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Ostrock

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All you need is beat
Der Spruch war um die Mitte der 1960er Jahre auch in der DDR populär. Dabei schwankte die Politik von Partei- und Staatsführung gerade zu dieser Zeit extrem zwischen maßvoller Förderung und Repression. Ebenso konservativ eingestellt wie große Teile der Bevölkerung, standen die DDR-Oberen den jungen ostdeutschen Beatbands und deren Fans im Allgemeinen allerdings eher skeptisch gegenüber.

Anlass zum "Durchgreifen" bot sich, als am 15. September 1965 ein Konzert der Rolling Stones auf der Westberliner Waldbühne in Prügeleien mit der Polizei und zwischen zerlegtem Mobiliar endete. Die "Sicherheitsorgane" befürchteten für den Osten Ähnliches.

Ostdeutsche Polizei und MfS "schossen" sich nun republikweit auf die Beatszene ein: Aus überwiegend konstruierten Gründen - zum Beispiel Steuerhinterziehung - verbot man Bands; "Gammler" bekamen den offiziellen Druck in Schulen und Betrieben zu spüren.

Vermutlich brachte das Verbot der Butlers - einer Band, die erst kurz zuvor von der FDJ hoch gelobt worden war und sogar im Rundfunk präsent sein durfte - das Fass zum Überlaufen: Am 31. Oktober 1965 demonstrierten auf dem Leipziger Leuschnerplatz mehrere Hundert (nach anderen Quellen bis zu zweieinhalbtausend) Jugendliche gegen die Anti-Beat-Politik der DDR-Führung.

Die Staatsgewalt knüppelte den Protest nieder, es gab Verletzte, viele Demonstranten wurden verhaftet und kurzzeitig der "Arbeitserziehung" zugeführt. Für die Rockmusik in der DDR war das ein herber Rückschlag. Andererseits bildete die Erzählung von der Beat-Demo auf dem Leuschnerplatz bis zum Ende der DDR so etwas wie einen Gründungsmythos der subkulturellen Leipziger Szene.