Die Entscheidung
Mehr als eine halbe Million Soldaten standen sich gegenüber. Vom 16. bis zum 19. Oktober 1813 wurde die bis dahin größte und blutigste Schlacht der Weltgeschichte ausgefochten."Bald sahen wir die Sonne an dem heiteren Himmel nicht mehr. Ein dichter gelber Dampf hüllte sie ein. Unter unseren Füßen erbebte die Erde und selbst die Luft erzitterte vom unaufhörlichen Krachen und Donner der 1500 Feuerschlünde." So beschreibt ein preußischer Artillerist die Kanonade des 18. Oktober 1813 bei Probstheida. Mit unzähligen anderen Einzelgefechten der großen Schlacht bei Leipzig hat sie vor allem eines gemeinsam: Sie ist verlustreich, doch fast ergebnislos. Erst nach vier Tagen wechselnden Schlachtenglücks haben die gegen Napoleon verbündeten Armeen Erfolg. Aber um welchen Preis?
Deutsche gegen Deutsche
Menschen aus dreißig Völkern und Nationalitäten kämpften auf beiden Seiten der Front. Von über einer halben Million Soldaten ließ jeder Fünfte sein Leben. Schlimm sind solche Verluste, vor allem, wenn man die niedrigen Bevölkerungszahlen Europas zur damaligen Zeit berücksichtigt. Zusätzliche Tragik lag darin, dass Deutsche gegen Deutsche kämpften: Bayern, Westfalen und Rheinländer hörten Preußen und Thüringer in derselben Sprache schreien.
Sieg der Revolution
Was auf den sumpfigen Ebenen um Leipzig einen blutigen Höhepunkt erreichte, begann um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert: Die Revolution in Frankreich hatte gesiegt. Nach einer Phase der Wirren riss General Napoleon Bonaparte die Macht an sich und begann, fast ganz Europa zu unterwerfen. Besonders die kleinen deutschen Staaten östlich des Rheins werden rasch vom französischen Usurpator abhängig.
Unter Napoleons Protektorat
Im Jahre 1806 treten sechzehn deutsche Staaten dem Rheinbund unter Napoleons Protektorat bei. Truppenkontingente dieser Staaten sind an allen Feldzügen Napoleons - auch bei Leipzig - beteiligt. Nur Preußen und Österreich können sich auf Dauer der Mitgliedschaft entziehen. Die neuen Herren erlassen Verfassungen im Sinne der Ideen von 1789 und modernisieren Staatsverwaltungen nach französischem Vorbild.
Freier und fortschrittlicher
Der Code Napoléon, das neue französische Zivilgesetzbuch, hält Einzug: es kennt die Feudalverfassung nicht mehr, fasst den bürgerlichen Staat in rechtliche Normen. Persönliche Rechte, Befreiung der Bauern: der von Frankreich abhängige Teil des Landes verliert zwar seine Unabhängigkeit; im Inneren aber ist er oft freier und fortschrittlicher als das übrige Deutschland...
Seite
1
| 2
Dieser Artikel gehört zu den Themen
| Völkerschlacht | ![]() |
| Schlacht | ![]() |
Infobox
Napoleon Bonaparte
1769 15. August: auf Korsika geboren
1779-85 Militärschule in Brienne und Paris
1785 28. Oktober: Artillerie-Leutnant
1794 Das Militärgenie wird Brigadegeneral
1796 9. März: Heirat mit Josephine Beauharnais; 26. März: Kommando über die französische Italien- Armee; Italien-Feldzug endet mit Frieden von Campo Formio
1798 12. April: Oberbefehl über die Orient-Armee, Beginn des Feldzugs nach Ägypten
1799 10. November: Staatsstreich und Ausrufung zum Ersten Konsul
1801 15. Juli: Konkordat mit Papst Pius VII.
1802 2. August: Ernennung zum Konsul auf Lebenszeit
1804 18. Mai: Kaiserproklamation; 19. Mai: Napoleon ernennt 14 Generäle zu Marschällen von Frankreich; 2. Dezember: Krönung zum Kaiser
1806 12. Juli: Rheinbund unter Napoleons Protektorat, Preußen und Österreich entziehen sich der Mitgliedschaft; Franz II. von Österreich legt die Krone des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation nieder
1809 15. Dezember: Scheidung von Joséphine, Heirat mit Marie-Louise von Österreich
1812 Russlandfeldzug und Niederlage
1813 Feldzüge in Deutschland, Verteidigung Frankreichs, Völkerschlacht bei Leipzig
1814 6. April: Abdankung, Exil auf Elba
1815 1. März: Napoleon kehrt zurück; 18. Juni: Schlacht bei Waterloo; 22. Juni: Napoleon dankt erneut ab; 15. Juli: Verbannung nach Sankt Helena
1821 5. Mai: Tod auf der Insel
1840 Überführung der sterblichen Überreste nach Paris und Beisetzung im Invalidendom
1779-85 Militärschule in Brienne und Paris
1785 28. Oktober: Artillerie-Leutnant
1794 Das Militärgenie wird Brigadegeneral
1796 9. März: Heirat mit Josephine Beauharnais; 26. März: Kommando über die französische Italien- Armee; Italien-Feldzug endet mit Frieden von Campo Formio
1798 12. April: Oberbefehl über die Orient-Armee, Beginn des Feldzugs nach Ägypten
1799 10. November: Staatsstreich und Ausrufung zum Ersten Konsul
1801 15. Juli: Konkordat mit Papst Pius VII.
1802 2. August: Ernennung zum Konsul auf Lebenszeit
1804 18. Mai: Kaiserproklamation; 19. Mai: Napoleon ernennt 14 Generäle zu Marschällen von Frankreich; 2. Dezember: Krönung zum Kaiser
1806 12. Juli: Rheinbund unter Napoleons Protektorat, Preußen und Österreich entziehen sich der Mitgliedschaft; Franz II. von Österreich legt die Krone des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation nieder
1809 15. Dezember: Scheidung von Joséphine, Heirat mit Marie-Louise von Österreich
1812 Russlandfeldzug und Niederlage
1813 Feldzüge in Deutschland, Verteidigung Frankreichs, Völkerschlacht bei Leipzig
1814 6. April: Abdankung, Exil auf Elba
1815 1. März: Napoleon kehrt zurück; 18. Juni: Schlacht bei Waterloo; 22. Juni: Napoleon dankt erneut ab; 15. Juli: Verbannung nach Sankt Helena
1821 5. Mai: Tod auf der Insel
1840 Überführung der sterblichen Überreste nach Paris und Beisetzung im Invalidendom




