Ein Mückenstich
Diesem ersten Schlachtschiff, HMS Dreadnought, folgte ein Wettrüsten zur See. Aber die Dominanz der Schlachtschiffe im Seekrieg währte nur relativ kurze Zeit.Hatte die Bismarck je eine Chance? Muss man Hitler im Nachhinein Recht geben, weil der dem Unternehmen Rheinübung von Anfang an skeptisch gegenüberstand? Was war passiert?
Am 18. Mai 1941 liefen das Schlachtschiff Bismarck und der Schwere Kreuzer Prinz Eugen von Gotenhafen (heute Gdynia) Richtung Norden aus. Wenige Tage später entdeckten britische Luftaufklärer den Verband im norwegischen Grimstadfjord. Von da an nahm das Unheil seinen Lauf, das Tausenden deutschen und britischen Seeleuten das Leben kostete.
Ende der Ära
Unternehmen Rheinübung: Die deutsche Tarnbezeichnung steht für das letzte reine Gefecht zwischen Schlachtschiffen, das die Geschichte kennt, und für die erste eindrucksvolle Demonstration der Überlegenheit des Flugzeugs über das Schlachtschiff, jenes "Lieblingskinds" der Admiräle. Mit der Rheinübung endete die Schlachtschiff-Ära. Was dann kam, etwa die Versenkung der Prince of Wales und der Repulse durch japanische Torpedobomber vor Singapur, war nur noch Gemetzel, das bei besserer Einsicht vermeidbar gewesen wäre.
Auf Kurs
Zurück zum Grimstadfjord: Das nächste Ziel der beiden deutschen Einheiten war der Durchbruch in den Atlantik, nördlich an den britischen Inseln vorbei. Am 22. Mai ging die Fahrt weiter. Hart verfolgt von zwei Kreuzern, steuerte der Verband den geplanten Kurs. Am Südausgang der Dänemarkstraße aber warteten das Schlachtschiff Prince of Wales und der Schlachtkreuzer Hood.
Nur drei von 1.400
Das Gefecht am Morgen des 24. Mai verlief spektakulär: Mit der sechsten Salve brachte die Bismarck einen Volltreffer ins Munitionsmagazin der Hood. Die Explosion löschte das Schiff binnen Sekunden buchstäblich aus; nur 3 von 1.400 Seeleuten überlebten. Beinahe unbemerkt hatte auch die Bismarck Schäden davongetragen: Heizölzellen waren getroffen. Geschwaderchef Lütjens gab der Bismarck Befehl zur Rückkehr nach St. Nazaire.
HMS Hood im Panamakanal, im Juli 1924: Den betagten Veteranen zerrissen am 24. Mai 1941 die Granaten der Bismarck.
Dass die Admiralität in London, geschockt vom Verlust der Hood, nun die komplette Home Fleet zur Verfolgung mobilisierte, und dass man die zunächst verlorene Spur der Bismarck wiederfand - es hätte nicht das Aus bedeuten müssen. Die Bismarck, modernstes Schlachtschiff ihrer Zeit, galt als so gut wie unversenkbar. Der entscheidende Schlag kam aus der Luft.
Manövrierunfähiger Koloss
Der Treffer in die Ruderanlage, den ein Flugzeug des Trägers Ark Royal am Abend des 26. Mai erzielte, war purer Zufall, unwahrscheinlich wie ein Mückenstich in den Gaumen - und genauso gefährlich. Die Bismarck lief nun mit irreparabel verklemmtem Ruder im Kreis, ohne Gelegenheit, dem Gegner noch zu entkommen. Schlachtschiffe, Schwere Kreuzer, Zerstörer - vier-, sechsfache, dann zehnfache Überlegenheit: Granaten regneten auf den manövrierunfähigen Koloss.
Mit wehender Flagge
Um 10:30 Uhr, am 27. Mai, öffnete der Rest der Besatzung die Bodenventile, sprengte Löcher in den Rumpf. Dem hehren Ideal des Untergangs mit wehender Flagge war genüge getan. 110 Seeleute (von 2.092) - und ein Kater - gelangten auf britische Schiffe. Drei Mann fand ein deutsches U-Boot, zwei - erst Tage später - ein Wetterbeobachtungsschiff.
Flugzeug und Lufttorpedo
Was im Kleinen Zufall war, verkörperte im Großen einen Trend: Die Schlachtschiff-Ära wäre zu Ende gewesen, auch wenn es den Zufallstreffer vom 26. Mai 1941 nicht gegeben hätte. Gar nicht zufällig bescherten ein Flugzeug und ein Lufttorpedo der Bismarck den Untergang. Das Schlachtschiff trat von der Bühne des Seekriegs ab; der Flugzeugträger übernahm dessen Rolle.
Michael Schmittbetz (15.12.2005)
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Infobox
Als Bordkater diente Oscar auf drei Schiffen. Und Oscar überlebte sie alle. Anders gesagt: Jedes Schiff, auf dem Oscar war, ging unter. Es begann mit der Bismarck, von der aus Oscar den britischen Zerstörer Cossack erreichte. Sozusagen unter neuer Flagge fuhr Oscar auf ihm nur wenige Wochen. Die Cossack fiel Ende Oktober 1941 deutschen Torpedos zum Opfer. 159 Seeleute starben, doch nicht Oscar.
Des Katers nächste Station hieß Ark Royal, mächtigster Flugzeugträger der Navy. U81 torpedierte das riesige Schiff; es sank am 14. November. Und wieder war Oscar unter den Geretteten. Nun entschied man, Oscar lieber nicht mehr auf ein Schiff zu lassen. Er wurde in das Amtsgebäude des Gouverneurs in Gibraltar versetzt. Dennoch blieb die schon geplante Erstürmung des Stützpunkts durch deutsche Fallschirmjäger aus. 1955 starb das zählebige, gefährliche Tier im Home for Sailors zu Belfast.
Des Katers nächste Station hieß Ark Royal, mächtigster Flugzeugträger der Navy. U81 torpedierte das riesige Schiff; es sank am 14. November. Und wieder war Oscar unter den Geretteten. Nun entschied man, Oscar lieber nicht mehr auf ein Schiff zu lassen. Er wurde in das Amtsgebäude des Gouverneurs in Gibraltar versetzt. Dennoch blieb die schon geplante Erstürmung des Stützpunkts durch deutsche Fallschirmjäger aus. 1955 starb das zählebige, gefährliche Tier im Home for Sailors zu Belfast.



