als Amtsträger der NSDAP ragt Sauckel aus der Schar der übrigen Gauleiter heraus. Sein Mustergau genießt Hitlers Zuwendung in besonderem Maß.

1937: Fast gleichzeitig mit dem Bau des Gauforums in Weimar beginnt die Errichtung des Konzentrationslagers Buchenwald auf dem nahe gelegenen Ettersberg. Sauckel begrüßt die Stationierung von SS-Verbänden bei Weimar, um deren Integration in die Weimarer Gesellschaft er sich erfolgreich bemüht.

21. März 1942: Hitler ernennt Sauckel zum Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz (GBA). Bis zum Frühjahr 1945 organisiert Sauckel die Eintreibung von rund fünf Millionen Zwangsarbeitern. Sein engster und zum Teil zu Vorgaben berechtigter Partner ist Rüstungsminister Albert Speer. Sauckel und Speer kooperieren zum Beispiel beim Aufbau der unterirdischen Rüstungsfabrik bei Nordhausen (KZ Dora).

16. Oktober 1946: Sauckel wird nach dem Todesurteil im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess hingerichtet. Albert Speer kommt mit zwanzig Jahren Haft davon.