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Kampf dem Terror oder der Piraterie?
Die Route durch den Golf von Aden gehört zu den weltweit wichtigsten Handelsverbindungen. Kein Wunder, dass Rufe nach Schutz des Frachtverkehrs gegen Piratenüberfälle bald unüberhörbar wurden. Seit Dezember 2008 ist die EU im Rahmen der Operation Atalanta mit Marineschiffen im Golf von Aden engagiert. Neben dem Schutz des Transitverkehrs gilt der Einsatz auch der Sicherung von Hilfslieferungen für Somalia.

Einig sind sich die Initiatoren der Aktion allerdings, dass militärische Mittel allein das Problem der Piraterie als Form organisierter Kriminalität nicht lösen können. Dauerhafte Lösungen wären letztlich nur auf der Grundlage einer stabilen, neu zu etablierenden somalischen Zentralgewalt denkbar. Ansätze dazu schuf 2006 die Union islamischer Gerichte, eine Vereinigung somalischer Scharia-Gerichte und nahezu einzige clanübergreifende Kraft. Mitte 2006 nahm die Union Mogadischu sowie weite Teile des Landes ein - und urteilte dabei eine ganze Anzahl von Piraten ab.

Insbesondere in den USA betrachtete man den Machtzuwachs der Union allerdings mit Sorge, weil nach Meinung außenpolitischer Experten auf diese Weise die "Talibanisierung" Somalias gedroht hätte. Vor der Alternative "Krieg gegen den Terror" oder "Krieg gegen die Piraterie" entschied man sich für den "Krieg gegen den Terror". Mit Billigung der USA drangen ab Dezember 2006 äthiopische Truppen gegen die Union vor. Sie besetzten Mogadischu und ebneten der seither wieder amtierenden und weitestgehend machtlosen somalischen Übergangsregierung den Weg.